Beiträge von Vrania

    Ich würde in dem Alter noch gar nicht in "Auslastung" denken. Entdeckt die Welt, beobachtet, habt Spaß, spielt, mach kein extra "Programm" zur Auslastung. Mit einem ganz normalen Alltag plus Sozialisierung plus Hausregeln lernen ist ein Welpe genug ausgelastet.

    Ich schone meinen Welpen übrigens auch nicht großartig, der ist von Anfang an ganz normal Teil von unserem Tagesablauf. Heißt: draußen ist Party, drinnen wird gechillt. Wenn ich die Schwiegermutter besuche, kommt er mit, vom ersten Tag an. Wenn er mit den Großen spielen will, darf er das, ohne dass ich auf die Uhr gucke. Wenn wir wohin gehen, darf er sich in Ruhe umschauen und wir bleiben, bis ich merke, dass er langsam müde wird. Draußen setz ich mich bewusst einfach mal hin bis er dort zur Ruhe kommt oder sogar einschläft. Er läuft auch deutlich länger, als diese berüchtigte 5 Miniten Regel vorgibt... solange der Welpe sich frei bewegen kann und nicht dazu gezwungen wird und nicht völlig überdreht ist dabei, ist Bewegung nämlich gut. (Edit: Wohlgemerkt, bei einem "normalen" Welpen. Es gibt natürlich auch welche, gerade bestimmte Rassevertreter, die man öfter mal bremsen muss. Aber die Gefahr besteht bei deinem Mischling eher nicht so, denk ich.)

    Natürlich bei alledem trotzdem beachten, dass der Welpe reichlich Ruhepausen und Schlaf bekommt.

    Ich würde nicht 10 Minuten gehen, sondern sie einfach mal in ihrem Tempo erkunden lassen, sie mal rennen lassen, Kontakt zu netten Hunden haben lassen, einfach nur dasitzen und gucken. Richtiges "Spazierengehen" in dem Alter nur zum kurz mal Leinelaufen üben, nicht zum Meter machen.

    Also wenn ich das empfehle, dann mit Erklärung dazu, nicht als Lösung aller Probleme. Für mich heißt das nicht, dass man seine Emotionen am Hund auslässt, absolut nicht. Ich selbst muss leider manchmal damit kämpfen, weil ich durch meine Persönlichkeitsstörung große Probleme habe, meine Emotionen unter Kontrolle zu halten.... trotzdem würde ich deswegen nie meine Hunde misshandeln. Aber ein ernstgemeintes "ey tickst du noch sauber?", wenn Hund einem ernsthaft wehtut, wäre doch (wenn man jetzt nicht 2000 Mal gehört hätte, dass man doch bitte quietschen soll) die normale Reaktion für die allermeisten Menschen. Abgesehen von Management und dem Hund einfach den Zugriff entziehen.

    Ich verstehe euer Argument, dass man auch authentisch viel Scheiße bauen kann, aber ich denke, dass das eher nicht zum Problem wird, solange man die Person nicht mit diesem Tipp allein im Regen stehen lässt. Richtiger Umgang, Körpersprache, Managementstrategien, das gehört natürlich auch alles dazu, ebenso wie die grundsätzliche Anleitung zu einem gewaltfreien Umgang.

    Ist doch irgendwie lustig, dass der Tenor hier im Thread absolut hilfreich und positiv war... und plötzlich tauchen alle auf, um dem TE zu sagen, dass er diesem Hund niemals gerecht werden kann und grausam ist, wenn er ihn nicht wieder abgibt. 😂 Ich würde an seiner Stelle inzwischen einen weiten Bogen ums Forum machen und genau gar nichts daraus mitnehmen, geschweige denn den Hund abgeben.

    Nicht alles muss perfekt sein, nicht alles muss richtig laufen. Ein gut gezüchteter und aufgezogener Welpe geht nicht gleich kaputt, weil man Fehler macht. Auch ein Border Collie nicht. Hier sucht sich jemand nach ein paar Tagen schon professionelle Hilfe, fragt hier nach und ist bereit sein Verhalten zu ändern. Und dann muss man noch draufhauen.... sehr hilfreich.

    Mein Welpe ist auch aus einem völlig anderen Lebensumfeld 🤷‍♀️ Das ist relativ normal bei Welpen. Die meisten kriegen keine Sinnkrise. Und ja, Border Collies sind sehr sensibel, aber man muss auch nicht so tun, als würden die bei jeder Kleinigkeit eingehen.

    Ich finde es halt.... unpassend... zu sagen, dass an so einem Verhalten nach 2! Tagen die Lebensumstände schuld sein sollen. Ich würde eher vermuten, dass da beim Züchter schon irgendwas schiefgelaufen ist. Natürlich wurde das falsch gehandelt, aber ursächlich ist bestimmt nicht, dass er den Hund nicht rassegerecht halten kann.

    Authentisch sein rate ich auch immer wieder, DAS finde ich tatsächlich hilfreich. Wenn sich zum Beispiel jemand stundenlang von seinem Welpen blutig beißen lässt und dabei nur schreit, jault oder quietscht, hat das doch nichts mit einer "normalen" Reaktion zu tun, sondern das ist geprägt von schlechten bzw. schlecht umgesetzten Ratschlägen. Oft reagiert man aus dem Bauch raus einfach deutlich klarer und sinnvoller. Für mich fällt in die Kategorie authentisch sein auch einfach, dass man sich so verhält, wie man eben ist, ohne sich total zu verbiegen im Zusammenleben.