Beiträge von Munchkin1

    Naja, es ist auch nicht meine Motivation und trotzdem erbringen mein Hund und ich Leistungen. Was ist denn das für eine Logik?!Wenn du hohe Leistungen erbringen willst, kannst du nicht ohne hohe Motivation ausbilden. Aber du kannst es ebenfalls nicht, ohne in das Spiel klares Schwarz und Weiß einzubringen. So, wie es diese Hunde übrigens lieben und brauchen und deutlich entspannter leben, wenn sie genau wissen, was geht und was nicht.

    Weichei-Fraktion heißt was genau? Da würde mich jetzt mal eine genaue Defintion interessieren.

    Aber genau das ist der Knackpunkt in der ganzen Sache fürchte ich: die hohen Leistungen.
    DAS ist nicht meine Motivation. Ach, es ist schwer in Worte zu fassen, ich möchte auch niemandem zu nahe treten. Ich versuch es mal zu erklären.

    Ich bin Anfänger im Hundesport. Es macht mir Freude, den Sport zusammen mit meinem Hund zu entdecken. Es macht mir Freude zu sehen, mit welchem Elan er an die Sache ran geht und was wir zusammen erreicht haben und noch weiter erreichen werden.
    Gleichzeitig weiß ich sehr genau, dass ich niemals an irgendwelche Top-Hundesportler heran kommen werde. Was auch ok ist, das ist nicht mein Ziel.
    Ich KANN da auch gar nicht heran kommen, aus rein gesundheitlichen Gründen meinerseits. Somit ist es für uns einfach der falsche Weg, wegen möglicher Leistung eine Art Training zu absolvieren, die vielleicht noch mehr aus diesem Hund holen würde, ihn noch weiter fördern würde. Mailo hätte ohne weiteres das Zeug und den Willen für hohe sportliche Erfolge.
    Ich aber nicht.
    Mein Ziel ist eigentlich nur, dass mein Hund und ich eine gemeinsame Beschäftigung haben, eine sinnvolle Beschäftigung jenseits von stupidem Gassi gehen und Bällchen werfen.
    Ich nehme Vorschläge gerne an, probiere, was sich für uns richtig anfühlt. Wir schnuppern, probieren, üben und wandeln ab, wie wir es für richtig halten.

    Deswegen sagte ich Weichei-Fraktion.
    Weil ich, wenn ich ehrlich sein soll, Mailo eher als Therapeuten denn als Sporthund brauche. Und die Rolle hat er auch super übernommen.
    Aber wenn ich Aussagen höre wie ich dürfte ihn an bestimmten Körperstellen nicht streicheln oder er dürfe mich nicht beschmusen, dann geht das nicht konform mit meinem Verständnis von der Bindung/Beziehung zwischen Hund und Halter.

    Wie gesagt, es ist verflucht schwer zu erklären und bitte zerreißt mich nicht gleich in der Luft.
    Für mich fühlt sich dieses Extrem eben nicht richtig an. Abgeschwächt, angepasst, moderat mache ich eigentlich auch nichts anderes.
    Wenn wir Fährten gibt es das Futter vom Boden. Für UO gibt es Futter aus der Hand. Den Großteil seines Futters gibt es für Training. Aber warum soll ich dogmatisch meinem Hund die Mahlzeit verweigern, damit er sie am nächsten Tags vom Boden fressen kann, wenn ich weiß, dass dieser Hund ohnehin so hungrig ist, dass er suchen wird? Oder wäre die Alternative besser - Fähnchen im Wind spielen und behaupten, sich an Regeln zu halten, obwohl man es nicht tut?

    Für Jemanden, der hohe sportliche Erfolge erreichen will, der Meisterschaften anpeilt und Preise sammeln will, mag das der richtige Weg sein. Aber so jemand bin ich eben nicht


    Mit großen schwarzen Hunden, Schäfer-Optik o.ä. ist man da etwas geschützter.

    Ähnlich nö, ist man nicht unbedingt.
    Mein Schäfer ist zwar nicht schwarz sondern grau, aber groß wie ein Kalb. Und dennoch gehen die Meinungen auseinander a la
    „Wo kann man denn Wölfe klauen?“
    „Oh der guckt so lieb“
    „Waaaaa Kampfwolf“

    Da hilft es übrigens nicht wirklich, wenn der Kampfwolf Frauchen auf den Schoß hoppelt und schmusen will.

    Wir haben hier ebenfalls die „Nicht Anfassen“ Aufnäher, dazu ein neongelbes „Nicht anfassen“ Halsband und einen bösen Blick von mir und kommen so halbwegs unbeschadet durchs Leben.

