Ich erkenne sehr viel Leni in Deiner Hündin. Leni ist mit anderen Hund ganz cool (ok, im Moment fängt sie so ein bisschen das pöbeln an, aber das bekommen wir in den Griff), fremde Menschen sind da schon eher gruselig. Sogar bei meinen Eltern, die sie ja jetzt auch schon ein Jahr kennt und bei denen sie auch schon problemlos übernachtet hat, ist es im ersten Moment schwierig.
Ich persönlich habe da eine ganz andere Herangehensweise, nämlich genau null Erwartungen an sie zu haben. Sie muss mit fremden Menschen nicht klar kommen. Sie soll sie natürlich nicht anbellen o.ä. (macht sie auch nicht), aber ich schütze sie grundsätzlich. Wenn sie Kontakt möchte, gern, ansonsten weise ich drauf hin, dass sie eher ängstlich ist und bitte in Ruhe gelassen wird. Dann gehen wir einen Bogen, ich spreche beruhigend mit ihr und gut ist. In die Stadt könnte ich sie nicht mitnehmen, dass wäre viel zu viel Reizüberflutung, also muss sie es nicht. Hier auf dem Land läuft es gut. Aber kleine Kinder, Kinderwagen, Walking Stöcke, alles gruselig. Schubkarren sind ganz furchtbar, warum auch immer. Wenn jemand hinter uns läuft, fühlt sie sich unwohl und will immer schauen. Dann gibts ein "weiter, alles ok" und weiter gehts.
Ich mache mir da überhaupt keine Gedanken, ob das jemals anders sein wird. Das ist für mich einfach ein Teil ihrer Persönlichkeit. Warum das so ist, ist mir ehrlich gesagt wurscht. Es gibt ja auch Hunde vom Züchter die unsicher sind, das mache ich jetzt nicht an den Schlagworten Straßenhund oder Tierheim fest.
Ich denke auch, dass es bei Euch im Laufe der Zeit sicher noch besser wird (4 Monate sind ja im Endeffekt gar nix, aber ich persönlich würde jetzt nicht auf Teufel komm raus alles schön füttern, sondern den Ist- Zustand einfach akzeptieren wie er ist und jede Verbesserung als Bonus sehen. Eine gute Trainerin scheinst Du ja zu haben, an der Bindung weiterhin arbeiten und das Selbstbewusstsein stärken, dann kommt vieles auch ganz von allein. ![]()