Find ich super, hörst du den alten Hasen hier so gut zu!
Ich persönlich kann dir erzählen - ich wollte mit ca 22 einen Saarloos. Die sind ja charakterlich auch seeeehr eigen. Einmannhunde, superintelligent, vorsichtig bis sehr unsicher, alleinebleiben oft schwierig bis unmöglich. Ich hab mir das absolut schöngeredet, wirklich mit viel Aufwand. Ich bekam dann in der letzten Minute doch noch eine Absage vom
Arbeitgeber und gab den Traum erstmal auf. Erst mit 39 habe ich dann wirklich einen Hund aufgenommen. Und - rate was für einen! Komplett was anderes. Einen Vizsla, also kooperativer Jagdhund der everybodys darling ist, der es liebt mit mir zu arbeiten, der immer Bock hat und gut in zwei Haushalten mit zwei Bezugspersonen klarkommt. Im Nachhinein - den Göttern sei Dank hab ich den Saarloos nicht bekommen, das wäre schief gegangen und es wäre zu Lasten des Hundes gewesen. Heute finde ich Saarloos immer noch tolle Hunde - wären aber wirklich nicht mehr meins und unpassend in meinem Leben.
Ich rate dir, schau, dass du einen unkomplizierten und anpassungsfähigen Hund nimmst. Einen der mit mehreren Personen kann. Einen der gern mit Menschen was tut und „JAAAAAAA!“ schreit, wenn du Tricks üben willst. Gerade weil sich nach 16 noch so wahnsinnig viel verändert innert kurzer Zeit.
Du kannst dich später immer noch steigern und Shibas, Löwen... äh, du weisst schon, anspruchsvolle Hunde halten.
Es gibt so ein Model, da gehts drum, dass die Herausforderungen im Leben durchaus ausserhalb der eigenen Komfortzone sein dürfen um einem wachsen und lernen zu lassen. Es gibt also einen Komfortbereich (bei dir: ab und an Hunde hüten, das kennst du gut), dann gibts einen aufregenderen Bereich (eigenen Hund erziehen! Ganz was anderes!) und dann gibts noch einen Kreis weiter aussen. Das ist jenseits der Wachstumszone und da ist man komplett überfordert. Sich auf Dauer da drin zu befinden macht überhaupt keinen Spass. Und man lernt auch nicht gut. Bei dir wäre das (schwieriger Hund als Ersthundehalter in einer Lebenssituation in der sich so vieles sonst abspielt, selbstständig werden, Beruf, Beziehung, Selbstfindung...).
Noch was - stellt euch darauf ein, nicht sofort einen Hund zu bekommen. Coronabedingt ist es momentan recht schwierig. Wichtig ist, dass dein Hund aus einer FCI Zucht oder aus einem guten Tierheim oder Pflegestelle kommt, also bitte nehmt keine Abkürzungen über Hobbyzüchter/Vermehrer/dubiose Privatabgabe.
Auch sehr hilfreich ist ein guter Hundetrainer! Vor dem Hundekauf. Der kann mit euch helfen den passenden Hund auszuwählen. Das ist etwas, was viele Trainer anbieten und wirklich hilft.
Bin gespannt, wie es bei euch weitergeht.