Na ja, es ist ja die Frage, OB man überhaupt gleich zu Anfang weiss, was man sich da ins Haus holt (ich rede nicht von einem Welpen).
Bei den meisten Zweithand-/TS-Hunden kommen die Eigenschaften ja nicht gleich am ersten Tag zum Vorschein, sondern der Hund wartet zuerst mal ab, wohin er da eigentlich geraten ist.
Erst mit zunehmender Selbstsicherheit und dem Wissen, eine eigene Familie zu "besitzen", kommen dann gewisse Unverträglichkeiten zum Vorschein.
Bei Vicky zum Beispiel sah man kaum etwas von Unverträglichkeit, weil sie in der Pflegefamilie sehr vorsichtig und zurückhaltend blieb. Es gab da 4 Hunde insgesamt und ein kleines Kind. Das Pflegefrauchen war also vollauf damit beschäftigt, das ganze Rudel einigermassen zu managen. Da fiel es nicht weiter auf, dass Vicky bei Hunde-Begegnungen leise knurrte und fixierte, aber (noch) nicht nach vorne ging. Ich vermute, das Pflegefrauchen hatte diese Warnzeichen gar nicht bemerkt.
Erst als sie bei mir mehr Sicherheit erlangte und langsam merkte, dass wir ein Rudel sind, begann sie, sämtliche Fremdhunde von "ihrem" Rudel fernhalten zu wollen. Es ist möglich, dass ein Schlüsselerlebnis eines "Tut-Nix" alles auslöste oder zumindest beschleunigte, als sie erst etwa 2 Wochen bei mir war.
Wir waren damals mit insgesamt fünf Hunden unterwegs auf einem schmalen Weg, als uns eine HH mit einem "Tut-nix" entgegen kam. Die Dame quetschte sich mit ihrer Labbi-Hündin mitten zwischen uns hindurch, statt zu warten, bis wir zur breiteren Stelle kamen, worauf Smilla völlig ausrastete (war als einzige nicht angeleint). Sie rannte hinter der Tut-Nix-Labbi her und kniff sie in die Hinterbeine (was diese völlig kalt liess). Vicky sah das Ganze und konnte nicht eingreifen, sie bekam fast einen Nerven-Zusammenbruch.
Ab diesem Vorfall wurde Vicky täglich ausfallender gegenüber anderen Hunden, was ich Dödel erst so langsam mit der Zeit merkte und viel zu spät zu reagieren begann
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Es war mir absolut nicht bewusst gewesen, dass ich einen "unverträglichen Hund" aufgenommen hatte geschweige denn, dass es eine bewusste Entscheidung gewesen wäre.
Aber natürlich waren diese Ausraster kein Grund, sie zurück zu geben. Seitdem arbeite ich daran mit immer besseren Ergebnissen.