Beiträge von Monstertier

    Nun ja, ich werde bestimmt nicht vor der Anschaffung meines Hundes die weite Nachbarschaft abklappern und nach dem Geschlecht und Kastrationszustand der Hunde fragen. Da sind ja nicht nur die direkten Nachbarn relevant, sondern auch alle, die in einem weiten Umkreis wohnen und die gleichen Gassistrecken nutzen. Und wenn man umziehen will, was dann? Wohnort nach Geschlecht der Hunde aussuchen?

    Ich schätze, in der seriösen Zucht ist es auch schwierig, dieses Merkmal zum einen separat zu betrachten, zum anderen rechtzeitig vor dem Decken zu bemerken. Da es sich ja um eine Verhaltensweise handelt, die ja - wie jetzt diskutiert - mitunter der inkonsequenten Erziehung zugeschrieben werden kann, muss der Züchter vermutlich schon jede Menge Erfahrung haben, um das wirklich zu sehen. Bis dahin sind aber vielleicht schon x Welpen gezeugt (und erneut in der Zucht eingesetzt) worden.

    Wenn die Vererbung dann vielleicht sogar über die Mutter stattfindet, ist es sogar noch schwieriger, das herauszufiltern.

    Die meisten Wesen der Erde müssen gar nicht lernen, mit ihren Hormonen umzugehen, weil sie das ausleben können. Die Situation eines Rüden ist komplett unnatürlich, selbst Menschen müssen das nicht lernen, da sie zum Beispiel masturbieren können.

    Ich finde keinen Ansatz zur Diskussion, wenn du so pauschal rundumschlägst. Auch bei "Ja, er leidet, erzieh ihn halt" kann man nicht alles im Kern unterbinden. Wie soll das gehen, wenn der Hund null zur Ruhe kommt? Wenn du ihn in sein Bettchen schickst, er aber trotzdem gestresst ist? Wenn draußen kein normaler Spaziergang möglich ist, es sei denn, an kurzer Leine ohne jegliches Schnüffeln? Und das nicht ein paar Tage, sondern wochenlang?

    Das einzige, wo ich dir Recht gebe, ist, dass man das Erwachsen werden abwarten sollte - bei normalem pubertären Verhalten. Sobald es wirklich gesundheitliche Auswirkungen hat, würde ich aber auch nicht weiter warten.

    Naja, bei meinem hätte ich da nichts wegerziehen können :ka: Ich sehe ja das direkte Beispiel mit den Rüden meiner Schwiegereltern. Die haben schon grundlegend eine andere Haltung bzw Reaktion zu Hündinnen, und die sind jetzt nicht top erzogen oder so. Sie kommen von Natur aus besser damit zurecht, während meiner schon mit weniger als einem Jahr sehr an Hündinnen interessiert war.

    Mag sein, dass es bei einigen mit einer stringenteren Erziehung eher zu managen wäre, aber bei dir klingt das grad eher nach "Wenn man nicht zu faul zum Erziehen wäre, müsste man nicht kastrieren".

    So, ein Monat ist es jetzt her mit dem Chip, die ersten Beobachtungen:

    Negativ:

    - er ist verfressener

    - sein Fell ist leicht fettiger (rein optisch, nicht vom Anfassen her)

    Positiv:

    - er schläft mehr und tiefer, ist aber trotzdem da, wenn man was machen will

    - er schnüffelt draußen mehr, aber normale Gerüche und nicht Hündinnen-Gerüche

    - er leckt quasi gar nicht mehr

    - er ist verkuschelter

    - draußen fragt er öfter bei uns nach

    - drinnen ist er etwas entspannter mit den anderen Hunden

    Gefühlt kann ich ihn bei einigen sonst Triggerbegegnungen auch besser lenken, aber da ich nicht mehr ganz so viel mit ihm Gassi gehe, muss ich das noch beobachten und verifizieren. Eine Erstverschlimmerung konnte ich so nicht feststellen, jedenfalls nicht nennenswert. Jetzt muss ich mal abwarten, wie die nächste Begegnung mit einer Hündin sein wird, ob man da auch eine Veränderung feststellen kann.