Ich sehe es mittlerweile ähnlich wie Hummel.
Nur weil ein Hund eine Sache noch nicht perfekt händeln kann, ist sein Leben nicht die Hölle auf Erden. Dieses der Hund und Familie sind eine Einheit und vertrauen sich von Beginn an blind und er ist immer und überall wedelnd dabei usw. das ist eine Fernsehphantasie.
Was soll ich da sagen? Mein Hund hasst/e bzw. fürchtet/e die gesamte Außenwelt. Das erste Jahr durfte ich sie kaum anfassen. Und eigentlich hatte sie jeden Tag Stress wegen irgendwas (ob Dönerpapier, Wind oder mir oder)
Jetzt nach zwei Jahren das erste Mal gebettelt nach Kontaktliegen und viele souveräne Gassigänge. Außer es ändert sich plötzlich das Wetter.
Ihr habt einen anscheinend tollen Hund, der in so kurzer Zeit soviel gewuppt hat. Nur weil der sich Zuhause bei einer Person wegduckt ist es ein Problem? Mh. Da wird innerlich soviel Druck aufgebaut. Und das bekommt natürlich auch der Hund mit.
Mein Hund mag mich jetzt nach zwei Jahren wirklich leiden. Sobald ich allerdings von ihr zuviel will, wird sie sich zurückziehen. Sollte ich wieder mal Möbel rücken, dann ist es auch für ein paar Tage Lavaland bei mir zu sein.
Je mehr ich ihree Körpersrpache zugehört habe und ihre Kommunikation geschätzt habe, desto mehr Vertrauen. (und ja, jetzt kann ich sie auch mal nur zum Kuscheln auf meinen Schoß heben und sie erträgt es nur für mich. Sofern das einmal im Monat passiert)
Die Entwicklungssprünge 3 Monate da, 6 Monate da, ein Jahr etc. hattet ihr doch noch gar nicht.
Hier gibt es regelmäßig Welpen/Junghundposts bei denen einer der Besitzer schreibt mein Hund mag mich weniger als... Vollkommen normale Entwicklungsprozesse.
Hier im Beitrag haben schon zwei geschrieben, dass der Mann noch gefürchtet wird und der Umgang durch gute Körpersrpache verbessert worde, oder sich damit arrangiert.
Aber wir können uns hier fusselig schreiben, wenn ihr nicht klare Entscheidungen trefft. Solange diese Sache euch so verunsichert, bleibt es die ganze Situation. Ich würde mich wie bei allen komplex nachhängenden Emotionen mal alleine hinsetzen und überlegen was genau eigentlich das Problem ist. Warum hängt das in meinem Kopf rum. Sind es meine Erwartungen? Bin ich selbst nur unsicher? Oder hat der Hund wirklich ein schreckliches Leben? Warum soll mein Hund mich ohne Grund sofort lieben? Reicht Respekt nicht für den Anfang? Woher kommt mein Bild von Hundehaltung? Aus dem TV usw. oder von echter Erfahrung? Warum hängt dieses Thema immer wieder in meinem Kopf rum?
Aber das sind halt dann die eigenen Themen.
Ich stand natürlich auch vor der Frage der Abgabe. Aber irgendwann habe ich die Situation einfach akzeptiert und gelernt im Moment zu leben und das sofort glücklich lächelnde Hunde nicht immer Ziel der Hundehaltung ist.
Das Lernen findet nicht nur beim Hund statt.
So jetzt muss ich aufhören zu schreiben, weil mein Hund nach Körperkontakt bettelt. Das hätte ich vor einem Jahr noch nicht schreiben können.
Toi Toi für euch!