Beiträge von Pfeffernaserl

    Zum Thema campen im HSH-Revier kann ich auch eine super langweilige Story beitragen :lol:

    Wir haben das nämlich vor ein paar Jahren in Kasachstan gemacht. Da war so ein schönes Plätzchen in einem Canyon, windgeschützt, Wasserzugang und sehr idyllisch mit der kleinen Schafherde :herzen1:

    Von Hunden, geschweige denn HSHs hatte von uns keiner Ahnung.

    Naja, zu der Herde gehörte natürlich auch ein HSH, ein Kazakh Tobet Mix.

    Der Unterschied zu den Radler im Video: wir wurden von "unserem" HSH noch im Hellen abgecheckt. Er hat den Zeltaufbau beobachtet, hat uns beim Erkunden des Gebiets begleitet und sich immer sehr unauffällig zwischen seiner Herde und uns platziert.

    Gefährlich wurde es dann für mich, ich wurde fast zu Tode gekuschelt und Nachts hat er sich von außen beinahe auf meinen Kopf gelegt :lol: (und außerdem ist er auch Schuld daran, dass Carlo bei uns eingezogen ist)

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    Ich hab mich später dann ein bisschen schlau gemacht über Tobets und den Herdenschutz in Kasachstan. Tobets sind wohl die menschenfreundlichsten HSHs in ganz Zentralasien - und werden oft alleine an der Herde eingesetzt, denn "Das Bellen eines Tobets reicht, um ein Wolfsrudel in die Flucht zu schlagen!"

    Leider sind die reinrassigen mittlerweile selten geworden (vielleicht ist ein Tobet pro Herde ja doch zu wenig...)

    Ich rede auch recht viel mit Carlo. Also, ich erzähle ihm nicht von meinem Tag oder so, aber alles, was ihn irgendwie betrifft, wird ihm auch erzählt.

    Also zum Beispiel dass am Wochenende Besuch kommt und wer das genau ist und was wir dann vor haben oder wie die Tagesplanung aussieht oder dass wir gleich nach der Vorlesung gemeinsam in den Garten gehen.

    Draußen werden Signale auch in ganze Sätze verpackt (außer es ist super wichtig, dann wird's knapper formuliert :lol: ).

    Ich finde es total spannend, zu sehen, wie schnell Carlo für ihn wichtige Phrasen und Wörter lernt (und es ist einfach super niedlich, wie er bei "seinen" Wörtern den Kopf schief hält :herzen1: )

    Ich hab ganz und gar nicht den Eindruck, dass er durch mein Gebrabbel weniger aufmerksam ist oder mich ignoriert. Ganz im Gegenteil, wenn ich ihn anspreche, weiß er, dass da für ihn relevante Informationen kommen und hört auch zu. Und ich kann meine Stimmung über die Stimme auch viel besser transportieren.

    Wird ja auch aktuell recht viel am Sprachverständnis von Hunden geforscht, wenn ich das richtig im Kopf hab...

    Auf die Idee bin ich ja noch nie gekommen :grinning_face_with_smiling_eyes: Meinst echt die Kleidung hat da Einfluss drauf? Muss ich mal drauf achten. Interessante Idee

    War vielleicht ein bisschen überspitzt ausgedrückt :pfeif: :lol:

    Ich glaube, Kleidung hat bei uns keinen sooo großen Einfluss, aber Ort (und da aber wirklich fast auf den cm bezogen, ein Stück weiter links oder rechts oder vorne verursacht schon mal ein Zögern), Uhrzeit und Trickreihenfolge (nach einem "sitz", das auf ein "platz" folgt, frage ich offensichtlich sehr oft ein "verbeugen" ab, das dann in vorauseilendem Gehorsam angeboten wird und der Herr beschwert sich dann, wenn ich die Reihenfolge nicht einhalte :lol: ) sind für Carlo wichtige Faktoren.

    Dafür war ihm schon immer egal, was ich mache, wenn ich das Kommando gebe. Stehen, sitzen, Hampelmann, mit Kopf nach unten auf der Couch liegen - solange die für ihn wichtigen Dinge passen, ist meine Position wurscht. Da rollt er innerlich mit den Augen, denkt sich "ach, die Verrückte da immer" und zieht sein Ding durch :lol:

    Oh, was für ein schöner Thread :herzen1:

    Bei mir warens ähnliche Punkte wie bei dir, die mich überrascht haben.

    Manchmal stehe ich heute noch vor meinem Hund und frage mich, warum der Kerl noch nicht nackt ist. Wo kommen all die Haare her? Wie krass ist bitteschön hündischer Haarwuchs? Hat er irgendwo ein geheimes Haar-Lager, das immer dann geplündert wird, wenn ich gerade frisch gestaubsaugt habe? Ha, und mein Mann hat sich damals, als wir zusammen gezogen sind, über meine Haare beschwert. Die haben gegen Carlo gar keine Chance :lol:

    Was mich auch jeden Tag aufs neue fasziniert, ist, wie unglaublich schnell Hunde lernen. Nicht nur das, was ich ihm auch beibringen will, sondern so ganz nebenbei die Alltagsdinge, die er eigentlich gar nicht lernen sollte. Wie schafft er es, zu unterscheiden, ob mein Geklapper mit den Schüsseln in der Küche heißt, dass ich Kuchen backe (wo immer etwas für ihn abfällt) oder ob's Salat wird? Keine Ahnung, aber er steht parat, wenns für ihn was gibt.

    Oder welche Hose was bedeutet - Hundehose, yaaay, wir gehen raus! Jogginghose - yaaay, wir kuscheln auf der Couch! Jeans - sie lässt mich für immer alleine und kommt nie wieder zurück nach Hause :(

    Und passend dazu: wie unglaublich schlecht -zumindest bei meinem Hund - generalisiert wird. Anderes T-Shirt: "Wie, was, was soll "sitz" heißen? Hab ich ja in diesem Kontext noch niemals nie nicht gehört, keine Ahnung, was du von mir willst, scheint mich ja aber nichts anzugehen, also geh ich lieber." :lol:

    Dass man von so einem Hund auch ständig beobachtet wird, wusste ich auch nicht. Und dass ich mich dann dazu genötigt fühle, mich vor ihm zu rechtfertigen, warum ich denn jetzt schon wieder Schokolade esse (hilft beim Abnehmen, dieser "Aha. 14:37: sie hat's schon wieder getan"-Blick :lol: )

    Ich hab unterschätzt, wie angebunden man mit Hund ist (gerade, wenn er nicht so ein easy-going-bleib-übers-WE-beim-Hundesitter-Hund ist). Wie viel mehr man planen muss und wie viele Dinge nicht mehr einfach Mal so möglich sind.

    Aber, was mich wirklich am meisten überrascht hat und mich auch heute noch jeden Tag aufs neue fasziniert, ist, wie eng das Leben mit Hund ist. Wie tief so eine Beziehung zu einem artfremden Lebewesen sein kann, wie schnell man lernt, über sehr subtile Signale zu kommunizieren, wie viel Spaß es macht, eine gemeinsame Sprache zu entwickeln und langsam immer enger zusammen zu wachsen :herzen1: