Für Menschen ist der Hörsinn deutlich wichtiger, als für einen Hund. Die kommunizieren zu einem DEUTLICH höheren Anteil durch Körpersprache. Und Gerüche. Den Vergleich finde ich wirklich schräg - ein Mensch, der nicht hören kann, trifft auf eine Welt voller Barrieren und nimmt Gefahren zu einem großen Teil über Geräusche war. Mein Hund hingegen MUSS gar keine Gefahren übers Gehör wahrnehmen, denn ich passe für ihn auf. Ich wüsste keine Situation, in der das für ihn relevant wäre. Auch in der Kommunikation erlebe ich taube Hunde nicht als stark eingeschränkt. Bevor meine Hunde Lautäußerungen von sich geben, haben sie schon X körpersprachliche Signale gesendet. Die meisten Hunde, die im Alter taub werden, machen weiter als wäre nichts.
UND diese Einschränkung tritt nur bei einem sehr kleinen Anteil der Rasse überhaupt auf.
Ich habe einen ganzen Roman geschrieben, nur um ihn dann wieder zu löschen.
Kurz und Knapp: Einen, auch für Hunde wichtigen Sinn abzusprechen mit der Aussage "Ich passe ja auf ihn auf" ist kurzsichtig und zeigt, dass du selbst noch keinen tauben Hund hattest.
Theo war sehr eingeschränkt durch den Hörverlust. Vor allem in der Kommunikation mit uns. Und als hörender und sprechender Mensch ist dies eben die absolut erste Kommunikationsart, die man nutzt. Taube Hunde kommunizieren ja nicht nur untereinander, sondern viel mehr mit uns und wir mit ihnen.
Edit: Theo ist nicht mein Sohn, sondern unser leider verstorbener Familienhund.