Ich habe null Erfahrung mit agressiven Tieren - darum hier nur meine Anerkennung für deine reflektierte, besonnene Art.
Meine Hündin kam aus dem TS und war eine ganze Ecke anstrengender als ich dachte. Sie konnte auf der Pflegestelle alleine bleiben, bei uns nicht mehr. War wohl das Fass voll nach 5 Wechseln. Draussen konnte sie die Reize kaum ertragen. Das erste halbe Jahr bestand also aus daheimhocken, trainieren, sich ablösen und 20 minütigen Stressspaziergängen. Ne ganz andere Baustelle als bei euch, aber auch bei uns konnten viele nicht verstehen, warum wir den aufgedrehten Hund behalten. Bei Vespa bestand aber objektiv eine grosse Chance, dass sie einmal recht gut (mit Management) mit unserem Alltag klar kommt. Und so kam es auch. Immer noch ist sie schnell hochgefahren, hält nicht alles aus, ist kein immerdabei Hund. Und doch ist es nach viel Blut und Schweiss ein Hund der zu uns passt. Hätte sich das langfristig nicht gebessert, hätte ich wohl abgeben müssen. Mit einem gegen mich aggressiven Hund käme ich nicht klar - bin da wirklich beeindruckt wenn Leute einen Weg finden damit umzugehen.
Ich finde es völlig legitim wenn du dir über eine Abgabe Gedanken machst. Für mich ganz persönlich käme ein Hund bei welchem ich immer 100% aufpassen müsste in meinem eigenen Zuhause nicht in Frage. Angst verletzt zu werden als Alltagsbegleiter stell ich mir wahnsinnig anstrengend vor. Wie gehst du damit um? Man ist ja nicht immer voll kontrolliert und will sich auch zu einem Teil mal unbeschwert und unbekümmert bewegen können. Von daher wäre für mich auch die Zwingeridee in einem solchen Fall echt eine annehmbare Lösung. Nicht ideal für den Hund, aber akzeptabel und gut für den Menschen.
Finde es super, lässt du da Profis draufschauen und bin gespannt auf die Einschätzungen.