ZitatIch habe jetzt ein ganz schlechtes Gewissen, weil er ja gar nicht angefangen hat (so hat man mir es erzählt) und ihn sozusagen ja bestraft habe.
Da brauchst du kein schlechtes Gewissen haben. Du entscheidest, wann dein Hund spielen darf und wann nicht. Grundsätzlich ist es sowieso manchmal ganz sinnvoll nicht immer dem Hund den gleichen Ablauf zu bieten, sondern eben auch mal ganz gezielt genau das Gegenteil von dem zu machen, was er erwartet. Er bekommt Spiel, weil du es ihm gestattest und nicht, weil er jetzt ein Recht darauf hat.
Als Belohnung oder Strafe lässt sich Spiel, genau wie jeder andere Reiz, auch nur dann einsetzen, wenn das Spiel unmittelbar nach einer zu belohnenden Handlung erfolgt.
Dem Spielabbruch als "Strafe" stehe ich grundsätzlich sowieso skeptisch gegenüber, denn wenn ich im Spiel "strafen" muss, dann war das Spiel auch kein Spiel mehr und da empfinde ich das Wort Auszeit (bzw. Verhaltensabbruch) für einen Spielabbruch deutlich passender als das Wort Strafe.
ZitatNun würde ich gerne wissen, wie das in euren HuSchu ist. Wie wird nach einer Rauferei damit umgegangen?
Bei uns werden Raufereien im Ansatz durch die Trainer unterbunden. Spätestens nach 2-3x hat jeder Hund begriffen, wo hier der Hase läuft. In unseren "Spielstunden" sind weder mobben, aufreiten, noch irgendwelche Raufereien/Commentkämpfe erlaubt. Die Hunde werden individuell beobachtet und es wird gezielt eingegriffen, wenn ein Hund stänkert bzw. ein sehr ängstlicher Hund zu sehr bedrängt wird. Dass muss man sich aber nicht so vorstellen, als wenn die Hunde nichts untereinander regeln dürfen (wir hatten diese Diskussion hier gerade ;)), nein, im Gegenteil, sie lernen gerade durch dieses eingreifen und splitten ihre Auseinandersetzungen auf "friedlichem" Weg zu klären. Sie lernen zu deeskalieren und eben auch den Hunden, die sie nicht mögen einfach aus dem Weg zu gehen.
Wir hatten in den letzten zwei Jahren (so lange gehe ich jetzt schon mit Sascha auf den Platz) noch nie einen Fall, dass Hunde nicht miteinander in der Spielstunde laufen konnten UND wir haben hier keineswegs nur problemlose Hunde. Im Gegenteil kommen häufig Hunde in diese Gruppe, die aggressiv oder auch ängstlich auf andere Hunde reagieren und in deren "Therapie" eben auch diese Spielstunde beinhaltet ist. Einige der Hunde, die heute regelmäßig und unauffällig an der Spielstunde teilnehmen, haben genau so eine Vergangenheit.
Also, kommt es zu einer Rauferei, so wird sofort durch die Trainer gesplittet und der "angreifende" Hund auf Abstand gehalten, notfalls auch einmal in einer Ecke "eingekesselt". Der angegriffene Hund wird so lange nicht beachtet bis er sich beruhigt hat (Schutz beim Besitzer darf er natürlich suchen), dann wird er von Besitzer und Trainer auf Verletzungen untersucht. Weiter passiert nichts, keiner der Hunde wird deswegen des Platzes verwiesen, allenfalls halten die Trainer nun ein noch wachsameres Auge auf den "Angreifer".
Hunde, deren Verhalten noch nicht einschätzbar ist (meist erwachsene Hunde mit Vorgeschichte), gehen zunächst nur mit Maulkorb in die Gruppe und bekommen dann, wenn sich ihr Verhalten gefestigt hat, eine "Maulkorbbefreiung" durch den Trainer.