Beiträge von Muffinium

    Wir sind mit Muffin noch nicht so weit, dass wir ihn komplett ohne Leine laufen lassen können. Höchstens mal kurz auf wirklich ganz viel freier Fläche. Wir hatten es schon versucht, aber er hat seine Chance genutzt, so dass wir ihn unter anderem im Hochsommer zweieinhalb Stunden versucht haben "einzufangen". Außer in Hundeschulen auf deren Grundstück ist hier überall Leinenpflicht, so dass er hinterm Haus tobt. Dort ist er gut abrufbar. Es gibt schon Wiesen/Felder wo wir ihn mal losmachen, die widerum sind oft in der Nähe von stark befahrenen Straßen. In unseren Wäldern sind viele Jagdsitze, auch da ist er an der Leine.


    Sicher tun wir uns schwer ohne Leine aufgrund unserer Erfahrungen. Wie sieht das bei Euch aus mit dem Freilauf? Wann ungefähr (zeitlich oder von der Entwicklung her) sollte es ohne Leine funktionieren? Wir waren letzten Herbst auf einem richtig guten Weg mit Muffin und als wir ihn los machten, wollte er sich wieder nicht anleinen lassen. Es war wie ein Katz und Maus Spiel.


    In der Familie meines Partners waren immer Hunde, aber meistens Kleinere aus der Tierhilfe. Aber wir wollen besser werden und unser Herz hängt ganz fest an Muffin. Manche raten zum Privattrainer, aber das geht wirklich momentan finanziell nicht. Nicht aus Geiz, sondern weil wir einen Heimplatz für ein Familienmitglied mitfinanzieren müssen, was unser Budget stark belastet. Das geht zwar keinen was an, aber sonst hagelt es wieder Vorwürfe, dass einem der Hund das nicht wert sei usw....

    Kann nur dazu sagen, dass wir heute eine richtig gute Hunderunde hatten mit "nettem" Kontakt zu einem kastrierten Rehpinscher und die Leinen bleiben kurz, so dass auch ich deutlich weniger Stress habe. Werden jetzt beide die Roll-Leinen weglassen. Die normalen Leinen liegen viel besser in der Hand und die Führung funktioniert besser.

    Persönliche Frage: Warum sind hier manche so vehement und greifen einen fast schon persönlich an?

    Ist doch klar, dass im Moment ein Sonderstatus ist und wir den Abstand einhalten. Auf unserer Runde haben wir viele verantwortungsvolle Hundebesitzer getroffen. Es tat gut, dass sich die Menschen an die Regeln halten und man im Moment sehr auf Distanz ist.

    Erstmal lieben Dank an alle. Wir wissen leider nicht, was noch in Muffin "steckt". Er kommt aus Bulgarien und war bevor wir ihn bekamen in einem Tierheim, wo alle Hunde zwar eingezäunt aber frei herumliefen. Er war vorher schon in zwei anderen Familien, wo es nicht funktioniert hat und ihn das Tierheim wieder herausgeholt hat. Die erste Familie hatte kleine Kinder, die auf ihm reiten wollten und ihn als Spielzeug mißbrauchten, da er war er grade drei Monate alt. Danach kam er zu Leuten, die keine Zeit für ihn hatten und ihn in einen Zwinger packten. Dann kamen wir. Keine Kinder, viel Zeit für ihn, die er auch beansprucht, da merkt man schon die ca. 70-80% Border; das sagt zumindest unser Tierarzt.


    Muffin hatte anfangs viele Ängste. Er mochte keine Männer mit Kapuzen, keine kleinen Kinder (nicht angriffslustig, sondern er machte einen Riesenbogen darum), keine Kellertreppe, überhaupt keine offene Treppen, keine Türen, die zufallen oder zugehen und er ist auch heute bei harmlosen Geräuschen oft sehr schreckhaft. Vieles hat sich sehr gebessert, wir haben viel mit ihm geübt, ihn behutsam an Vieles herangeführt.


    Gestern Abend bin ich mit ihm mit einer kurzen Leine gelaufen. Er hatte dann viel weniger Spielraum und pötzlich wurde mir bewusst, dass vielleicht wirklich WIR das Problem sind, weil wir denken, dass wir ihm mit den anderen Leinen mehr Freiheit lassen, aber momentan sehe ich genau das als unseren Fehler. Zu unserer Wohnung gehört hinterm Haus eine eingezäunte Wiese. Dort rennt er für sein Leben gern herum und wir machen mit ihm Spiele wie Frisbee, Fußball aber auch Übungen, die wir aus Büchern oder dem Internet haben, ohne Spielzeug.


    Dann gibt es noch eine größere Wiese, die keine Hundewiese ist, sondern eine Möglichkeit, ihn mit einer kurzen Leine dran mal frei laufen zu lassen. Klappt inzwischen, war bis vor einem halben Jahr aber nicht dran zu denken, weil er ausgebüxt ist und wenn man ihn zurückholen wollte, kam er immer bis auf zwei Meter heran, um dann wieder das Weite zu suchen. Er blieb aber immer in unserer Sichtweite. Allerdings ging das oft stundenlang, bis wir ihn wieder anleinen konnten.


