Beiträge von Monstertier

    Was ich für meine Hunde bezahlt habe, ist nicht mehr als eine Verwaltungsgebühr. Ich habe freiwillig draufgezahlt, aber wenn man nur die reine "Kaufsumme" nimmt, dann deckt das nicht mal die laufenden Kosten

    Ist beim Züchter mitunter aber nicht anders, wenn man sich hier die Aufstellungen anguckt, die immer wieder mal in Threads erstellt werden. Grad, wenn der Wurf klein ist und der Züchter bei einem realistischen Preis bleibt, ist das mitnichten kostendeckend.

    Und im Tierschutz wird viel über Spenden finanziert. Da könnte man unter Umständen den Verkaufspreis des Hundes tatsächlich als Gewinn sehen, nicht nur als Verwaltungsgebühr.

    Das ist alles eine Frage des Standpunktes und der Sichtweise. Zumal bei einer menschlichen Adoption die Gebühren zwingend notwendig sind, weil es ohne Amt und Notar nicht geht. Bei einer tierischen Adoption könnte man durchaus drauf verzichten, ein Übereignungsvertrag ohne Gegenleistung würde völlig ausreichen.

    Frau+Hund

    "Gerettet" bedeutet doch vor allem "aus der Situation gerettet", nicht "aus dem Land gerettet". Also, vor einem verwahrlosten Leben auf der Straße oder sogar vor der Tötungsstation gerettet. Ob es immer Sinn macht, sei mal dahin gestellt, aber hier geht es nicht um "vor der Kultur des Landes XY" gerettet. Auch Hunde aua deutschen Tierheimen werden als gerettet bezeichnet.

    Ich könnte deinen Punkt verstehen, wenn es um Hunde geht, die eigentlich Besitzer hatten bzw in Familien integriert waren, und dort dann abgenommen wurden, obwohl es keine tierschutzrelevanten Vorkommnisse gab (beispielsweise Hunde, die den ganzen Tag auf dem Hof sind und nicht ins Haus dürfen). Aber das sind ja in den seltensten Fällen die Hunde, die den Tierschutz im Ausland beschäftigen.

    Einstein51

    Das kann aber doch mit einem Züchterwelpen auch passieren? Und ab einem bestimmten Alter kann man Kindern den richtigen Umgang auch mit einem Tierschutzhund erklären, und das meines Erachtens schon wesentlich früher als 14.

    Wenn ein züchterwelpe einmal überfordert wird, dann passiert was? Wahrscheinlich nicht viel.

    Wenn aber ein Hund der gelernt hat bei konflikten nach vorne zu gehen überfordert wird... naja. Und das wäre mir bei kleineren Kindern zu riskant. Natürlich kann es auch gut gehen.

    Da geht es ja auch um die richtige Vermittlung. Bei einem Malinois- oder DSH-Welpen vom Züchter sieht die Antwort bei einmaliger Überforderung auch anders aus als vermutlich beim Collie oder Pudel. Entsprechend muss auch aus dem Tierschutz ein passender Hund vermittelt werden - optimalerweise nicht der HSH-Mix als Direktimport, sondern ein Hund von der Pflegestelle, der entsprechend bereits eingeschätzt werden kann. Aber prinzipiell zu sagen, ein Tierschutzhund sollte nicht zu Kindern, halte ich für übertrieben.

    Dieser Drang, sich selbst als ethisch-moralisch überlegen zu fühlen weil man "adopt don't shop" brüllt und danach lebt, ist auch so eine moderne Unsitte. Man möchte sich selbst besser machen, in dem man andere abwertet und das stößt mir immer auf.

    Und mir stößt auf, wenn gleich solche Unterstellungen kommen. Nur weil jemand das Wort "adoptieren" benutzt und die Hunde aus dem TS kommen, muss er sich nicht für überlegen halten. Die Menschen gibt es und es ist nervig, aber das kann man mMn nicht an einem Wort festmachen.

