Genug über die Rassewahl. Erziehen kann man jeden Hund. Habt ihr ein paar Antworten\Ratschläge, wie ich die Kommandos wieder hinbekomme?
Du verstehst nicht. Genetik kannst du nicht ändern. Natürlich hilft Konsequenz und gutes Training auch beim Husky. Aber du wirst den mit 99% Wahrscheinlichkeit nie kommandosicher machen. Weil: Rasse, Selbstständigkeit, Genetik.
Daneben braucht der Hund eine rassegerechte Auslastung, egal ob du darauf Bock hast oder nicht.
Googel mal Canicross. Bisschen weniger hardcore als das verlinkte Video. Bikejöring kann man übrigens auch etwas gemässigter auf breiteren Wegen machen. Oder eben: Mantrailing. Du wirst eine Auslastung brauchen, die MIT der Genetik des Hundes arbeitet wenn du ein glückliches Team werden willst.
Du glaubst also, dass du zwischen 3 und 7 kompetent genug warst, um eine Rasse einzuschätzen und das als Empfehlung für Hundehaltung im Erwachsenenalter zu nehmen? Eher nicht, oder?
Gut, du hast also deinen Husky nicht aus verantwortungsvoller Zucht (VDH) sondern vom Vermehrer. Du hast also weder die Rassebeschreibungen noch die Anforderungen gelesen vor dem Kauf. Und dich auch nicht über seriöse Zucht informiert. Schade! Das war leider ein Fehler. Seltsamerweise kommen viele Leute erst auf die Idee online zu recherchieren oder ein Forum zu fragen, wenn das Kind schon im Brunnen ist.
Ich schlage vor, dass du das jetzt nachholst und dann mal guckst, wir du deinem Hund gerecht werden kannst MIT seiner Genetik statt gegen sie. Das geht schon. Du wirst aber umdenken müssen.
Ähm - ich hab z.B. einen Jagdgebrauchshund und jage nicht. Aber. Das ist ein Hund aus dem Tierschutz. Empfindlich auf Geräusche und unsicher. Ähnlich wie Änni wohl eher nicht zu gebrauchen. Kam auch nicht vom Jäger zu mir. Und kriegt rassegerechte Auslastung. Ich finde, das ist was ganz anderes, als sich einen Hund vom „Züchter“ zu holen der für die spezifische Arbeit gemacht ist. Erinnert mich an RafiLe“s Projekt sich einen DD zu holen für die RHA. Obwohl es besser passende Rassen gäbe - die aber weniger exklusiv und „wow“ sind.
Es gäbe ja auch Hütis mit weniger problematischen Eigenschaften für den schaflosen Alltag.
Was genau soll denn den Fuchs auslasten? Nicht mehr als du mit Sam gemacht hast? Was wenn das nicht klappt? Plan B?
Tja. Vielleicht war deine Hündin aus der Kindheit ein Schaf, eine Ausnahme. Der Hund den du jetzt hast, benimmt sich ganz normal huskytypisch und darauf wirst du dich jetzt einstellen müssen. Hast du denn keine Rassebeschreibungen gelesen?! In JEDER steht, dass Huskys eigenständige, jagende Hunde sind die fürs ziehen gezüchtet werden. Das sind keine Border Collies oder Shelties in exotischer Optik.
Nun hast du die Hündin und wirst dich als Preis für die nette Optik mit den rassetypischen Eigenschaften auseinandersetzen müssen. Und nein, die wirst du nicht einfach mit Training los, du wirst nur einen bessern Umgang danit erreichen. Ich würd mir da einen Trainer (privat) holen der sich mit nordischen Rassen auskennt.
Gratuliere, dein Husky wird zum erwachsenen Husky und benimmt sich normal. Alles was dein Hund zeigt, ist rassetypisch und voraussehbar. Was genau ausser der schicken Optik hat dich denn bewogen einen Husky (eigenständig, mega Jagdtrieb, wenig will to please) zu kaufen? Du hast ja noch nicht mal vor Zughundesport zu machen? Warum zum Geier einen Husky für Agility?!
Update zum Thema biken - der Hund hat nun Spass daran ab und an mitzukommen und macht das super und motiviert mit (Wirklich schnelle Sachen machen wir ohne sie.)
Bezüglich Schlaf und Perspektive. Es wurde gesagt, dass der Welpe dann bald etwas mehr Wachphasen hat. Stimmt. Aber damit du die Grössenordnungen etwas besser siehst: meine 3jährige Hündin braucht ca 17h Schlaf und Ruhephasen. Das kann mal an einen Tag weniger sein, aber danach muss ich explizit Regeneration einplanen. Und das ist ziemlich normal - grad wenn in der Wachzeit viel los ist. Und das ist sicher der Fall mit zwei Kiddos. Heisst: manchmal ist es deutlich schwieriger einem Hund genügend Ruhe zu verschaffen als für Auslastung zu sorgen. Leider ist das wenig verbreitet und viele Hunde bekommen zuwenig Ruhe. Ich werde auch immer gefragt (Vizsla Hündin), wieviele Stunden ich täglich auslasten muss. Das ist einfach mehr in den Köpfen drin. Klar braucht der Hund auch was für die Beine und den Kopf, unbedingt. Aber wenn der Ruheteil nicht stimmt bekommt man einen gestressten, überforderten und in der Folge kranken Hund. Fast alle Krankheiten haben ja auch einen Stresszusammenhang. Mit zwei Kids die deutlich weniger Schlaf brauchen, wird das also immer Management von dir verlangen.
(Was bei und immer gut funktionierte sind Hörspiele. Das ergibt schnell ne Stunde frei für dich. Und den Hund.)
Die Frage ist nicht, was ihr ändern könnt. Können tut ihr fast alles. Die Frage ist, was ihr ändern wollt.
Kinder leben besser, wenn sie lernen sich zurückzunehmen, Lebewesen zu respektieren. Und das können sie erst lernen, wenn ihr das vorlebt, liebevoll Grenzen klarmacht und dem Welpen genauso wie den Kindern seine Bedürfnisse erfüllt: Rückzugsort den er selber aufsuchen kann (keine Box wo jemand eine Tür zumachen muss), genügend Schlaf (ja, die 18-20h Ruhe), Verständnis, Zuhören was er kommuniziert…).
Ich würde das jetzige Körbchen als Kuschelort behalten (aber nur wenn Hund will und ein Erwachsener im Raum ist) und ein neues besorgen, welches ganz alleine ihm gehört. Und da passiert nie was doofes, kein Spiel, kein Training, keine Krallen schneiden, NIX. Wenn er da drauf ist, ist er für alle tabu.
Kindergitter an Türen sind ein Segen. Hab ich mit der 7mt jungen Hündin die überreizt aus einer Familie in Ungarn zu uns kam auch so gemacht. Und ja, mein Sohn hatte verdammt viele Regeln im Umgang mit dem Hund. Im ersten Jahr mussten wir alle sehr zurückstecken. Ist es trotzdem eine innige Beziehung geworden? Ja. Mein Sohn liebt den Hund abgöttisch. Und nun wo das Kind bald 14 wird, kann ich die zwei auch mal ne Stunde alleine lassen. Warum? Weil mein Sohn jetzt genau weiss, was er darf und was nicht. In meiner Abwesenheit wird nur gekuschelt, nicht trainiert, nicht gespielt. Und der Hund hat gelernt, dass er ihm vertrauen kann. Das ist eine schöne Beziehung. Nicht „alles machen dürfen egal wie es dem anderen geht“.
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Ich hoffe, ihr entscheidet euch, dass der Welpe genau wie ihr ein Recht auf Gesundheit (Schlaf!), Kommunikation und Respekt habt. Ihr werdet es nicht bereuen. Und vorallem: jetzt ist es noch genug früh für ne Notbremse. Der Kleine kann noch euer Superfamilienhund werden. Wenn ihr das Umfeld und die Bedingungen bieten wollt. Wenn nicht, seh ich rabenschwarz. Fehler passieren. Aber sie sollten erkannt werden um wertvoll zu sein.