lilactime
ich finde es sehr spannend, wie unterschiedlich ein Buch von den Lesern wahrgenommen wird. Das finde ich auch das tolle, dass jeder "sein eigenes Buch" liest.
Ich empfand den ersten Teil gar nicht durchkonstruiert. Daher erstaunt es mich, dass du es so wahrgenommen hast. Auf jeden Fall auch ein interessanter Aspekt, über den ich noch nachdenken werde.
Ich habe "Das Jagdhaus" angelesen (wie ich feststellte, sogar schon zum zweiten Mal, weil noch ein Lesezeichen drin steckte) und wieder abgebrochen. Total gestellte, kitschige, triviale und gestelzte Dialoge und Gedanken. Zum Beispiel als Johann Bethany zu seiner Tochter, seinem Schwiegersohn und dessen Eltern sagt: "Wie ihr wisst, bin ich Historiker". Bitte, wer sagt sowas zu seiner Familie? Die wissen das doch, ohne darauf aufmerksam gemacht werden zu müssen.
Oder als dessen Frau, als sie vor Jahren feststellte, mit 40 Jahren noch einen Nachzügler zu erwarten, sich nicht sofort freute und selbst nach 12 Jahren immer noch so ein schlechtes Gewissen hat, dass sie sich schwor, "diese Sünde tausendfach gutmachen würde, indem sie ihm alle die Liebe schenkte, die ein Kind von seiner Mutter erwarten konnte".
Ja, Herrgott nochmal, wenn dass die einzigen schlechten Gedanken sind, die sie jemals über ihr Kind hatte, dann Fall ich vom Glauben ab. Wie viele Mütter hatten nicht schon mal den Gedanken, ihr Kind im Smaland abzugeben und nicht mehr abzuholen? Ich jedenfalls nicht nur einmal.
Also zuklappen und weg damit.