Hi,
ich hab hier auch so einen Kandidaten aus der Ukraine, 28cm hoch, ne Klappe wie ein Grosser, ca 8 Jahre alt, vor vier Jahren kam er zu uns.
Dieses Gepöbel bei anderen Hunden kann ich Dir rauf und runter tanzen 😂
Bei ihm blieb eine ganze Zeit ne Schlepp dran, sobald er durchstarten wollte gab es ein "nah!" oder ein Räuspern (er ist sensibel, da braucht man nicht mehr). Wenn das nichts brachte, bin ich stumpf auf die Schlepp getreten, huch, da hängt ja noch jemand an der Leine...
Mittlerweile sind wir schon lange auf dem Level, dass es folgendermaßen läuft: anderer Hund - ich sage "bei mir", da weiss er, dass er entweder hinter mir oder maximal auf Schienbein Höhe laufen darf.
Ich checke den Hund ab, mittlerweile kenne ich seine Pappenheimer, wenn es kein Hund ist, den er per se ätzend findet (Huskies, DSH, etc) darf er hin, sonst spazieren wir einfach vorbei. Er muss nicht jedem Hund hallo sagen, er ist eh kein großer Spieler, sondern eher der Parkwart... Ich habe mich von der romantischen Vorstellung, dass die Hunde irgendwie alle klar kommen, verabschiedet, ich entscheide, wann er darf und wann nicht. Sobald er darf und trotzdem pöbelt, unterscheide ich zwischen "hat ihn bedrängt und er hat bescheid gesagt, dass er es kacke findet", dann ist es okay, oder "er macht den Dicken und erklärt anderen Hunden ungefragt das Leben", dann rufe ich ihn ran und wir gehen weiter.
Klingt vielleicht streng, aber der kleine Typ hatte leichte suicidal Tendenzen, irgendwelchen grossen Rüden im Vorbeigehen in den Po zwicken, sich mit grossen Hunden anlegen etc (da sehe ich Deine Begegnung mit dem Kangalmix), und ich habe den Hund gern in einem Stück und munter...
Leo ist viel im Freilauf, das funktioniert in einer Grossstadt mit hoher Hundedichte sonst einfach nicht. Dafür blocke ich auch Hunde, die ihn an der Leine mal eben abchecken wollen, wir habe das agreement, dass ich aufpasse und das geht in beide Richtungen.
Das von Dir beschriebene Motto "Angriff oder Drohung ist die beste Verteidigung" hat Leo wirklich komplett gefahren, ich kann Dir nur den Rat geben, vieles zu vermeiden (ausweichen, zur Not auch mal die Straßenseite wechseln...) und Du entscheidest, wann die Süsse (wie heisst sie eigentlich?) zu wem darf.
Ich finde die müssen auch nicht mit jedem Hund gut Freund sein.
Was bei uns auch gut geholfen hat ist, bei Hunden, grad Rüden, die er eigentlich blöd fand, ein Stück zusammen zu laufen. Da habe ich nett die Besitzer gefragt, ob wir ein Stück zusammen laufen wollen. Dann wurde zusammen geschnüffelt und gelaufen, so lief das immer prima.
Zu den Restbaustellen habe ich leider keinen Tipp, Leo jagt auch, grad in der Dämmerung, da bleibt er an der Leine, es gibt Stellen an unseren Gassi Strecken, da weiss ich, dass es ihn auch tags juckt, dann kommt "bei mir" oder die Leine 🙂
Es ist anfangs sehr viel Management gewesen, über längere Zeit, aber ich bin wirklich zufrieden, wie es läuft, ich wünsche Dir, dass Du das mit Deiner Süßen prima hin bekommst.
LG