Ich denke, das ist alles mal wieder heillos überzogen. Die Grundidee des Attachment Parenting ist doch was ganz anderes. Zu diesem Zwecke empfehle ich die Lektüre der Bücher von Jesper Juul, der die Auffassung vertritt, dass ein Kind gleichwürdig ist- und seine Bedürfnisse soweit erfüllt werden können, wie es niemanden anderes Freiheit beschneidet. Bedeutet konkret: Authentisch sein.
Wenn ich jetzt gerade keine Lust habe mit meinem Kind zu spielen, kann ich das sagen. Es ist keineswegs so, dass ich mich selbst aufgeben muss, nur weil ich AP betreibe. Wenn ich ein Familienbett habe kann ich zum Beispiel sagen gut, du schläfst nachts bei uns, aber tagsüber ist das Schlafzimmer mein privater Raum und ich will, dass du draußen bleibst.
Mal so provokant gefragt, die Grundidee betreffend:
Was ist so schlimm dran ein Kind dann zu füttern, wenn es Hunger hat und nicht dann, wenn die Uhr es sagt? Geht ihr nur zu festgelegten Zeitpunkten an den Kühlschrank?
Was ist so schlimm dran, dass Babies nicht alleine in ihren Zimmer brüllen müssen? Woher kam überhaupt diese Sitte, dass man seine Babies möglichst nicht in seiner direkten Nähe haben will?
Was ist so schlimm dran dass man ein Kinderbild hat das nicht besagt, dass im Grunde alle Kinder nur manipulierende Mistkröten sind, die das alles extra machen, um mich zu ärgern?
Was ist schlimm daran wenn ein Kind im entsprechenden Alter dann abends ins Bett geht, wenn es müde ist?
Manche Bedürfnisse können gar nicht sofort erfüllt werden, manche auch gar nicht. Weil sie die Freiheit von jemand anderem beschränken würden. Das ist ein ziemlich ausuferndes Thema, wie gesagt, Jesper Juul gibt einen spitzenmäßigen und nicht überzogenen Einblick. Sein Buch 'dein kompetentes Kind' kann ich nur empfehlen. Wie überall kann man es auch hier übertreiben, in dem ich das Kind über alles andere stelle. Aber so ist es eigentlich gar nicht gedacht! Und auch in der Kinderbehandlung sind manche Dinge einfach überholt, wie in der Hundeerziehung auch.
Edit: Hat sich überschnitten. Aber den erwähnten Autor sollte jeder kennen, der sich mit dem Thema befasst.