Wenn man die Challlange "Hundehaltung" aufnimmt, dann kann die Hundehaltung zu einer Persönlichkeitsentwicklung führen. Man kann über sportliche Erfolge "wachsen". Man kann an Klarheit zugewinnen, weil Hund gut spiegeln können und genau sehen, wann es dem Menschen wirklich ernst ist und wann das Verhalten nur aufgesetzt ist.
Beispiel: Mein großer Collie.
Nach dem BC mit dem Hang zu Menschenwaden, hatte ich mich nach einem Hund gesehnt, der "alle Leute mag" (insgeheim).
Collies haben einen gemässigten Schutztrieb und sind eher zurückhaltend Fremden gebenüber, was ich wusste und sehr schätze.
Aber mein innerer Wunsch war jedoch: "Seht her liebe Nachbarn, ich kann auch Hundehalterin mit nettem Hund sein."
Und was macht das Colliechen?
Springt einfach den Besuch an und wenn der klein ist, dann fällt er um, is lustig. Wenn er nicht umfällt, dann spring ich den an (der Hundekopf ist dann auf Augenhöhe mit 1,70 grossen Menschen) und rammel den. Oder beiss in Jackenärmel und lass mich fallen.
So, da hatte ich also meinen kontaktfreudigen jungen Collie.
Ich also einen Vereinskollegen gefragt und dieser war zufällig ehemaliger DSH Halter und bei der Polizei Hundeausbilder.
Der hat sich das Bürschlein angeschaut.
Ende vom Lied: Hund ist gut und das muss einfach abgebrochen werden. Wir haben das ein paar mal mit Klapper- Schellen abgebrochen (vor ihm auf den Boden geworfen)und ich hab das noch ein paar mal zuhause gemacht. Und natürlich das richtige Verhalten bestärkt und vor allen Dingen habe ich vorausschauend den Hund gführt. Der hat NIE!!!!! wieder Menschen angesprungen! Ich habe damit nicht gerechnet, ich dachte das wird eine never ending Story. Nö! Macht er nicht mehr seit nunmehr 8 Jahren nicht
Und meinen Umgang mit dem Hund bei Besuch habe ich geändert und das hat nochmal etwas länger gedauert.
Ich lasse meine Hunde nicht mehr frei mit Besuch interagieren!
Das war immer eine Wunschvorstellung und ging immer wieder schief. Nämlich dann, wenn der Besuch gezwungen war, sich vom Hund zu distanzieren, sprich, wenn der BC Besuch Zeug vor die Füsse geworfen hat...dann hatte nicht ich Besuch, sondern der Hund. Was ja auch okay wäre, wenn Menschen nicht Menschen wären und natürlich nicht jeder Mensch weiss, wie man mit Hunden umgeht. Auch Hundehalter sind nicht immer erfreut, 3-4 Hunde an der Backe zu haben. Und ausserdem mag ich halt auch mal Besuch haben, der nicht mit dem BC stereotype Interaktion veranstaltet.
Ich erzähl das, weil das wirklich ein Meilenstein war bei mir. Was da bei mir auch innerlich abläuft. Ich war an der Stelle ganz weit ausseinander mit dem was ich nach aussen sagte und innerlich "irgendwie" wollte.
Ich musste mir klarer werden, meinen eigenen innneren Konflikt lösen, entzerren und für Klarheit sorgen.
Und so setze ich mich heute an den Stellen, wo was nicht läuft hin (oder das geht mir durch den Kopf-man bekommt ja Übung
) und überlege: Was will ich? Was machen die Hunde? Was sollte anders laufen? Wie bekomme ich es hin, dass es anders läuft?
Und mit dieser Einstellung habe ich zu den Situationen, die schief laufen einen grossen Abstand. Und auch auch wenns mal schnell gehen muss, handel ich halt und überlege danach, ob und wie da was zu feilen ist.
Ein weiteres Beispiel: Tür auf und zum Auto gehen, hat die verstorbene Hündin zum Start Signal eines Wettrennens mit Ende am Zauns stehen und kläffen deklariert. Und wenn dann draussen einer langgeht waren es vier Hunde die das "vertonten".
War jetzt nicht so wie ich mir das so vorgestellt hatte
(Zum Aussenzaun kommen die sonst nicht, nur wenn wir zum Auto gehen).
Die Dynamik der 2 BCs und 2 Collies habe ich nicht ändern können, solange die Hündin noch lebte, also musste ich managen. Hündin und grosser Collie an der Leine.
Nach und nach hat sich das (fast) in Luft aufgelöst. Der grosse Collie darf nur neben mir zum Auto gehen und einsteigen, aus die Maus. Und beim Aussteigen, geht es sofort in den Gartenbereich ohne über Los ( dem Aussenzaun) zu gehen.
Und nun noch was. Ich fange auch immer zuerst an, unerwünschtes Verhalten mit einem aufgebauten Abbruchsignal abzubrechen. So habe ich die wirklich mässige Leinenpupserei des neu hinzugekommenen Collies ganz easy in den Griff bekommen: Leine kurz, Hund auf die abgewande Seite, guten Abstand und "NEIN"!
Nach zwei hartnäckigen Leinenpöplern (ehemalige Hunde und der alte BC) mit langwieriger Therapie ein super Gefühl....
Hätte das so nicht funktioniert, hätte ich halt wieder einen Plan gemacht
Aber die Hunde machen das was sie können. Und wir Menschen sollten nicht vergessen, dass auch wir erstmal das machen, was wir können!