Juhu, endlich den Bestseller 2017 geschafft: Unterleuten von Julia Zeh
Was soll man dazu sagen... bisher haben es nur deutsche Medienwerke geschafft, dass mir nicht ein Charakter wirklich sympathisch war, und selbst die am wenigsten sympathischsten wurden dann doch noch richtig unsympathisch (zuletzt hat es die Serie "Dark" geschafft).
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In diesem Fall Elena, die noch halbwegs sympathisch war, dann jedoch die Hündin einfach am Bahnhof ausgesetzt hat. Bei der Beschreibung von Fidis sehnsuchtsvollem Blick hätte ich fast geheult 
Und das war so auch bei Unterleuten. Die Männer waren alles irgendwie traumatisierte Weicheier, die von ihren Frauen abhängig waren, die Frauen waren alles Egozentrikerinnen, die mit ihren jeweiligen Männern eigentlich nicht aus Liebe zusammen waren, sondern weil sie das kleinere Übel darstellten. Jeder hat sich seine Realität auf eigene Weise zusammengeschustert, sich in seinen Gedankengängen verloren und generell die Schuld bei alle außer sich selber gesucht.
Naja... kann man lesen, muss man aber nicht. Deutsche Gegenwartsliteratur scheint nicht so meins zu sein, aber "Leere Herzen" lese ich trotzdem noch von ihr. Mal gucken, ob die Charaktergestaltung generell so der Fall bei ihr ist.
Jetzt habe ich aber erstmal mir "Seide" von Baraccio (oder so ähnlich
) geschnappt. Bin schon fast durch... definitiv ein kleines Juwel, und ich freue mich, dass ich sogar noch ein weiteres Buch von dem Autor im Regal stehen habe. Nur unter welche Kategorie ich "Seide" einordne, weiß ich noch nicht 