    Das Kennenlernen ohne Leine ist bei uns quasi nicht möglich. Überall ist Leinenpflicht. Es wird streng kontrolliert und es gibt Geldstrafen. Mag sein, dass Border-Collies nicht spielen, aber unserer war von Anfang an anders. Er liebte das Spielen mit anderen Hunden und hat selbst Hunde, die sonst nicht oder wenig spielen dazu "Überredet".


    "Hinterhältig" war eine Aussage meines Partners und von mir denke ich auch falsch formuliert.

    Es kam daher, dass man eben augenscheinlich schon am anderen Hund vorbei ist und plötzlich dreht sich Muffin weg und zwar so schnell, dass man kaum noch reagieren kann. An so vielen Menschen und auch an manchen Hunden kommen wir problemlos vorbei, aber auch da gibt es immer wieder mal die Situation, dass er sich umdreht und den Leuten hintergeht, die dann dann natürlich Angst bekommen, wenn sie merken, dass Muffin hinter ihnen ist. Er ist größer als ein normaler Border-Collie und hat noch nie einen Menschen angegriffen, jedenfalls nicht, seit wir ihn haben. Es gab auch noch nie einen Biss/Beißerei mit Hunden, aber er hat auch im Spiel eine gewisse Dominanz und geht sehr forsch und überlegen auf seinen Gegenüber zu, weshalb ich den Kontakt zu anderen, vor allem kleinen und "zerbrechlichen" Hunden oft vermeide, Sozialkontakte hin oder her.


    Zu Hause hört er sehr gut, aber sobald er draussen abgelenkt ist, wirds schwierig. Sein extremes Ziehen haben wir damals über die Hundeschule versucht besser zu machen, aber selbst der Tierarzt meinte, dass durch den starken Borderanteil das Problem nicht ganz weg sein wird. Noch kurz zu den "Verletzungen". Letzten Winter, es war auch glatt, standen mein Freund und ich im Park und zogen uns die Handschuhe an, da sah Muffin wohl irgendwas, zog weg, mein Freund verlor den Halt und fiel hin. Zwei Rippen waren angebrochen. Mein Freund ist ein großer und kräftiger Kerl, den so schnell nix umhaut. Das Glatteis war mitschuld. Ok. Es gab mehrere kleinere Geschichten, mal beim Toben ne Gelenkkapsel überdehnt oder eine Knieprellung, aber nichts , was Muffin uns bewusst "antut", oft auch durch eigene Dummheit. Nur wenn er stark zieht, hatten wir trotz Handschuhen schon öfters aufgeriebene Finger.


    Gleich gehe ich wieder mit den Beiden raus, diesmal komplett ohne Roll-Leine und ich halte beide kurz. Jetzt habe ich euch viel erzählt, danke Euch fürs Lesen und ich will versuchen, noch mehr auf Eure Fragen einzugehen, dann aber "kürzer". Möchte mehr über Muffin lernen, ihn besser "deuten". Bin sehr dankbar für Tipps und auch Kritik von erfahrenen Hundehalterndog-face-w-one-eye-open-blowing-heart

    Unseren Border-Mix haben wir mit fünf Monaten aus dem Tierschutz zu uns geholt. Er war bis vor ca. einem halben Jahr unser einziges Tier. Dann kam der Hund meiner Schwiegermutter noch dazu, ein ca. 12 jähriges Jack-Russel-Mix Mädel. Die fällt nicht großartig auf und schläft meistens. Manchmal gehen wir mit beiden Hunden gleichzeitig auf Runde, aber damit unser Großer nicht zu kurz kommt, kriegt er auch seine Extrarunden mit Spielen und Flitzen auf einem Hundeplatz. Mit ihm haben wir die Hundeschule besucht, mit mäßigem Erfolg, weil er den Trainerinnen zu "kompliziert" war und diese sich lieber über Tupperparties unterhielten, als sich mehr mit der Hundegruppe zu beschäftigen. Eine andere Schule war auf Dauer zu weit weg und ein Privattrainer geht momentan finanziell nicht. Das nur kurz zur Vorgeschichte.

    Unser Border-Mix wird im September drei Jahre alt und ist bisher nicht kastriert. Zurzeit haben wir immer wieder mal das Problem, dass er auf meist kleinere Rüden sehr agressiv reagiert. Er ist bei der Hunderunde schon fast an dem jeweiligen Hund vorbei, dann dreht er sich um, die Nackenhaare sind senkrecht, er knurrt, bellt und geht den anderen Hund richtig krass an, so dass ich die 22 kg kaum noch halten kann....die Folgen bei mir und meinem Partner sind offene Finger, Prellungen, Stauchungen, Zerrungen und Ärger mit den anderen Hundebesitzern und dass das Vertrauen in unseren Hund nicht gerade größer wird. Ich weiß auch einfach nicht, wie wir dann mit unserem Hund umgehen sollen. Es passiert auch nicht immer, nur manchmal. Ich traue mich kaum noch mit unserem Hund an andere Hunde heran, weil er zunächst ganz nett mit den anderen tut und plötzlich geht es dann in die andere Richtung. Es wirkt irgendwie fast "hinterhältig"crazy-dog-face

    Hat jemand von Euch eine Idee, warum das so ist oder was wir tun könnten, dass das anders wird? Bin für jeden Tipp dankbar.


