Ich denk auch nicht, dass ihr das eh nicht „könnt“. Ich bin nur nicht sicher, ob ihr die Gebrauchslinien richtig einschätzt. Ich bin kein Labbi Spezialist, kenne nur einige. Aber kann dir vom Vizsla sagen, dass der oft anstelle einer Labratonne ausgesucht wird. Und dann kommt öfters mal das Erwachen. Weil eben der Alltag mit einem triebstarken, leistungswilligen und reizoffenen Arbeitstier ganz anders ist, als mit einem Begleithund.
Beispiel was meine Erwartungsliste für einen Arbeitshund vom Züchter wäre:
- wesensfest und nervenstark
- arbeitswillig aber nicht der triebstärkste Hund des Wurfes
- neugierig, aber kein Haudrauf
- gesund mit allen Abklärungen
- im Haus aufgezogen
- nicht zu gross und schwer
Siehst du den Unterschied zu deiner Liste?
Mein Hund kam aus dem Tierschutz - das bringt noch paar andere Baustellen mit. Trotzdem ist vieles von dem was Vespa mitbringt typisch für Arbeitshunde:
Sehr reizoffen und schnell abgelenkt. Training musste lange in kurzen Einheiten und an sehr ruhigen Orten stattfinden (Flur, Tiefgarage). Wald war lange gar nicht möglich. Schleppleine 20m im Matsch 2 Winter lang eine wahre Freude. Spazieren ist toll - aber ich muss IMMER wachsam sein und den Hund lesen weil Wild. Immer. Trödelspaziergänge mach ich ohne Hund. Das Program muss ich gut anpassen, zuviel wird schnell zum Problem. 1-2h spazieren an normalen Tagen geht, aber je nach Training und sonstigen neuen Erfahrungen muss ich mein Tagesprogramm anpassen. Einfach mal überall mitnehmen ohne Plan geht nicht.
Das ist kein Hexenwerk und der sorgfältig passende Hund vom Züchter hilft sicher. Aber man muss es auch so wollen.
Darum unsere Vorschläge, dir AL Junghunde in echt anzusehen.