Beiträge von Looking

    Ich denke, du schätzt den Hund richtig ein. Wenn Vespa dauernd Ansprache und Bespassung bekommt, wird die auch so.

    Nur - sieht der Besitzer dieses Verhalten überhaupt als Problem? Wenn nicht, wirst du kaum den Schuh in diese Tür bekommen.

    Ich mache ganz bewusst sehe wenig auf Spaziergängen und lagere Training (Trail und CC aber auch sonstiges) gern aus, sodass Spaziergang für sie Freizeit ist. Will ich bisschen mehr Aufmerksamkeit, übe ich mal was unterwegs. Will ich mehr Entspannung, steh ich auch mal länger irgendwo rum oder sitze auch hin und lese was bis der Hund die Langeweile akzeptiert und Hundedinge tut.

    Meine Vorsteherin (nicht jagdlich geführt) wäre drüber bei dem Programm.

    Bei uns 1-2h Spaziergang und Lösen

    Auf dem Spaziergang passiert nur selten was an Action. Mal zergeln oder einen Dummy suchen. Aber längst nicht jedes Mal.

    1x Woche Mantrailing (dann gekürztes spazieren)

    2x Woche Canicross oder am Rad (ebenfalls anstatt langer Runde)

    Ab und an am Wochenende eine kleine Wanderung oder Besuch. Immer vorsichtig, dass auf einen aufregenden Tag ein ruhiger, normaler folgt.

    Looking oder generelle Info: ich mache das mit den Pferden beruflich. Dort, wo ich meist arbeite, kann der Hund mich nicht begleiten, sondern muss sich im Aufenthaltsraum mit 3 anderen, freundlichen Hunden selbst beschäftigen oder schlafen. Natürlich darf er /sie raus, sobald ich mich nur noch unterhalte mit den Kunden oder so, und natürlich darf und soll dann auch ausgiebig mit den anderen auf den Wiesen gespielt werden. Aber Warten ist ein wichtiger Punkt.

    Zudem fahre ich auch manchmal in andere Ställe zum Beritt, hier sind die Gegebenheiten ganz unterschiedlich. Ich bin nie allein und es ist immer jemand da, der den Hund ism Auge hätte. Doch Jagdtrieb o.ä. wäre grundsätzlich fatal, es laufen immer irgendwo Hunde, Katzen etc herum.

    Gar keinen Jagdtrieb kriegst du nie garantiert, aber natürlich eine Tendenz. Und bei einem Hund mit kanalisierbarem Trieb (Labrador z.B.) wird es Arbeit brauchen, aber es ist machbar.

    Ich will hier noch den Hund aus dem Tierschutz einwerfen - kein Überraschungsei aus dem Ausland als Direktimport, aber ein Hund der hier schon ne Weile auf Pflege ist und beurteilt werden kann. Du brauchst keinen Spezialisten, einfach einen netten, verträglichen Hund mit guten Nerven. Die gibts.

    Wie siehts aus mit Jagdtrieb? Katzen im Stall? Muss der Hund am Stall frei sein können?

    Nochwas zum Fell (Unterwolle) - wenn der Hund bei jedem Wetter am Stall mitsoll, würde ich mir einen Hund mit gut Fell und nicht ganz Minimini aussuchen.

    Ruhe ist etwas, was so reizoffene hochgetaktete Arbeitsrassen erst lernen müssen. Meine (Jagdhund aus wohl schlechter Aufzucht und mit zuwenig Erfahrungen) kam mit 7 Monaten aus dem Tierschutz und schlief tagsüber nur, wenn man sie festgehalten hat auf dem Sofa mit Körperkontakt. Wenn es nach ihr gegangen wäre, hätte die auch den ganzen Tag Party gefeiert. Das war ein ganzes Stück Arbeit bis sie Ruhe konnte. Ihr jetziges Programm:

    1-2h Spazieren pro Tag

    Ab und an neue Umgebung oder neue Erfahrung

    1x/Woche Mantrailing (dann aber kürzere Spazierrunde)

    2x/Woche Canicross oder am Rad (ebenso gekürztes spazieren)

    Ab und zu (!) mal zergeln, Dummy suchen oder Leinenführigkeitstraining.

