Ich finde, im Spiel im eingezäunten Beteich abrufen und unterwegs, wo es Wild gibt, sind für mich zwei Paar Schuhe, weil die Motivation des Hundes, sich für ein Nicht hören zu entscheiden, unterschiedlich ist.
Beiden gemeinsam ist, dass dein Hund (noch) lieber das tut, was er halt tun möchte, anstatt auf dein Signal zu hören.
Da würde ich ansetzen. Dieses "ein Team sein", "wir gehen jetzt mal zusammen unsere Hood ab" und nicht "ich will Spass, blöderweise hindert mich die olle Tante da hinten daran". Das erreiche ich, indem ich in ständigem Kontakt mit meinem Hund bleibe. Es gibt Hunde, da kann man träumen, und es gibt welche, da muss man aufmerksam sein oder anleinen, das ist einfach auch Typsache.
Seit mein Jungspund mir mit 6 Monaten einmal für ein paar lange Sekunden einer interessanten Spur außer Sicht nachgelaufen ist, läuft er überwiegend an der Schleppleine, mit Ziel Freilauf irgendwann natürlich. Mehrmals haben wir ein paar irre Rehe getroffen, die ich mit dem ausgestreckten Arm hätte berühren können, so nah kamen die an uns vorbei.
Kein Superrückruf der Welt hätte da funktioniert, mit Leine dran war es möglich, den Hund auf mich umzupolen und abzurufen.
Und dann gibt es natürlich schlaue Kandidaten, die genau wissen, dass ich ohne Leine keine Möglichkeit habe, einzugreifen. Die sind an der Leine manierlich und gehorsam, und ohne dann halt doch mehr nach außen orientiert.
Ganz fein auch die Exemplare, die nach dem erfolgten Rückruf erst mal gucken, warum sie kommen sollen und ob es was Interessantes zu verpassen gäbe 
Grundsätzlich achte ich drauf, dass der Hund nirgends rein geht, keine Wiese, kein Feld, sondern am Weg bleibt. Dann, es wurde schon angesprochen, der Radius. Blick zu mir oder freiwilliges herkommen zu mir ohne Befehl dazu wird hier immer! belohnt und gelobt.
Und, kommen wir an Ecken, wo ein Gehorchen unwahrscheinlich wäre, da fremde Hunde, unwiderstehliche Karpfenweiher oder Wild, wird angeleint.
Manche Hunde kannst du nie richtig ableinen, andere werden ruhiger, wenn sie älter werden.
Auch beim Abrufen unter Ablenkung wäre es gut, auf den passenden Moment zu achten. Vielleicht stimmt auch dein Timing nicht und du bist zu spät, wenn Herr Hund schon im Tunnel ist. Und, was ich auch gelesen habe, manche Hunde tun sich leichter, auf Distanz Sitz oder Platz zu machen anstatt immer zu einem zu kommen, wenn Passanten oder Radfahrer auftauchen. Muss man dann je nach Hund sehen.
Wenn man ab und an auch solche Sachen übt und ausprobiert, hat man auch wieder einen aufmerksameren Hund. Also, natürlich piano und nicht die ganze Zeit nur üben. Aber ab und an nutze ich schon Situationen, um das Gelernte zu festigen. Je besser man sich dann kennt und Vertrauen zum Hund hat, umso öfter kann man dann kurze Freilaufmomente einbauen, die man dann ausweitet.
Ich wünsche euch viel Erfolg!