    LG Micha

    Für mich ist es auch nicht immer nur Rasse....sondern schlicht der Charakterkopf eines jeden Hundes. Doch deswegen bin ich hier. Um Meinungen einzusammeln und das Beste davon für uns raus zu filtern. Eines Tages geht es ohne Leine, davon bin ich überzeugt. Mein letzter Hund war eine Deutsche Schäferhündin, die wir als Welpe bekamen, das war deutlich leichter, wenn man die ersten Lebensmonate des Hundes von Anfang an zusammen verbringt.
    Muffin gibt soviel zurück. Das wird schon alles. Auch ohne ein kleines Vermögen zu investieren. Liebe, Geduld und Zeit müssen von uns kommen :gut:

    Erstmal lieben Dank für eure Antworten und die guten Tipps :applaus:
    Wir haben Muffin ziemlich verkorkst aus einem Tierheim geholt, da war er 5 Monate alt.
    Jeder hat an ihm rumgezerrt, alle wollten nur mit ihm spazieren gehen. Zuvor war er schon vermittelt, aber da der Halter ihn manchmal in den Zwinger gesperrt hat, hat die Tierhilfe ihn dort weggeholt. Er wurde mit matschigem Essen vollgestopft, das gestunken hat, dass einem schlecht wurde! Als Abendportion gaben die uns im Tierheim 1,2 kg!!! Essen mit, dass wir zu Hause erstmal entsorgt haben.


    Er war gleich bei uns "angekommen", schlief viel und war immer in unserer Nähe.
    Er hatte viele Ängste, die wir nach und nach immer besser in den Griff bekamen.
    Die ersten drei Monate suchte er viel Ruhe, die er auch bekam. Mit sieben Monaten war er dann auch stubenrein. Im Tierheim gabs keine Zwinger, die Hunde hatten einfach verschieden Ecken für ihre Bedürfnisse.


    Wir haben offensichtlich die falschen Bücher gelesen und sowieso die falsche Schule mit ihm besucht. Sogar falsche Tipps vom Tierarzt bekommen, denn kaum was davon deckt sich mit dem, was ich hier lese. Einen persönlichen Hundetrainer können wir uns momentan nicht leisten. Die gibt's hier schon, für Geld gibt's fast alles. Hundeschulen sind von unseren Arbeitszeiten her schwierig und bis jetzt haben wir dort nicht gerade die besten Erfahrungen gemacht. ( Für uns schlechte Trainingszeiten, zu viel Leckerlis, Frauchen 45 Minuten lang in der prallen Sonne bei 35 Grad, Hundehalter, die nicht alle Latten am Zaun haben usw.)
    Wir brauchen Sachen, die wir gut auf der großen Wiese hinterm Haus üben können und beim Gassi gehen. Einiges habt ihr mir schon genannt. Muffin braucht "Gesellschaft". Er liebt es, mit anderen Hunden zu spielen, er tobt sehr gerne, kann aber auch die Ruhe selbst sein. Ich finde es nicht leicht, den Weg mit ihm straight zu gehen, da man so viele unterschiedliche Meinungen hat und in Muffin eben doch noch was "anderes" steckt und er nicht nur Border ist :winken:

    Hallo ihr Lieben und erstmal herzlichen Dank für die Willkommensgrüße... :winken:


    Wie ihr schon richtig erkannt habt sind 1,5 Std die Maximalzeit, die wir laufen, wenn frei ist, aber immer mindestens 30 Minuten. Border brauchen viel Bewegung, sind sonst nicht ausgelastet. Fußball oder Frisbee spielen wir einfach mal zwischendurch mit ihm auf der Wiese hinterm Haus. Da geht's nicht um Adrenalin oder Hetzjagd. Er ist nun mal kein Hund, der den ganzen lieben langen Tag nur frisst oder schläft und auf Gassi wartet. Er ist kerngesund, hat ein superschönes Fell und wiegt jetzt 20 kg mit 13 Monaten. Laut Tierarzt Idealzustand.


    Wir lassen ihn momentan gar nicht mehr von der Leine, egal wo. Es geht nicht anders.
    Im Schwarzwald wird viel gejagt; wir haben immer Angst, dass er im Wald von einem Jäger erwischt wird. Es ist schlussendlich immer alles nochmal gutgegangen, aber provozieren werden wir es nicht mehr. Leine weg. Hirn weg. Also mit Leine, auch egal, was andere Hundebesitzer im Wald sagen....ach...macht ihn doch los... die wollen doch spielen...gerne, aber momentan leider nicht mit uns. :roll: LG :hurra: