Ich würde gern noch mal was zu den Themen "Familienhund" und "Dummytraining" sagen. Ich sperre mich ein wenig gegen die Aussage, nur weil ein Hund ein Familien- bzw. Begleithund ist, wäre er direkt der totale Schlappschwanz, mal überspitzt formuliert. Wie schon andere sagten, hängt es auch viel am Besitzer. Das bedeutet aber umgekehrt nicht, dass es nur die Extreme "schläfriger Goldie" und "in Wettbewerb mitlaufender Arbeitslinien-Apportierhund" gibt.
An deiner Stelle würde ich mir die Frage stellen, was ihr euch persönlich vom gemeinsamen Leben mit Hund wünscht und was ihr euch so vorstellen könnt. Natürlich ergeben sich viele Dinge erst mit der Zeit, anderes verwirft man wieder, weil es nicht alltagstauglich ist. Es hat auch nicht jeder Zeit, im aktiven Hundesport teilzunehmen. Dinge, die meiner persönlichen Erfahrung nach einem Goldie Spaß machen sind (bitte mit einem Augenzwinkern zu lesen):
- Fressen
- Apportieren
- Fressen
- im Schlamm wälzen
- Fressen
- schwimmen
- Fressen ...
Daraus erkennt man ein wenig die mögliche "Problematik" des Hundes, wenn er, wie andere hier schon sagten, fett und groß gefüttert wird (geht auf die Gelenke) bzw. keine Gelegenheit bekommt, seinen Kopf zu benutzen (z.B. mit Dummyargbeit) oder seinen "Körper einzusetzen" (etwa mit abwechslungsreichen Spaziergängen). Dann bekommtst du möglicherweise in der Tat auf Dauer ein phlegmatisches Tier, das möglicherweise auch schnell gesundheitliche Probleme zeigt. Will sagen: Es liegt zum einen an einem gesunden Stammbaum bis hin zu den Ururgroßeltern, zum anderen aber auch daran, was ihr aus dem Zusammenleben macht.
Und übrigens: Mir ist es auch wichtig, dass ich am Wochenende mal ausschlafen kann. Und dass das Hundekind zuhause nicht ständig den Regentanz aufhört, sondern sich dösend in eine Ecke verkriecht. Das kann Nemo ganz wunderbar. Draußen geht dann dafür die Post ab.
Noch zum Thema Dummytraining: Hier gibt es meiner Meinung nach mehrere Abstufungen. Natürlich kann man über einen Hundesportverein beispielsweise bis auf Wettbewerbsebene gehen. Für mich persönlich wäre das jetzt nichts. Deswegen haben wir uns für den Aufbau der Dummyarbeit gemeinsam mit einer Hundetrainerin entschieden, sodass wir das hauptsächlich als Freizeitbeschäftigung ausüben können. Und das geht natürlich auch ohne Verband.
Wichtig bei der Züchterauswahl ist aber in der Tat ganz genau hinzuschauen, wie @Krümel21 schon schrieb. Und auch darauf zu hören, was die Züchter sagen. Ich hatte zum Beispiel ein Gespräch mit einer Züchterin aus Oberfranken, die selbst in der Jagd aktiv war und sich wünschten, dass künftige Welpenbesitzer zumindest jagdlich mit den Hunden arbeiten. Da waren wir beide ganz offen und ehrlich miteinander, dass ich das neben einem normalen Berufs- und Familienleben nicht leisten kann - auch wenn meinem Mann das sicher gut gefallen hätte. Trotzdem war das Gespräch für mich sehr nützlich, weil ich viele interessante Informationen erhalten habe.
Deswegen mein abschließender Tipp: Wenn euch die Rasse gefällt, sprecht mit einigen Goldie-Züchtern aus seriösen Verbänden - vielleicht auch erstmal so ganz allgemein. Das vervollständigt das Bild sicher eher als die Äußerung einer Züchterin, die gar nichts mit Retrievern am Hut hat.