    Ich möchte nicht, dass er gestreichelt wird, weil er zum einen viel zu groß ist und sich freut und dann anspringt. Das soll er nicht verallgemeinern.
    Zum anderen soll er auf mich achten und nicht auf potentielle Streichelkandidaten.
    Und außerdem - WENN es blöd kommt und was passiert (Dreck an der Jacke, unbekannte Allergie, was weiß ich was) möchte ich ein sauberes Gewissen haben

    Tja, hier scheint sich dann die Creme de la Creme der alten Schule versammelt zu haben.
    Ich kenne im Umkreis zwei Vereine: den gestern beschriebenen und einen am anderen Ende der Stadt. Beide habe ich mir live angeschaut, obwohl da bereits im Bekanntenkreis abgeraten wurde. Und beide haben sehr ähnlich gearbeitet, hatten eine ähnliche Klientel dabei und eine Atmosphäre, in der ich mich nicht wohlgefühlt habe.

    Ich weiß, dass es anders geht und selbstverständlich hat mein Hund auch schon bei Bedarf den einen oder anderen Anschiss bekommen und das sieht mit Sicherheit auch nicht immer nett und lieb aus, wenn da 40kg den Kopf gerade gerückt bekommt.
    Aber grundsätzlich ist das eben nicht meine Art zu arbeiten. Ich gehöre lieber der Weichei-Fraktion an, stehe ich offen zu.

    Vielleicht ist die Quintessenz auch, dass wir uns nicht für den Hundesport eignen und uns auf lange Sicht dagegen entscheiden.
    Ich bin der Überzeugung, dass ich aus Freude einer Beschäftigung nachgehen muss und motiviert dran gehen muss. Aber ich werde nicht gegen mich selbst, gegen mein Gefühl arbeiten, um Leistung zu bringen. Das ist nicht meine Motivation

    In Maßen kann ich ja vieles mitmachen.

    Selbstverständlich gehe ich nicht Fährten, wenn der Hund pappsatt ist (wobei dieser Hund nie pappsatt ist), aber 24 Stunden hungern?
    Da müsste ich Angst haben, zu schlafen.

    Ich füttere auch aus der Hand bzw bei der Arbeit. Eigentlich auch recht viel, nämlich seine ganze TroFu Ladung. Aber das Abendessen gibt es aus dem Napf, das ist für ihn Tagesabschluss, denn danach ist nur noch einmal pieseln und dann gnadenlos Ruhe.

    Und streicheln werde ich ihn, soviel ich will, da hat mir niemand reinzureden. Im Übrigen braucht Mailo das auch. Jeder, der einmal seine „Kuschelattacke“ gesehen hat, also den 40kg Schäferhund, der auf dem Bauch zu mir robbt, auf mich drauf, die Schnute überall hin drückt und schlabbert, der hält es für sadistisch, das zu verbieten.

    Nö, da bin ich bockig. Lieber weniger aber hochwertig

    @Munchkin1 ich fühl mit dir |) :headbash:
    Was ich mir anhören durfte auf der ersten Prüfung wo der Zwerg mit war und genrell.. Ich verzärtel den Hund, "das kannst du mit nem Mali nicht machen !" (aufm Schoß haben und knuddeln :ugly: ) , d musst dies du musst das blabla..

    Dafür liebe ich meinen Trainer einfach.

    Im Kaufpreis hatten wir 6 Monate Welpenschule Grundgehorsam und für die ganz mutigen erste Schritte in den Hundesport mit dabei, also mit Babyschritten Fährte und Schutzdienst.

    Bei der ersten Schutzdiensteinheit für den Zwerg kam die Ansage: „Du setzt dich mit ihm an den Rand, schön weit weg von uns. Nimm ihn auf den Schoß und macht es euch schön, alles ist erlaubt - kraulen, Futter, säuseln, Hauptsache er merkt, dass er sich trotz des Bellens, Knallens, Brüllens entspannen und wohl fühlen kann.“
    Jupp, den Tag haben wir beobachtend am Platzrand verbracht, das Hundekind auf meinem Schoß, Beschluss und bekuschelt, ab und an kamen die anderen Halter mal vorbei und haben ebenfalls gekuschelt und gesäuselt.

