Versuch mal, schon bevor ihr auf der Höhe des anderen Hundes seid, ihre Aufmerksamkeit auf dich umzulenken. Wenn es für sie einfacher ist, könnt ihr auch stehenbleiben oder (sofern möglich) ins Gebüsch ausweichen. So ist dann noch eine Sichtbarriere zwischen ihr und dem anderen Hund.
Bis das einwandfrei klappt, dauert das seine Zeit, da muss man Geduld haben.
Bei Dino hab ich das wie gesagt mit dem Absitzen und Lieblingstricks machen lassen überbrückt, wir gucken uns aber auch immer öfter den Hund oder den Fußgänger aus Distanz an. Ich knie mich dabei neben ihn und halte ihn am Brustgurt des Geschirrs, mit der anderen Hand belohne ich das ruhige, unaufgeregte Angucken des Hundes/Menschen/wasauchimmer.
Erfordert natürlich auch ein gewisses Maß von Impulskontrolle vom Hund und v. A. Ruhe von dir, damit kann man aber eben auch das Aushalten von Frust (was bei Pina ja die Hauptbaustelle zu sein scheint) üben.
Dass es von Anfang an nicht super klappt, ist völlig normal. Ich musste auch erst lernen, mit meinem Leinenpöbler umzugehen - das dauert einfach. Und man fühlt sich sooooo oft doof, schämt sich für den eigenen Hund und möchte das olle Vieh manchmal auch einfach nur auf den Mond schießen... aber es ist okay, das zu fühlen und das zu denken. Manchmal ist man halt einfach selbst mit den Nerven durch oder hatn schlechten Tag.
Und viele viele Dinge klappen bei uns immer noch nicht. Ich kann z. B. nicht sorglos Besucher empfangen, weil Dino dann zum Kontrolletti mutiert und bisweilen auch schnappt. Das war und ist mir aber auch nicht so wichtig gewesen wie die Kontrolle über seine Pöbelei draußen, weil wir halt mehr Hunden begegnen als ich Besucher habe
Also klar, ich arbeite schon auch daran - aber eben nicht so intensiv wie am Leinenpöbeln.
Es hat auch ein halbes Jahr (!) gedauert, bis Dino einigermaßen ruhig im Auto mitfahren konnte. Der hat mir am Anfang den Fahrersitzgurt durchgebissen, weil er so unglaubliche Angst beim Autofahren hatte. Ich weiß nicht, wie oft ich ihm das schnöde Rumhängen im Auto schöngefüttert habe, aber mit jeder kurzen Leckerlisession im und am Auto wurde es besser - und nach zusätzlichen 3 Monaten kann er nun auch ohne Maulkorb entspannt im Auto mitfahren. Der Herr Spacko pennt aufm Heimweg sogar im Auto ![]()
Es dauert einfach. Ich hab am Anfang auch sooo oft gedacht, dass das nie was wird ...
Achja, noch was, was mir sehr gut geholfen hat:
Bestrafe nicht das Verhalten, das du nicht sehen willst - belohne das Verhalten, das der Hund zeigen soll ![]()