Bei uns hat geholfen, dass ich selber nicht mehr „schnell“ parat sein wollte mit dem irren Hund und Vespas Aufregung nicht mehr unterstützt habe. Ich habe sie jeweils bereits im Geschirr zum Auto rausgenommen damit ich das draussen nicht handeln muss und sie nicht im Halsband hängt, sie pinkeln und etwas aufwärmlaufen und akklimatisieren lassen. Andere Leute mussten auf Abstand bleiben. Dann beim Start hab ich die Trainerin paar Meter weggeschickt und allen gesagt, dass ich erst starte, wenn ich das will und wir bereit sind. Also ich hab MIR den Druck genommen, mit diesem mega aufgeregten Hund der sich da aufführt möglichst rasch ins Arbeiten zu kommen. Quasi das Gegenteil wie bei BerndFfm. Unterordnung oder viele Kommandos hab ich aber auch bewusst nicht eingebaut. Ritual schon.
Ich habe in aller Ruhe meine Sachen sortiert, versorgt und mir die Zeit genommen. Bei Vespa war das der Clou. Auch Anriechen ist noch kein Startsignal, erst nachdem ich Leine aufgewickelt habe und sie am Hals zum Start führe ist das ein „go“. Hat bei uns wie man sieht bestens funktioniert, Vespa ist am Start angenehm. Und sie war das Enfant Terrible der Gruppe. Ich kann mir aber sehr gut vorstellen, dass mein Vorgehen bei einem anderen Hund zu Frust führen könnte. Bei uns war meine Entspannung und mein mich nicht stressen lassen der Schlüssel.
Das habe ich im Video gesehen, dass das anriechen noch nicht das Signal ist und war sehr beeindruckt von Vespa 😅
Da würde Theo mir beim derzeitigen Stand die Ohren vollheulen 🙈
Hast du ihre Aufregung dann ignoriert? Oder abgebrochen? Aber ich bin ja froh, zu hören, dass andere das gleiche "problem" hatten und man daran arbeiten kann.
Finde das immer bemerkenswert wie unterschiedlich Hunde da sind. Andere Hunde in der Staffel gehen zwischendrin auch mal privat oder man muss ihnen das finden so richtig schmackhaft machen (mit weglaufen, damit da mal ein bisschen Motivation reinkommt) und dann die völlig übermotivierten (und das hat sich ja bei uns auch erst so entwickelt). Schon sehr spannend.
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Ich finds auch einfacher (und spassiger) einen sehr motivierten und aufgeregten Hund zu trainieren als umgekehrt.
Das Anriechen habe ich zuhause als Einzelschritt aufgebaut indem ich Vespa angefangen habe Gegenstände (Handschuh, Spielzeug, Minidummy…anfangs nur eins, später verschiedene) zu verstecken. Sie kam ins Bad, ich hab ihr den Gegenstand als Referenzgeruch mit „riechen“ vorgehalten, Tür zu, Gegenstand (am Anfang einfach im Flur) versteckt, Tür auf, Hund ins Sitz und dann erst auf mein „such“ losgeschickt und die Tür freigegeben.
Ich sag aber auch sonst „riechen“ wenn ich ihr was interessantes zum riechen geben will. Das Kommando meint also wirklich nicht suchen, sondern nur riechen.
Beim Trailen konnte ich das „riechen“ dann einfach übernehmen. Da wusste sie schon, dass es nicht sofort losgehen wird. Der Rest kam fast von alleine mit meinem ganz ruhig sein und dem klaren Ritual. Wenn ich mal gewartet habe weil aufgeregt, kam Vespa runter und wurde nicht frustriert. Aber da ist sicher nicht jeder Hund gleich.
Heute kann ich sie am Start sogar ein kleines bisschen pushen und den GG interessant machen. Mehr als dass sie dann auf die Hinterbeine steht und zum Geruch will, passiert nicht mehr. Auf dem Trail selber haben wir das irre und aufgeregte mit kürzerer Leine, engerem Shapen und dementsprechend kürzeren Negativen gut in den Griff bekommen. Das hat auch für den Start viel gebracht. Vespa will UNBEDINGT, hat aber gelernt strukturierter zu arbeiten. Rumflippern ist nicht erlaubt. Ich mache auch Pausen unterwegs wenns Sinn ergibt und hab da jetzt einen recht ruhig abwartenden Hund.