Beiträge von Munchkin1

    Weißt du, was ich an dieser Aufstellung nicht mag?
    Sie ist zum Einen nicht sachlich, sondern spiegelt die Meinung des Verfassers wieder.
    Zum anderen finde ich solche „Anleitungen“ sehr gefährlich, da sie dogmatisch erscheinen und besonders Anfänger sind selten in der Lage, reflektiert mit solchen Texten umzugehen und sich eine eigene Meinung zu bilden bzw die dort beschriebenen Vorgänge sinnvoll abzuwandeln, wo es für den eigenen Hund und das eigene Training nötig ist

    Richtig, das hatte ich ja auch am Anfang geschrieben, dass man da ein irres Fingerspitzengefühl haben muss, wann es besser ist, einmal deutlich zu korrigieren und wann es besser ist, tatsächlich einen Cut zu machen.

    Da gibt’s so viele Faktoren, die die Entscheidung beeinflussen. Und natürlich auch die eigene Motivation - trainiere ich um des Trainings willen oder auf Leistung hin?

    Ich mache meine Entscheidung zB am Verhalten meines Hundes auf dem Weg zum Übungsplatz fest.
    Merke ich, dass er mir schon von A nach B huscht, die Nase ständig am Boden, kaum ansprechbar, dann weiß ich, dass das Training sehr kurz und dynamisch sein muss und ich auf den Punkt achten muss, wo er abschaltet. Da gibt es bei uns noch einige andere Kunstgriffe, ich beginne ein Training zB niemals vor dem Lösen und meist darf er vorher nochmal rennen oder wir sind am Anfang schnell unterwegs.
    Und wenn der Herr meint, die Basics, das was immer geht, ignorieren zu dürfen, dann scheppert es hier auch mal gewaltig, denn das MUSS einfach sitzen. Kommt hier aber alle Jubeljahre mal vor

    Normalerweise findet er keine Stöcker, weil er so im Arbeitshype ist.
    Du musst viel feiner denken:

    Ich laufe mit ihm Fuß, er schaut zu mir, alles tutti. Bleibt er einige Schritte dabei, bis ich zufrieden bin, gibt’s die Belohnung, je nachdem, was nötig ist, damit der Hund happy ist (auf der Wiese reicht TroFu, auf dem Weihnachtsmarkt müssten es schon Wiener oder Pansen sein, wenn andere Hunde nebenbei trainieren, besonders im Schutzdienst, muss ich den Ball auspacken).
    Schaut er weg, gibt es maximal eine Warnung, ansonsten brechen wir ab, es gibt ein „Schade“, ich hole ihn in die Grundstellung zurück und wir fangen von vorne an. Es gibt keine Belohnung, ich bemühe mich nicht um ihn, es ist sein Futter, was er dann eben nicht kriegt. Er muss was tun dafür.

    Wenn ich aber sehe, es geht so gar nicht, ich verliere ständig die Aufmerksamkeit meines Hundes, irgendwas wurmt ihn und er kann nicht arbeiten, dann gehe ich zurück im Training. Über zB dann nur die Grundstellung (weil das immer klappt), drehe mich beispielsweise paar Mal nach links und rechts und er soll folgen und dann höre ich auf, belohne den Hund wie üblich und beende das Training.
    Grund: der Hund hat kooperiert, er wird für die Mitarbeit (die er leisten konnte) belohnt und wird weiter mit mir arbeiten wollen. Würde ich weiter drauf bestehen, zu arbeiten, kommt Frust auf, unter Frust kann man nicht lernen, ich kann nicht belohnen, wir sind beide unzufrieden

    Richtig? Kommt vermutlich auf den Hund an.

    Ich zB arbeite mit einem Signal, dass dem Hund Zeit, die Übung ist beendet, aber das kein Spielzeug oder Futter beinhaltet. Heißt im Fachjargon No Reward Marker. Konkret ist das bei uns das Wort „Schade“, dann hole ich den Hund wieder zu mir und wir beginnen von neuem.
    Sehe ich, dass an dem Tag richtiges Training sehr sehr schwer ist (manchmal gibt es so Tage), dann suche ich mir eine Übung, die IMMER klappt und beende den Tag damit, damit ich a) positiv beende und b) mir durch ewiges durchkauen auf demselben Problem den Hund nicht verprelle.

    Da muss man aber ein Fingerspitzengefühl entwickeln, wann man besser aufhört, wann man einmal durchgreift und wo der Unterschied ist

    Mailo hat seitlich an der Zunge einen schwarzen Fleck

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    Zudem sitzt der Chip nicht da, wo er soll (nicht linke Halsseite).

    Er hat sehr spezifische Zähne wegen seinem Spielverhalten (tierärztlich abgeklärt)

    Da war die Belohnung viel zu schnell abgebaut.

    Wir machen die BH am Samstag, ich kann dir ja mal erklären, wie wir die Belohnungen ausgeschlichen haben.
    Am Anfang gab es für jeden richtigen Schritt Futter.
    Also Grundstellung - Futter. Ein Schritt - Futter. Ein Schritt - Futter. Eine Drehung - Futter. Dabei verbal loben, wenn es Futter gibt.
    Als das bombensicher geklappt hat, wurde mal ein Schritt ausgelassen.
    Also Grundstellung - Futter. Ein Schritt, zwei Schritt - Futter. Ein Schritt, zwei Schritt - Futter. Grundstellung, Drehung - Futter. Und weiter loben, auch wenn das Futter weg blieb.
    Und auch das immer wieder bis zum Erbrechen wiederholt.
    Und nach dem Schema über Wochen die Futtermenge reduziert, bzw eher die Anzahl, die Menge blieb identisch, die hat er dann halt als Belohnung in größerer Menge bekommen.

    Wir mussten experimentieren zwischen Spielzeug und Futter, wechseln je nach Anforderung (Wohnzimmer zuhause ist anders als Fußgängerzone) dann auch Wert der Belohnung steigern