Du hast einen Hund, der - wenn die Rasseeinschätzung des Trainer passt - schon von der Genetik dazu tendiert, Konflikte in der Aggression zu lösen. Hinzukommt, dass die Hündin in den ersten Jahren offenbar diese Grundart auch ausleben konnte/durfte bzw vielleicht auch musste um in Rumänien zu überleben. Und bei einem solchen Hund kann es meiner Meinung nach solche Momente
nichts ungewöhnliches, nichts wo ich achtsam sein müsste.
nicht geben und das hätte dir der Trainer trotz Fortschritten ganz klar sagen müssen.
Der Hund lebt seit nicht einmal einem Jahr bei dir und ihr habt viel zusammen erarbeitet, aber das wird den Grundcharakter des Hundes und das Leben das sie vorher zwei Jahre lang geführt hat, nicht einfach auslöschen oder überschreiben.
Ich kann den Wunsch, des absoluten Vertrauens nachvollziehen, die Hoffnung darauf, dass der Hund sich unauffällig verhält, weil man so viel Arbeit, Zeit und Geld hineingesteckt hat. Aber ich fürchte, du wirst akzeptieren müssen, dass das seine Grenzen hat.
Es kann ein Happy End geben, aber das wird nicht so aussehen, dass du mit ausreichend Training einen normalen Hund erhalten wirst, sondern dass ihr mit Regeln und Management im Zusammenleben einen Kompromiss findet mit dem du zufrieden bist. Mehr wird nicht möglich sein.
Darum setz dich hin, gehe in dich und überlege ganz in Ruhe und ganz für dich allein, ohne Familie, Freunde, oder wer auch sonst rein reden will, ob du das willst und kannst. Du solltest dich nicht verpflichtet fühlen, den Hund zu behalten, weil er sonst ins Tierheim kommt und auch nicht, weil du schon soviel investiert hast (ich rede nicht vom Geld) oder weil du nicht aufgeben willst.
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Ich finde den gesamten Text so gut, und viele andere ja auch, dass mir wichtig ist, dass es viele Leute lesen, dashalb dachte ich: zitier ich den noch mal, mit der für mich wichtigsten Kernaussage.
"Du hast einen Hund, der - wenn die Rasseeinschätzung des Trainer passt - schon von der Genetik dazu tendiert, Konflikte in der Aggression zu lösen."
Und du hast keine Erfahrung und bist auf Trainer angewiesen.
Ich habe mehrfach angesetzt einen Tipp zu geben, nun mache ich es doch. Ich persönlich denke, dass man für "solche" Hunde noch klarer sein muss als für jeden anderen Hund und ich denke, dass "solche" Hunde ganz klare Regeln benötigen, die konsequent aber gerecht eingehalten werden sollen.
Lässt man "solche" Hund, wie deinen, viel "Freiheit", kann das nach hinten losgehen. (Freiheit und Freizeit würde ich geanauestens analysieren, denn deine Hündin hat dich ja "in ihrer Freizeit" angegriffen....und ich kann mir vorstellen, dass der Hund das nicht als "Freizeit" ansah.
Das ist nur eine Erklärungsversuch. Was mit dem Hund tatsächlich ist, kann nur von einem Fachmenschen begutachtet werden.
Ich würde so einen Hund immer begutachten lassen von einem fairen Ausbilder im sportlichen Schutzdienstbereich (der auch tatsächlich Begutachter ist! oder das wirklich kann-ich denke hier wären Empfehlungen gut und wichtig). Das Verhalten muss einschätzt und analysiert werden, sonst hat die Hündin in meinen Augen keine Chance.
Ansonsten, auch von mir ein Lob, für dein verantwortliches Verhalten!