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Einen Hund mit anderen Haustieren zusammenführen: behutsam vorgehen

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Artspezifische Eigenschaften und individuelle Wesenszüge

Ein Hund mit ausgeprägtem Jagdtrieb sieht ein Kaninchen eher als Beute denn als Mitbewohner und bei einem scheuen Kaninchen dürfte der Fluchtreflex jegliche Neugier überwiegen. Dringt ein Hund in das Revier einer forschen Katze ein, könnte diese schnell ungemütlich werden. Das wird für einen jungen, zurückhaltenden oder gar ängstlichen Hund schnell zum traumatischen Erlebnis und auch das Risiko schlimmer Verletzungen an den Augen durch Katzenkrallen ist hoch.


Ein allzu ungestümer Hund wird von einer schüchternen Katze umgehend als Bedrohung wahrgenommen: Sie wird flüchten, er hinterherstürmen wollen. Quietschende Meerschweinchen nimmt manch ein Hund als willkommenes Objekt für Beutespiele wahr. Ein fremder Hund kann bei falscher Zusammenführung als Eindringling empfunden werden, gegen den es alle Ressourcen zu verteidigen gilt.


Andere Tiere dagegen interessieren sich überhaupt nicht sonderlich füreinander oder gehen neugierig, aber vorsichtig aufeinander zu, halten von sich aus eine gewisse Distanz ein, greifen aber weder an noch flüchten sie. Wie eine Zusammenführung am besten funktioniert, ist daher stets vom individuellen Charakter der Tiere abhängig. Zudem sollten Sie artspezifische Verhaltensweisen berücksichtigen.

Distanz einhalten, eventuell neutrales Gebiet wählen

Kommt ein Hund neu in den Haushalt, sind die Chancen einer Zusammenführung am besten, denn er muss sich erst einmal orientieren. Diese Kennenlern- und Orientierungsphase bietet sich hervorragend an, um dem Hund aufzuzeigen, wie der Ablauf ist, wer zur Familie gehört und wo seine Grenzen im Zusammenleben liegen.


Tiere untereinander lernen sich am besten kennen, indem eine gewisse Distanz eingehalten wird. Für einen Hund bedeutet das die Sicherung an der Leine. Die erste Begegnung mit einer Katze ist ideal, wenn eine Barriere wie eine Glasscheibe zwischen den Tieren ist, durch die sie sich sehen und aus der Ferne beobachten können. Kleintiere oder Vögel sollten in einem gesicherten Bereich bleiben, um ebenfalls allen Tieren Gelegenheit zur Beobachtung zu geben. Einer Katze kann es eventuell helfen, sich über eine Decke oder ein Spielzeug mit dem Geruch des Hundes vertraut zu machen. Das bietet sich auch umgekehrt an.


Eine erste Begegnung zwischen dem bisherigen Hund und einem Artgenossen findet bevorzugt in neutralem Umgebung statt. Dort hat keiner der beiden einen Grund, sein Territorium zu verteidigen. Lassen Sie die Hunde ebenfalls nicht gleich aufeinander los, sondern laufen Sie ein Stück mit beiden an der Leine, gerne auch mit etwas Abstand zwischen den Hunden: Sie werden noch genug Gelegenheit haben, sich direkt miteinander zu befassen. Für den Moment genügt es aber, den Geruch des anderen wahrzunehmen und sich über Körpersprache und Mimik zu verständigen. So erfahren beide Hunde, mit wem sie es zu tun haben.

Konflikte und Aggressionen vermeiden

Es ist, besonders zu Anfang, enorm wichtig, dass weder bisherige Tiere im Haus noch der neue Hund während der ersten Begegnungen negative Erlebnisse mit dem Gegenüber verbinden. Andererseits darf auch keine "Unart", die unerwünscht ist, für ein Tier zum Erfolg führen. Es wäre also äußerst ungünstig, wenn eine Katze sofort Nase an Nase mit dem fremden Hund steht und ihm mit ihren Krallen deutlich machen kann, dass sie hier das Sagen hat. Davon abgesehen, dass ernsthafte Verletzungen beim Hund möglich sind, kann eine solche Erfahrung für ihn je nach Veranlagung wirklich traumatisierend sein und künftig einem harmonischen Miteinander im Weg stehen.


Umgekehrt darf der Hund keine Gelegenheit haben, sich gleich auf eine Katze zu stürzen, sie aktiv zu verjagen oder seinen Jagd- und Beutetrieb an einem Kleintier ausleben. Ist der Hund nicht zu bändigen, brechen Sie die Begegnung lieber ab und verschieben Sie sie auf einen späteren Zeitpunkt.

Ruhige, entspannte und kontrollierte Situation schaffen

Vielleicht müssen Sie mit einem neuen Hund zunächst noch etwas üben, bis er bereit ist, sich an Ihnen zu orientieren, und - dazu kann gerne eine leckere Belohnung dienen - einem oder mehreren anderen Tieren ruhiger gegenüberzutreten. Im Idealfall sind mehrere Personen anwesend, die sich unterschiedlichen Tieren widmen, ihnen Sicherheit vermitteln und zur Not eingreifen können. Auch für andere Tiere können Sie etwas Schmackhaftes zum Fressen oder besonders viele Streicheleinheiten einplanen, während der neue Hund in ihr Leben tritt, denn alle sollen etwas Angenehmes damit verbinden.

Viel Geduld mitbringen

Es kann tatsächlich eine Weile dauern, bis sich alles so weit entspannt hat, keine Jagd- oder gefährliche Spielambitionen, kein Fluchttrieb, keine Abneigung oder keine Skepsis mehr auftritt. Bis dies ganz sicher der Fall ist, sollten Sie die Tiere niemals unbeaufsichtigt zusammen lassen. Manchmal kann das auch ein Leben lang gelten, zum Beispiel bei Kleintieren, einer besonders eigenwilligen Katze oder einem sehr stürmischen und impulsiven Hund. Hunde untereinander sollten dagegen immer besser miteinander interagieren und sich arrangieren. Ist dies nicht der Fall, nehmen Sie die Dienste eines guten Hundetrainers in Anspruch, der Ihnen nebst Ursachenforschung helfen kann, alles besser zu koordinieren.


Gelegentlich harmonieren Tiere von Anfang an so gut miteinander, dass Sie sich gar keine Gedanken machen müssen. Das wissen Sie jedoch vorher nicht - daher ist es besser, eine Zusammenführung in kleinen Schritten und behutsam zu planen. Klappt dann alles besser, als erwartet, dürfen Sie sich freuen. Im umgekehrten Fall werden Sie es dagegen schwer haben, durch überstürzte, unkontrollierte Begegnungen hervorgerufene Probleme wieder aus der Welt zu schaffen.


Berichten Sie doch gerne im DogForum, wie bei Ihnen eine Zusammenführung zwischen Hund und anderen Tieren funktioniert hat.


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Bild: Adobe Stock © chendongshan

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