    Thats it.

    Anfangs waren es 3x20 Minuten Feldweg und alle 2-3 Tage was neues kennenlernen. Also ein langer Weg zum jetzigen Program)

    Kennt dein Hund eine Box (oder Kindergitter) als Ruheort drin? Das wäre vielleicht hilfreich.

    Wenn du anfangs das Programm runterfährst kann es zu einer „Erstverschlimmerung“ kommen. Die Stresshormone müssen erst abgebaut werden. Dein neuer Trainer kann dir da sicher einen guten Plan an die Hand geben.

    Wenn das mein Hund wäre, würde ich wohl noch das Futter gebauer anschauen und mir überlegen, den Hund beim spezialisierten TA vorzustellen um sicherzugehen, dass körperlich alles ok ist. Da muss nichts sein. Aber ist halt doof wenn man was verpasst. Ein Verhaltenstierarzt könnte auch Vorschläge machen was dem Hund beim entspannen lernen helfen kann (Da gibts vieles, je nach je passt aber was anderes. CBD, Rhodiola, L-Theanin, Aminosäuren usw).

    Bei uns ist dieses Eventtrailen (von Halloween bis Freisuchen) auch so ein Hype den ich nicht verstehe. Mich interessiert das nicht. Einzig „neue“ Umgebungen und Schwierigkeiten die meinem Hund helfen erfahrener und selbstsicherer zu werden finde ich wichtig. Ich mache also durchaus auch Seminare mit, wo was spezielles wie Hoch- und Tiefverstecke, Auto oder Wasser zum Tragen kommt, aber am Ende wirklich nur, wenn es für den Hund Sinn macht.

    Ich versteh nicht, warum du nicht z.B. einen Snuggle in sein Daheim bringen kannst. Dass er den Hund nicht im Bett will find ich verständlich. Aber irgendeinen Kompromiss muss er halt eingehen wenn er dich da haben will. Weil ohne Hund gibts dich nicht. Muss ehrlich sagen, ich würde auch keinen Hund im Bett akzeptieren. Nicht mal im Schlafzimmer (leichter Schlaf und Allergiebereitschaft). Aber mir wäre das Wohlergehen des Hundes meiner Partnerin SEHR wichtig.

    Kennst du seine Beweggründe? Die wirklichen? Ich hab das leise Gefühl, dass da mehr dahinter steckt und er sich nicht ganz wohl fühlt mit dem Hund an deiner Seite.

    Ansonsten - guck dir mal diese Snuggles oder Nooks an, geben schön warm.

    Weisst du, sich so viel einzugestehen nach so viel Kritik finde ich super. Du hast einen Fehler gemacht. Nicht weil du böse warst, sondern weil du es nicht besser konntest und wusstest. Der Fehler ist zwar ziemlich übel ausgegangen. Aber viel wichtiger als nie Fehler zu machen (schrecklich!) ist es, aus einem Fehler zu lernen und ihn nicnt nochmal zu machen. Das scheinst du nun zu tun und das finde ich sehr gut und wichtig. Hundehalterin zu sein bedeutet Verantwortung. Diese kostet einem ziemlich viel. Aber sie hilft auch, zu einem selbstreflektierten, empathischen und verantwortunhsbewussten Erwachsenen zu werden. Hut ab vor deiner Einsicht dass du noch ganz viel lernen darfst!

    Krisen sind immer eine Gefahr. Aber auch eine Chance.

    Und - arbeiten mit Trainer mach auch richtig Spass! Ihr werdet zu einem Team werden. Ich lese meinen Hund nun nach fast 2 Jahren sehr schnell und fast immer richtig. Das fühlt sich gut an, es entsteht Nähe und... es wird leichter zusammen wenn man die Sprache des Hundes kann.

    (Liebes, Forum, einmal mehr bin ich beeindruckt ob dem Engagement und der qualifizierten Antworten die hier kommen. Ich halte das für eine der hochwertigsten Ausgauschplattformen die ich je gesehen habe. ??)