Erstens: woher kommt ihr? Grobe Region reicht, damit man euch nen vernünftigen Trainer empfehlen kann.
Zweitens: Kind und Freund haben ab heute erstmal 0,0 mit dem Hund zu tun. Die gucken den Hund nicht an, die sprechen ihn nicht an, die fassen ihn nicht an. Bis der Trainer da war.
Drittens: Hund sichern - mit MK und Hausleine am Halsband. Der MK gibt dir Sicherheit, weil der Hund am Beißen gehindert wird; mit der Hausleine kannst du den Hund halbwegs entspannt und sicher aus brenzligen Situationen holen.
Viertens:
gerade beim Kind kommt der Hund nicht mehr ohne Maulkorb in dessen Nähe
Ich würd sogar nen Schritt weiter gehen und den Hund mittels Kindergitter o. Ä. in ein separates Zimmer ausquartieren, wenn das Kind da ist.
Denn auch mit einem eigentlich bisssicheren Drahtmaulkorb (alles andere ist fahrlässig!) kann ein Hund noch verletzen. Zwar nicht durch Beißen, aber durch Rammen und Schubsen.
Mein Rüde hat "nur" 16 kg und mag seinen MK eigentlich, aber es gibt Momente, da schubbert der sich mit MK an meinem Bein und hinterlässt versehentlich dann doch mal blaue Flecken. Und wenn er beim Tierarzt mal fixiert werden muss, steh ich IMMER vorne am Kopf, damit im worst case ich den MK ins Gesicht kriege - nicht der Tierarzt. Die Metallteile können ordentlich wehtun, unterschätz das nicht!
Zurück zum Kindergitter: der Hund sieht und hört, was ihr macht, wird also nicht komplett ausgeschlossen. Er kann aber nicht zum Kind oder zu deinem Freund stürmen - zumindest solange er nicht gelernt hat, über das Gitter zu hüpfen. Daher bitte in eine investieren, das möglichst hoch ist (70 cm mindestens).
Aber je länger mein Freund blieb, desto aggressiver reagierte der Hund auf ihn. Mittlerweile traut er sich, wenn er bei mir ist, gar nicht mehr zu bewegen, denn der Hund steht sofort zähnefletschend und mit aufgerichteten Fell vor ihm.
Fangen wir am Anfang an: wie lief die Begrüßung ab?
Wurde Kira (ich nehme mal an, dass dein Hund so heißt?) sofort beachtet und begrüßt?
Seid ihr zusammen erstmal spazieren gegangen und dann gemeinsam in die Wohnung?
Ist dein Besuch gleich zu dir und Kira in die Wohnung? Wie hat sie sich da verhalten?
Gab es am 1. Tag irgendwelche Auffälligkeiten? Selbst wenns kleinste Dinge sind, die können u. U. den entscheidenden Hinweis liefern. Lag der Hund z. B. nicht im Körbchen, sondern nah bei euch, quasi "mitten im Geschehen"?
anfangs hat die auch ganz stolz den Hund gefüttert.
Ich kann den Gedanken dahinter verstehen, man will den Besuch gleich positiv verknüpfen, so a la "Hier guck, die haben Futter für dich, die meinens gut mit dir!"
Nett gemeint, aber bei einigen Hunden leider der falsche bzw. kein passender Ansatz. Entspannter ist es - für alle! - wenn der Hund gleich lernt: "Besuch will nix von mir, ich hab mit denen auch nix zu tun". Gerade die unsicheren Exemplare sind froh, wenn sie merken, dass sie sich nicht mit fremden Menschen beschäftigen "müssen".
Wenn das Kind zu mir möchte, schmeisst er sich dazwischen. Anfangsstadium war nur warnendes Bellen, mittlerweile stürmt er auch quer durch den Raum auf das Kind zu, fletscht die Zähne und schnappt, sobald ich mich dem Kind nähere
Wie verhält sich das Kind, wenn es zu dir möchte? Rennt es vielleicht, ist es laut?
Genug Fragen gestellt...
Mein Dino (Rüde unkastriert, Schäferhund-Herdenschutzhund-Mix aus Rumänien) hat zu Anfang eine ganz ähnliche Problematik gezeigt.
Besuch wurde beim Reinkommen in die Wohnung verbellt, teilweise auch angesprungen. Teilweise hat Dino dann auch nach dem Besuch geschnappt (!), obwohl der still stand. Auch wenn wir vorher mit dem Besuch spazieren waren.
Manche Leute waren nach einer Kennenlernphase "ok" und durften sich auch in der Wohnung bewegen.
Manche Leute aber durften in Dinos Augen nicht mal atmen oder sich bewegen, er hat dann gleich wieder losgebellt und wäre er nicht angeleint + bemaulkorbt gewesen, hätte er sicher auch nach manchen Personen geschnappt.
Nehmt das nicht auf die leichte Schulter und wechselt den Trainer. Dass der jetzt nur sagt "Joa Maulkorb drauf und abwarten" zeugt davon, dass der entweder keine Ahnung hat, was sich da ggf. anbahnt oder dass er damit überfordert ist, das aber nicht zugeben will!
Ich hab Dinos damaliges Verhalten leider auf die leichte Schulter genommen und hab jetzt einen Hund, den ich bei Besuch mit Maulkorb gesichert ins Auto sperren muss, weil er Besuch definitiv verletzen und vertreiben will. Dino ist in diesen Situationen nicht mehr ansprechbar und ich hab mich damit abgefunden, dass er niemals entspannt in seinem Körbchen liegen wird, während ich mit dem Besuch aufm Sofa sitze und quatsche.
So ein Hund macht mitunter verdammt einsam. Ich komm damit klar, ich bin eh kein super sozialer Mensch und fahr dann halt mit meinen netten Hunden zu meinen Freunden. Aber nervig ist das schon und ich würde lügen, wenn ich behaupte, dass ich nicht neidisch auf die Leute bin, deren Hunde entspannt im Körbchen liegen, während man Besuch hat.
Noch ein paar Dinge:
Wenn der Hund Menschen gegenüber misstrauisch ist, keinen! Kontakt "aufzwingen". Egal ob man nur ein Leckerli geben oder mit dem Hund spielen will. Wenn der Hund nicht von sich aus (!) in netter (!!) Absicht auf den Menschen zugeht, macht der Mensch genau NULL mit dem Hund.
Dino ist ein Hund, der vielen vielen Menschen gegenüber skeptisch ist. Der legt sehr sehr viel wert auf "höfliche Ignoranz". Man darf ihn angucken, man darf ihm beim Schnüffeln, Tricksen etc zugucken, aber direkte Kontaktaufnahme a la Streichelnwollen wurde früher mit verbellen und heftigem (Ab)schnappen beantwortet. Wenn er einen Menschen interessant findet, geht er vorsichtig auf den zu und schnuppert mal an der Hose. Darüber darf man sich als völlig fremde Person dann schon mal freuen 
Und wenn man ganz viel Glück hat, dann darf man dem Dino auch ein Leckerli anbieten - weil ich Dino mittlerweile gut genug einschätzen kann, um zu wissen "Ok, der ist entspannt, da kann man jetzt mal was anbieten". Halt auch nur, wenn ich das erlaube und (!) Dino gleichzeitig sichern kann.
Machst du mit Kira irgendwelchen Hundesport? Irgendeine "sinnvolle" Beschäftigung, die dir hilft, sie besser "lesen" zu lernen?
Wie sieht euer Alltag - deiner und Kiras! - aus?