Gefährliche Hunde tragen einen Maulkorb und zu denen lasse ich Indie niemals hinlaufen.
Sollten sie - aber es gibt so viele "gefährliche" Hunde, die keinen Maulkorb tragen. Entweder weil der Besitzer sie so gut im Griff hat, dass sie ihn die Situationen regeln lassen oder- was weitaus häufiger der Fall ist! - weil der Besitzer nicht sehen oder verstehen will, dass sein Hund gefährlich ist. Oder weils den Leuten schlicht und ergreifend egal ist.
Nicht jeder gefährliche Hund trägt einen Maulkorb.
Nicht jeder maulkorbtragende Hund ist gefährlich - manche wenige tragen den auch nur, damit sie kein herumliegendes Essen aufnehmen (Stichwort Giftköder).
Davon ab wurde hier oft genug erwähnt, dass nicht alle gefährlichen Hunde auch gefährlich aussehen - weil deren Halter sie so gut im Griff haben, dass die Hunde unauffällig durch den Alltag gehen.
Du solltest niemals von der Optik alleine auf den Hund schließen. Das kann richtig bös nach hinten losgehen.
Also warum sollte ein anderer Hund meinen verletzen?
Weil dein Hund
- die Individualdistanz des anderen Hundes missachtet
- das deutliche "Verpiss dich" des anderen Hundes nicht ernst nimmt
- das Pech hat, an einen untypisch kommunizierenden Hund zu geraten, der wirklich nur minimiminiminimalst droht und dann gleich zuhackt
- einen anderen Hund belästigt, der aufgrund von Schmerzen einfach schlechte Laune hat
Es gibt vielfältige Gründe dafür, warum Hunde einander verletzten. Und selbst erfahrene Hundehalter können diese Gründe nicht vom bloßen Anblick eines Hundes erkennen, dazu gehört viel Verhaltensbeobachtung.
Und wenn jemand lieber meinen Hund tritt anstatt seinem einen Maulkorb aufzusetzen werde ich ungemütlich.
Mit welchem Recht? Du hast doch deinen Hund nicht unter Kontrolle 
Wenn mir mein Hund abzischt und von einem anderen Hundehalter weggetreten wird, dann ist das MEINE Schuld. Weil ICH nicht aufgepasst habe und mein armer Hund meine Dummheit ausbaden darf. So einfach ist das.
Ich hab wirklich kein Problem damit, wenn ein junger Hund mal zu uns abhaut. Jungen Hunden gegenüber sind meine beiden Großen sehr nett und geduldig, die hacken dann nicht sofort rein, sondern erklären dem Jungspund lang und breit, dass er gerade nervt.
Aber es ist einfach ein massives Problem, wenn wieder und wieder der gleiche Hund in uns reinbrettert, weil der Halter einfach zu faul ist, den Hund an die Leine zu nehmen.
Und was soll mein Hund für eine Ausbildung machen? So Therapiehund oder so? Nein, sowas machen wir nicht.
Schäferhunde sind Gebrauchshunde, die in vielen Fällen zwingend rassegerechte Auslastung benötigen, um im Alltag unauffällig mitzulaufen. Das ist mit Ausbildung gemeint.
Mein Rüde ist ein Schäferhund-Mix und geht 2x die Woche zum Hundeplatz. Wir üben da Unterordnung, also den reinen Gehorsam. Sonntags gehen wir dann noch zum Mantrailing - da darf er seine Nase einsetzen und gezielt versteckte Menschen "retten" - er hat einen Mordsspaß dran und ich auch.
Der typische Schäferhundsport wird IGP genannt und besteht aus drei großen Bereichen:
Unterordnung (Gehorsam). Dürfte offensichtlich sein.
Schutzdienst - im Volksmund "Beißsport": der Hund lernt, auch in hoher Trieblage noch empfänglich für die Kommandos seines Besitzers zu sein. Im Schutzdienst (kurz SD) kann der Hund seinem genetisch veranlagten Wach- und Schutztrieb in sicherer Umgebung nachkommen, ohne dass sich jemand dran stört.
Dazu gehört aber viel viel viel Gehorsam und Disziplin - ein Hund, der nicht zuverlässig auf seinen Hundeführern hört, darf nicht in den Schutzdienst. Wenn man das falsch aufbaut, kann das brandgefährlich werden!
Zu guter letzt gibt's noch die Fährte: da sucht der Hund einen Geruch, orientiert sich aber überwiegend an Bodenverletzungen (Schuhabdrücke, niedergetrampeltes Gras) und soll auf der Fährte selbst auch versteckte Gegenstände anzeigen. Das ist reine Fleißarbeit.
Mit einem Schäferhund hast du dir einen Hund ins Haus geholt, der sehr intelligent ist und sportlich beschäftigt werden will.