    Und das merkt man: ALLE Hunde freuen sich auf das Training, sobald sie unseren Trainer sehen, muss er wedelnd und leckend begrüßt werden (und er begrüßt die Hunde, indem er sich auch lecken lässt), es herrscht keinerlei Aggression auf dem Platz, kein Konkurrenzdenken, sondern ein harmonisches Miteinander. Die Hunde können nebeneinander liegen (Ressourcen natürlich getrennt voneinander), die Menschen schnattern, jeder wird sofort herzlich aufgenommen. Es ist einfach total entspannt, jeder hilft, wo er kann, wenn etwas nicht läuft, lacht man gemeinsam drüber, wenn der Hund mal total rotzblöde ist, meckert keiner, weil er mal länger warten muss, sondern es dauert hat, solange es dauert

    Vielleicht zuviel erwartet, aber sowas wünsche ich mir zusätzlich in der Nähe.
    Wir kommen übrigens aus Rostock, also wenn hier jemand einen guten, harmonischen Hundesportverein kennt, bitte Geheimtipp verraten.

    Also nicht ungewöhnlich, dass er noch auf 3 Mahlzeiten besteht. Dann soll er die auch haben. Morgens Frühstück bei der UO, mittags Fährten, abends Flockenfutter.

    Ich war heute im Hundesportverein am Tag der offenen Tür. Boa hat’s mich gegruselt. Ich pack das mal in einen Spoiler, ist doch lang geworden.

    Spoiler anzeigen

    Ich mein, klar, mit meinem LZ Schäferhund war ich schon die Klientel, die man gerne da sehen würde. Und es reizt mich schon, öfter unter Anleitung zu trainieren.
    Aber ich weigere mich beharrlich, meinen Hund vor jedem Fährten mindestens 24 Stunden hungern zu lassen („Das steigert die Motivation zu suchen“), ich lasse mich ungern mit „Typisch Mädchen“ auslachen, wenn ich darauf bestehe, dass der Hund als Abendritual zum Abschluss des Tages einen Napf mit Flockenfutter oder was ähnlich leckerem bekommt („So wird da nie ein vernünftiger Hund draus, Schäferhunde dürfen ihr Futter nur aus der Hand und nur für Arbeit bekommen“) und dass ich meinen Hund nicht am Kopf streicheln darf („Das ist ein Zeichen von Dominanz, Hunde sind nicht imstande zu lieben, der braucht also gar nicht gestreichelt werden, allenfalls mal an die Seite klopfen“) hat den Abschluss gebildet.
    Und überhaupt sei das ja kein echter Sporthund, weil der viel zu ruhig übers Gelände läuft ohne auf andere Hunde zu reagieren oder sich über Menschenmengen zu ärgern. Ähm... nö sehe ich nicht so. Bronto ist halt Ultra-gut-sozialisiert und zudem war er mit schnuppern beschäftigt. Warum sollte er da ausflippen?

    Nein, so möchte ich nicht trainieren.
    Ich möchte meinen Hund knuddeln und von ihm geknuddelt werden, solange es und Spaß macht.
    Ich möchte mit Futter experimentieren und zuschauen, wie er sich genüsslich die Wampe vollhaut, sich rülpsend umdreht und pennen geht.
    Ich möchte keine Maschine, ich will einen Hund.

    Also bleibt es dabei, ich trainiere weiterhin mit seinem Züchter selten aber dafür mit gutem Gefühl und vermurkse den Hund guten Gewissens durch Napffütterung und Streicheleinheiten an allen greifbaren Körperteilen.


    Ich geh jetzt verbotene Liebe nachspielen.

    Hier ist offenbar wieder Wachstum oder zumindest Entwicklungsschub Thema.

    Der Dino steht (seiner Meinung nach) mal wieder am Rande des Hungertodes. Direkt nach dem Fressen geht es, da kann man sich zufrieden hinlegen und schnarchen.
    Aber wehe es vergehen länger als 8 Stunden zwischen den Mahlzeiten... Dann fetzt hier ein wilder, hungrig jaulender Wolf durch die Wohnung, völlig unkontrolliert, jagt alles mögliche - Schuhe, seine Rute, meine Handbandage. Egal, Hauptsache Beute. Es ist übrigens unabhängig von Bewegung am Tag, wir haben das Spiel an Ruhetagen ebenso wie an bewegungsintensiveren Tagen, sogar direkt nach dem Training, wenn Herr Hund eigentlich völlig fertig ist, kommt der Hungerterror.

    Eindämmen kann ich das nur mit einer Zwischenmahlzeit, also gibt es morgens um 7 Frühstück, gg 15 Uhr gehen wir Fährten und um 19 Uhr gibts Abendessen.
    Die Nacht verbringt er wiederum ruhig, da kann er schlafen. Aber morgens ab 4 gehts dann wieder los, so mit im Stundentakt mal fragen, ob es denn schon Frühstück gibt.

    Na mal sehen, am Wochenende darf er sich wieder austoben auf dem Platz