ich hatte gestern einen totalen Schlüsselmoment. Jedi mag ja streicheln nicht so gerne bzw. musste erst lernen, dass meine Hände nichts böses sind. Bürsten ist demnach auch nicht so sein Lieblingsthema. Ich hab jetzt also 2 Jahre immer schön sanft trainiert und das schöngeredet und gelobt und schön gefüttert und getan und gemacht - ohne irgendeine Besserung. Das ganze endete immer frustrierend für uns beide, weils halt so gar keine Besserung gab und Jedi das bürsten immer noch genauso sch**** wie vor 2 Jahren findet. Gestern war ich so müde und so genervt von allem, dass ich ihn einfach auf seine Decke gelegt habe und ihm Kekse im Schnüffelteppich versteckt habe, in der Hoffnung mal schnell wenigstens die Beine zu kämmen. Ohne Witz, das war die beste Idee die ich hätte haben können! Ich konnte den ganzen Hund bürsten - Jedi hat es 0 gestört, er war total happy seine Kekse suchen zu dürfen und abgelenkt und ich konnte in Ruhe bürsten ohne mich aufzuregen. So genial, ich hab mich auch ertappt endlich mal Spaß gehabt zu haben. Das hatten wir beide. Richtig gut.
Das war für mich echt ein Schlüsselmoment. Wir HH machens uns und unseren Lakritznasen manchmal echt schwerer als es sein muss und setzen uns unter Druck weil "der Hund muss ja gehorchen" "das Bürsten muss doch jetzt mal klappen, geht ja bei anderen auch" , usw. usw. JA aber warum denn? Wenns doch mit dem Schnüffelteppich / Kong ausschlabern / ähnlichem positivem Hilfsmittel auch geht? Warum ist das teilweise so verpöhnt und gleicht im erstern Moment einer Niederlage oder Inkompetenz? Bei der Arbeit benutz ich ja auch zb ein Rechtschreibeprogramm - nicht weil ich kein italienisch könnte, sondern weil ich faul bin und mir Tippfehler passieren. Vielleicht hab auch ich das nur als Abkürzung / schummeln / negativ empfunden und bin deshalb in diesen Kreislauf "es muss funktionieren, Gehorsam wichtig, blablabla" geraten? Ich weiß es nicht und es ist mir auch egal. Ich bin nur froh über das Ergebniss und dass wir Spaß hatten und es uns beiden gut ging.
Nevado hasst bürsten auch und wir machen es genau so wie ihr. Er kriegt immer etwas zu knabbern oder draussen darf er Kekse suchen. So lange er beschäftigt ist, darf ich ihn ohne Drama bürsten. Aber sobald er seine Kekse oder was auch immer verspeist hat, hat er auch keine Lust mehr, dass ich ihn bürste. Ich finde das nicht schlimm und bin froh, wenn es so klappt. Bei anderen Dingen, wie z.B. Tropfen ins Auge geben, haben wir einen grösseren Kampf und da kann man ihn auch schlecht ablenken :/ Manchmal muss man halt Alternativen suchen, wenn etwas nicht klappt. Sei es Ablenkung oder im Fall der Augentropfen, sind wir auf Augencreme umgestiegen. Meinen Finger an bzw. in seinem Auge akzeptiert er mittlerweile, aber wehe wenn ich mit einer Pipette in seine Nähe komme, dann ist er sofort weg oder kneift seine Augen zu, so dass es ein Ding der Unmöglichkeit ist ihm Tropfen reinzutun ![]()