    Leider ist es aber häufig der Fall. Wenn ich bisher hier im Forum diesen Begriff gelesen habe, von jeweiligem Beitragenden selbst in die Diskussion gebracht, dann schwang da immer auch "besser als vom Züchter" mit. Das sind einfach Erfahrungswerte, die zwar nicht - wie alles - auf jeden passen, leider aber eben gerade durch die, die diese Begrifflichkeiten nutzen, geprägt werden.

    Tierschutz ist immer ein Ausgehen von bzw ein Anstreben der Optimalsituation. Kastrationsaktionen beispielsweise sind ja auch nur ein Tropfen auf dem heißen Stein, weil für jedes kastrierte Tier zehn kommen, die sich fröhlich vermehren. Trotzdem macht man es, um das Leid wenigstens etwas zu vermindern.

    Der größte Tierschutz ist generell, sich einen Hund zu holen, der zum eigenen Leben passt - das kann dann der Rottweiler vom Züchter sein oder der nette Begleiter aus dem Tierschutz. Beim Züchter hat man mitunter nur verlässlichere Angaben, ob der Hund tatsächlich passt mit seinen Charaktereigenschaften.

    rinski

    Das wäre ein langer Prozess, der erstmal entstehen muss (und nur theoretisch machbar ist).

    Wenn jeder (weltweit) beim Züchter einen gesunden, wesensfesten Hund holt, der zu seinen Anforderungen passt, gibt es keinen Grund mehr, diese auszusetzen.

    Wenn keine Hunde ausgesetzt werden, gibt es irgendwann keine Streuner mehr (wieder: optimale Theorie, weil alle kastriert sind und sich nicht vermehren können, oder alle über den Tierschutz bereits in passende Familien vermittelt sind).

    Dadurch wäre jeder Hund auch immer optimal versorgt, da er ja in einer passenden Familie lebt. Der Fall von Scheidungsopfern oder Hunden, wo der Halter gestorben ist, wäre noch zu betrachten, ist aber vermutlich im Verhältnis zu den Hunden, die abgegeben /ausgesetzt werden, weil sie nicht passen (nicht wesensfest etc) relativ gering.

    Und Blindenhunde? Begleitehunde für eingeschränkte? Soll das dann auch eurer Meinung nach verboten werden weil "ist ja Ausbeutung" vom dem armen Tier.

    Und da wären wieder bei Zucht. Da kann man nicht oder nur schwer einen Hund aus dem Tierschutz nehmen

    Tierschutz würde ja auch wegfallen. Wenn keine Hunde mehr produziert werden - egal ob "bestellt" oder aus Versehen -, gäbe es ja auch keine Bewohner mehr für Tierheime.

    Naja, wenn man das bis zum Ende denkt, wäre dann aktiver Hundeschutz keinen Hund zu kaufen, egal aus welcher Quelle.

    In der ersten Phase würden die aktuell vorhandenen Hunde im Tierheim oder beim Züchter sterben (nach einem vermutlich nicht sehr schönen Leben), da es ja keine Nachfrage gibt. Heißt aber, es würden keine mehr produziert werden, weder beim Züchter noch beim Vermehrer. Und Ups-Würfe loszuwerden wäre so umständlich, dass sich die Leute vielleicht eher an den Tierarzt für die Pille danach wenden (Tierheim gäbe es über kurz oder lang ja auch nicht).

    In der zweiten Phase wäre Hundehaltung dann aber tatsächlich nur noch für entsprechende Berufsgruppen relevant. Fraglich, was mit dem Ausschuss passiert (die müssen ja auch produziert werden, da gibt es dann immer Welpen, die nicht geeignet sind für den angedachten Verwendungszweck), aber da gibt es dann bestimmt auch eine entsprechende Lösung.

    Ob dieses Szenario wünschenswert ist, finde ich fraglich. Deswegen versteh ich tatsächlich nicht, wie man mit dem Wunsch, Hundehaltung abzuschaffen (weil Tierschutz), sich trotzdem einen Hund holen will.