Beiträge von Eni46

    Hm, da hat sich im Umgang damit m.A.n. aber auch einiges gewandelt. Zumindest zwischen meiner Kindheit und der meiner eigenen Kindern. (Du bist altersmäßig die Generation dazwischen.)

    Als ich Kind war, wurde mit Kindern ohne Vater und ganz besonders ohne Mutter sehr mitleidig und verschämt umgegangen. Das Thema wurde krampfhaft vermieden, vermutlich weil man nicht in Wunden stochern wollte. Daher war ich zuerst auch sehr überrascht, wie offen das bei und von den Kindergartenkameraden meiner Kinder kommuniziert wurde. Da fielen völlig selbstverständlich so Sätze wie: „Meine Mama wohnt jetzt im Himmel, weil sie vor den Zug gelaufen ist.“ oder „Meine Mama war ganz arg krank, aber jetzt ist sie ein Stern und ihr geht’s wieder gut.“ Oder auch beiläufig beim Schlittenfahren stolz und mit strahlenden Augen: „Den vielen Schnee hat uns meine Mama geschickt.“

    Ich fand und finde das gut und sehr entlastend. Kein Vergleich zu damals, als um verwaiste Kinder eine Wand aus Trauer, Mitleid und Schweigen aufgebaut wurde. Mittlerweile bin ich in der glücklichen Lage, dass ich meine Kinder sozusagen groß bekommen habe. Aber im Falle meines frühzeitigen Todes hätte ich mir sehr gewünscht, dass man damit offen und selbstverständlich umgeht und die Kinder nicht in „ihr Schicksal eingemauert“ werden.

    Zu den Kindergarten- und Grundschulzeiten meiner Kinder wurde gebastelt. Wie das inzwischen aussieht, weiß ich nicht. Damals wurde das aber sehr offen gehandhabt. Ein Kindergarten- und Grundschulkamerad meiner Tochter, dessen Mutter verstorben war, hat bspw. für seine Tagesmutter, die ihn nach der Schule betreut hat, gebastelt. Und das hat er aus meiner Sicht sehr gerne getan und war superstolz auf sein Geschenk. Zwei Kindergartenkumpels meines jüngsten Sohnes, die ebenfalls keine Mutter mehr hatten, haben ihre Muttertagsgeschenke freudig und stolz ihrem Papa überreicht. Der zugehörige Gedichttext wurde von den Erzieherinnen angepasst.

    Bei einer Abstimmung, ob gebastelt werden soll oder nicht, würde ich mich glaub enthalten. Aber von dem, was ich von außen mitbekommen habe, wurden die mutter- bzw. vaterlosen Kinder gut aufgefangen und standen nicht alleingelassen mit einem Geschenk ohne Empfänger da.

    Elvis hat die BH mit 2 Jahren gemacht. Fynn war knapp 4,5 Jahre alt, weil wir zweimal an Prüfungsterminen im Urlaub waren und wegen Corona einige Zeit keine Prüfung bei uns im Verein angeboten wurde. Kuno ist mit 1,5 Jahren gelaufen und durchgefallen, weil er wegen einer läufigen Hündin seine bunten Murmeln kaum sortiert bekam. Seitdem gab es keinen Prüfungstermin mehr. Aber beim nächsten, vermutlich im Herbst, ist er dabei.

    Das ist tatsächlich ein Thema, auch bei medizinischen Indikationen. Es gibt nur sehr wenige Ärzte, die bereit sind, einen Schwangerschaftsabbruch durchzuführen. Und weder Ärzte noch anderes medizinisches Personal kann dazu verpflichtet werden, an einem Schwangerschaftsabbruch mitzuwirken. In vielen Kliniken ist es schwierig, ein entsprechendes Team zusammenzustellen.

    Und die, die es machen, riskieren Strafe, wenn sie öffentlich darauf aufmerksam machen.

    Nicht nur Strafe sondern auch Angriffe aller Art bis hin zu Morddrohungen und Anschlägen.

    und es würde, in Deutschland, kein Arzt machen

    Das ist tatsächlich ein Thema, auch bei medizinischen Indikationen. Es gibt nur sehr wenige Ärzte, die bereit sind, einen Schwangerschaftsabbruch durchzuführen. Und weder Ärzte noch anderes medizinisches Personal kann dazu verpflichtet werden, an einem Schwangerschaftsabbruch mitzuwirken. In vielen Kliniken ist es schwierig, ein entsprechendes Team zusammenzustellen.