Beiträge von DerFrechdax

    Was hast du denn für einen Hund, einen Spitz? Die sollen ja recht meldefreudig sein.

    Unser Jungspund würde auch alles melden, was irgendwie aus der Reihe vorkommt, und wenn nur die Autotüren schlagen, weil der Nachbar heimgekommen ist oder wegfährt. Ich sag ihm a) dass er das lassen soll. Und b) sage ich ihm, dass alles okay ist und geh oft selbst demonstrativ schauen.

    Das beruhigt ihn tatsächlich. Inzwischen bellt er nur noch selten, meist brummt er, ich sage, ist okay, und er wendet sich ab. Dieses Abwenden belohne ich natürlich mit Stimme und lade ihn zb zu mir auf die Couch ein oder werfe ihm ein Spielzeug hin.

    Das Anspringen, da würde ich den Hund mit der Schlepp oder Flexi anleinen, wenn er nicht ganz sicher hört und immer gleich herrufen, wenn Leute auftauchen. Und dann natürlich sehr hochwertig belohnen. Irgendwann kommt dein Hund dann schon bei Sichtung von Leuten von selbst zu dir, weil Leute = Leckerli. Dann lauft ihr im "Bei Fuß" schön an den Leuten vorbei, und danach darf der Hund nach Freigabe von dir wieder weiter weg laufen.

    Sprechen die Leute den Hund an, bleib nicht stehen, dreh dich so, dass der Hund schräg nach hinten weg abseits von den Leuten steht, so dass sie ihn nicht anfassen können, bedanke dich fürs Kompliment mit einem Lächeln und geh einfach weiter. So lernt der Hund, dass fremde Leute im besten Fall egal sind bzw ein zu dir herkommen was ganz Tolles.

    Ich hatte für meine 50 Kilo Leonbergerhündin nur ein Halsband. Mit Geschirr hab ich bei der Gewichtsklasse gar nicht angefangen. Am Halsband wurde dann die Flexi zb in der Läufigkeit eingehängt, sonst lief sie immer frei, wurde kurz rangerufen, wenn ein Hund oder Leute entgegenkamen, und anschließend wieder losgelassen. Schleppleine hatte ich zwar für die Hundeschule, aber privat nie verwendet, da zu gefährlich.

    Im Grunde war es bei uns das vorausschauende Gassigehen, zur Not umdrehen, wenn Hund sich komplett hochspult, je nach Situation auch absitzen lassen, wenn der Erzfeind vorbeigeht, und einfach das Einfordern von Top Gehorsam. Ich war mit ihr wohl Welten konsequenter als ich es bei meinem Jungterrier jetzt bin (sehr zu meinem eigenen Leidwesen :partying_face: ), einfach weil ein so großer Hund funktionieren muss, fertig.

    Inzwischen finde ich Einhängen am Halsband und gleichzeitig am Geschirring vorne sehr effektiv, auch 17 Kilo herumspringender Terrier lassen sich so mit einer Hand führen.

    Dann körpersprachliches Ausbremsen, das lässt man sich am besten zeigen von einem Trainer. Der Hund lief bei mir tendenziell eher schräg hinter mir, gibt dafür bei mir das Kommando "hinter". Dann kann man den Hund mit dem Bein hinter sich halten.

    Herumflippen wurde von mir auch sehr deutlich "geahndet" und gab einmal, als sie mich fast über die Straße gezogen hat, weil da am Zaun ein Hund bellte, einen mega Anschiss, den sie sich für den Rest ihres Lebens gemerkt hat. Das war so gefährlich sowas geht einfach nicht. Danach war ich an den speziellen Stellen, wo Hunde hinterm Zaun randaliert haben, wachsamer und vor allem! Nicht mehr mit Schlappen unterwegs, sondern von da ab nur noch mit gutem Schuhwerk.

    Hat jemand auf die Schnelle einen Tipp fürs Management

    Das Problem, dass der Hund sich nach hinten umdreht, hatten wir hier bei Jack bei großer Erregungslage auch. Er hat sich ab und an umgedreht und entweder in den Senior geschnappt, was sofort zu einem Knäuel geifernder Terrier geführt hat, weil sich der Senior solcherlei Unbilden natürlich nicht gefallen lässt, oder er hat Ansätze gezeigt, mir in die Jeans knapsen zu wollen (blieb aber beim Anstübern) und hat meinen Mann einmal in die Jogginghose gezwickt und einen riesigen Anschiss kassiert.

    Inzwischen gehen wir meist zu zweit, damit die Hunde getrennt sind, wenn wir andere Hunde treffen, wir weichen aus, um nicht direkt an fremden Hunden vorbei gehen zu müssen und wenn s nicht anders geht, dann wird Jack kurz genommen, auf Armlänge von mir weggehalten und es heißt "Augen zu und durch". Wenn Jack seinen speziellen Blick bekommt, dringend ich auch nicht durch, deshalb spreche ich ihn auch nicht an, sondern lobe erst ruhig, wenn die Situation gut gelaufen ist und er sich hat durchführen hat lassen.

