Meine bald 23-jährige Tochter hat nun knapp 14 Jahre Hundeplatzerfahrung. Sie fing wenige Tage nach ihrem neunten Geburtstag mit unserem damals zehn Wochen alten Irish Soft Coated Wheaten Terrier-Welpen in der Welpengruppe an und absolvierte die gesamte „Hundeplatzkarriere“ bis zur Begleithundeprüfung mit ihm. Anschließend führte sie ihn im Sport. Als sie 19 Jahre alt war, zog ihr eigener Wheaten bei uns ein.
Auf diese Rasse kamen wir damals, weil wir einen mittelgroßen, familientauglichen, nicht überzüchteten Hund suchten. Eigentlich hatten mein Mann und ich eher vom großen, schwarzen (dunklen) Hund geträumt. Er wollte einen gestromten Boxer und ich liebäugelte mit einem Berner Sennenhund. Diese und ähnliche Rassen schieden jedoch u.a. wegen der schlechten Gesundheit aus. Rassen wie der Schwarze Terrier und der Bouvier des Flandres wurden auf „nach den Kindern“ vertagt, weil sie einfach nicht in einen trubeligen Familienhaushalt passen. Zudem wollten wir unbedingt vermeiden, dass Freunde unserer drei Kinder (wir haben noch zwei jüngere Söhne) nicht mehr zum Spielen kommen dürfen, weil deren Eltern Angst vor dem großen Hund haben. Genau dies ist mir nämlich selbst passiert, als meine Tochter eine Kindergartenfreundin hatte, die auf einem Bauernhof mit Mastiff als Hofhund lebte.
Als Ende 2019 unser Familienhund gestorben war, haben mein Mann und ich kurz wieder an den Schwarzen Terrier oder den Bouvier gedacht. Unsere Tochter hat berechtigterweise ihr Veto eingelegt und uns nachdrücklich erklärt, dass sie definitiv keinen Hund möchte, den sie im Notfall nicht auch halten, hochheben und zumindest ein kurzes Stück tragen kann. Bei einer Verletzung auf freiem Feld und bei Alter und Krankheit des Hundes erschien ihr dies unverzichtbar. So zog schließlich ein weiterer Wheaten Terrier bei uns ein.
Aus Erfahrung kann ich dir sagen, dass es auch bei einem mittelgroßen, blonden Hund der 20-Kilo-Klasse niemand mit schlechten Absichten tatsächlich darauf ankommen lässt. Das Gebiss ist nämlich keinesfalls kleiner, als bei so manchem Schäferhund. Und obwohl unsere Hunde keinen Schutztrieb haben, haben sie sehr feine Antennen für ungute Situationen und würden im Ernstfall sehr wohl reagieren.
Allerdings sehe ich keinen Hund, gleich welcher Rasse, mit deiner Tochter und deren Clique im Park abhängen. Das wollte ich weder Kind noch Hund zumuten.