Alles anzeigenwurden die mutter- bzw. vaterlosen Kinder gut aufgefangen und standen nicht alleingelassen mit einem Geschenk ohne Empfänger da
Nein, davon gehe ich auch nicht aus.
Aber für mich hat das dann einfach was von "in Wunden stochern".
Aber vermutlich auch, weil ich zwei Freundinnen (eine im KiGa und eine in der Schule) ohne Mama hatte.
Und die haben des Öfteren geweint, weil Mama nicht (mehr) da war.
Ganz ohne Basteln.
Ok, vielleicht hat mich das so geprägt.
Hm, da hat sich im Umgang damit m.A.n. aber auch einiges gewandelt. Zumindest zwischen meiner Kindheit und der meiner eigenen Kindern. (Du bist altersmäßig die Generation dazwischen.)
Als ich Kind war, wurde mit Kindern ohne Vater und ganz besonders ohne Mutter sehr mitleidig und verschämt umgegangen. Das Thema wurde krampfhaft vermieden, vermutlich weil man nicht in Wunden stochern wollte. Daher war ich zuerst auch sehr überrascht, wie offen das bei und von den Kindergartenkameraden meiner Kinder kommuniziert wurde. Da fielen völlig selbstverständlich so Sätze wie: „Meine Mama wohnt jetzt im Himmel, weil sie vor den Zug gelaufen ist.“ oder „Meine Mama war ganz arg krank, aber jetzt ist sie ein Stern und ihr geht’s wieder gut.“ Oder auch beiläufig beim Schlittenfahren stolz und mit strahlenden Augen: „Den vielen Schnee hat uns meine Mama geschickt.“
Ich fand und finde das gut und sehr entlastend. Kein Vergleich zu damals, als um verwaiste Kinder eine Wand aus Trauer, Mitleid und Schweigen aufgebaut wurde. Mittlerweile bin ich in der glücklichen Lage, dass ich meine Kinder sozusagen groß bekommen habe. Aber im Falle meines frühzeitigen Todes hätte ich mir sehr gewünscht, dass man damit offen und selbstverständlich umgeht und die Kinder nicht in „ihr Schicksal eingemauert“ werden.