    Jack ist immer an der kurzen Leine zweifach gesichert, am Halsband und am Geschirr, weil er dazu neigt, sich aus dem Halsband winden zu wollen. Ist er an der Flexi/Schleppleine und wir müssen andere Hunde passieren, hänge ich ihn geschwind um, so dass ich ihn an der kurzen Leine besser unter Kontrolle habe.

    Zergel hab ich auch probiert, interessiert ihn leider nicht, wenn da ein Hund ist, zu dem er hin wollen würde.

    Würde mein junger Hund mir wirklich im Arm hängen, auch wenn ich danach "nur" blaue Flecke habe, hätte der sicher einen Maulkorb auf beim Gassi. Einerseits ist Jack mit Maulkorb wirklich ein bisschen gehemmt, weil irgendwie bedröppelt, wenn das Ding auf ist, andererseits ist es halt echt ein Schutz. Ich seh nicht ein, warum er sich bei mir abreagieren dürfen sollte, deshalb wär das mein Weg, wenn er sich nicht zusammennehmen kann und eine Ansage nicht hilft. Wenn er merkt, er kann mit Korb nicht und man da auch erzieherisch deutlich eingreift, denke ich, dass man den auch recht bald evtl. wieder weglassen könnte. Ist also wahrscheinlich eher nicht so, dass man bis an des Hundes Lebensende mit Korb rumlaufen müsste.


    Leinenbeißen macht nur der Senior aus Übermut, Jack hat glaub ich gar noch nicht gecheckt, dass hund sowas machen kann... also psst :shushing_face:

    Huhu, ich schnei hier mal rein aus dem Faden mit den ersten 4 Sätzen eures Buches :winken:

    Ich hab "Erlöse uns von den Blöden" von Monika Gruber und Andreas Hock fertig und muss sagen... Ich bin ziemlich enttäuscht :pleading_face:

    Ich bin jetzt kein richtiger Monika Gruber Fan, aber wenn ich mal ein paar Sätze oder einen Ausschnitt von ihrem Programm gesehen hatte, fand ich sie immer witzig, kritisch und grad heraus. Vielleicht ein bisschen nostalgisch und halt recht "bayrisch" traditionell, aber ich fand einfach ihre Art wirklich nett und amüsant und "hat bassd".

    Jetzt, das Buch, ja, was hab ich da erwartet, dass es halt so weitergeht, charmant, witzig, (selbst-)ironisch, Nagel auf den Kopf und so... die Kapitel, die aus ihrer Feder stammen, haben auch ihren Stil, man kann sie förmlich reden hören, vieles ist auch echt lustig, manches Ernst, zb die Dumpingpreise die Bauern erhalten, sie nimmt einiges politisch unkorrekt auf die Schippe, zb Feminismus und gewisse Auswüchse desselben und hat da auch keine Angst vor dem Echo.

    Andreas Hock allerdings, kommt weder charmant noch amüsant noch witzig daher, sondern klingt wie ein typischer fränkischer Grantler mit der wehleidigen Arie "früher war alles besser" in Dauerschleife. Klar hat er auch witzige Einfälle, aber im Großen und Ganzen hören sich seine Einlässe nörglerisch und jammerig an. Er schreibt auch recht ausführlich übers Gendern, aber obwohl ich kein Freund desselben bin, hört sich das aus seiner Feder irgendwie unangenehm an, wenn er von "selbst ernannter Sprachkontrolle" schreibt.

    Das vorvorletzte Kapitel würd ich am liebsten rausreißen. Okay, das Buch wurde Mitte oder Ende 2020 geschrieben, aber wenn Frau Gruber im Kapitel "schöne Neue Welt" mehrfach davon redet, dass sie sich trotz Pandemie das Umarmen und Abbusseln net nehmen lässt von irgendwelchen Kontaktbeschränkungen oder Abstandsregeln, hat das einen unangenehmen Nachgeschmack, besonders mit der aktuellen Situation im Hinterkopf, die ja noch ein vielfaches schlimmer ist als zum Zeitpunkt der Veröffentlichung.

    Sie spricht sich gegen zukünftige Impfungen aus, die es zum Zeitpunkt der Veröffentlichung des Buches noch nicht für alle gibt, und will lieber Sennerin auf der Alm werden als sich impfen zu lassen, weil sie mal eine Grippeimpfung nicht vertragen hätte.

    Wär sehr interessant zu erfahren, ob sie aktuell wirklich Sennerin geworden ist :winking_face_with_tongue: Ich glaub ich geh mal googeln....

    Alles in allem ein stellenweise lustiges Buch, das (bayrische) Tradition, Anstand und überhaupt alte Werte hochhält, den Zeigefinger immer mal wieder erhebt, mit scharfer Zunge anprangert und am Ende leider in die völlig verkehrte Richtung geht. Schade, ich hatte mich auf ein Gagfeuerwerk und viele "Ja genau, so isses"- Momente gefreut.

    So ist es ein Buch geworden, das mMn niemand so richtig gebraucht hat :frowning_face: