Pfeif auf die Ausstellungen! Wenn Du es noch nicht gemerkt hast: das betrifft ganz genauso jegliche Hundesportveranstaltungen und -prüfungen!
Das steht so gar nicht in der Verordnung. Der Gesetzestext sagt eindeutig, dass das Verbot für andere Veranstaltungen nur den Satz 1 (= Kupierverbot) betrifft:
Es ist verboten, Hunde auszustellen oder Ausstellungen mit Hunden zu veranstalten,
1. bei denen Körperteile, insbesondere Ohren oder Rute, tierschutzwidrig vollständig oder teilweise amputiert worden sind oder
2. bei denen erblich bedingt
a) ...
b) ...
...
Satz 1 gilt entsprechend für sonstige Veranstaltungen, bei denen Hunde verglichen, geprüft oder sonst beurteilt werden.
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(meine Hervorhebung)
Ich weiß nicht genau, wann das mit den Sportveranstaltungen in die Diskussion kam, aber es ist immer ganz nützlich, mal in den Gesetzestext zu schauen. Ich bin auch drauf reingefallen, als dieser Aufreger aufkam und habe es jetzt beim Überfliegen des Rückert-Artikel gesehen
. Sportveranstaltungen sind demnach nicht im selben Maße betroffen. Es ist zwar auch nicht so ganz ersichtlich, warum z.B. ein kupierter Tierschutzhund nicht im RO-Turnier mitlaufen darf, aber das ist wieder ein anderes Thema.
Und wie soll er das leisten, wenn noch nicht mal die Gesetzgebung sich drauf einigen kann, welche Merkmale genau jetzt ein Problem sind?
Z.B. hätte er mal anfangen können, als Erfurt wegen der gesundheitlichen Probleme aller Rassen um Info gebeten hat.
Das war hier im Forum mal eine Frage, die damals anscheinend noch niemand beantworten konnte: RE: Qualzuchten III). Im Nachhinein wurde für mich deutlich, worauf diese Frage abzielte, nämlicht auf die CACIB. Wenn dem VdH der Sinn der Anfrage nicht klar war, hätten sie ja Rückfrage halten können. Warum der VdH auf diese Anfrage keine (?) oder keine vernünftige (?) Zuarbeit geleistet hat, ist unklar. Jedenfalls bin ich ziemlich sicher, dass das genau der späteste richtige Zeitpunkt gewesen wäre um etwas für eine vernünftige Umsetzung der neuen Verordnung zu tun. Aber so richtig wahrnehmbar aktiv wurden sie erst später, als die Verfügung beschlossen war.
Ich steckt nicht drin in der Hundevereinssache. Von außen betrachtet habe ich jedoch den Eindruck, dass der VdH schlichtweg mehrfach gepennt bzw. monate- bis jahrelang komatös geschlafen hat. Dabei ist Lobbyarbeit eine der wichtigsten Aufgaben des Dachverbandes. Die machen sie aber (öffentlich wahrnehmbar) eher mäßig bis fürchterlich schlecht.
Schlappohriger Schäfer mit Locken wäre ok?
Zum einen - was wäre schlimm daran? (außer dass es mir nicht so gut gefallen würde, was nun wirklich kein Kriterium ist
)
Zum anderen - wieso gab es vor Erfindung des Ausstellungswesens nicht so viele schlappohrige, lockige Schäferhunde, dass die zur Grundlage für den Rassestandard wurden? Und wieso sollte das jetzt so viel anders sein als vor 150 Jahren?