Nach 3 Jahren mit meiner Hündin kann ich nun sagen, dass wir uns zwar wunderbar verstehen, aber sie mir dennoch jeden Tag das Gefühl gibt, dass sie auch ohne Menschen leben könnte.
Genau so ist es. Und das ist auch der Punkt, der so gerne romantisiert wird- hach wie schön, der Hund hat seinen eigenen Kopf, ich will einen unabhängigen Geist. Klingt ja fein. Im Alltag bedeutet ein Hund der dich nicht braucht (und das auch weiß) folgendes:
-Verweigerung, über eine Straße zu gehen und ggf. stures hinlegen mitten auf der Fahrbahn- viel Spaß beim Bewegen des 40Kilo Rüden.
- Rumstehen im Regen, weil der jagdambitionierte Hund abgezischt ist und es nicht für nötig erachtet, zurück zu kommen (wo ist mein Hund? War da nicht irgendwo ne Straße? Wie find ich den jetzt wieder?). Ein Hund mit Willen zur Mitarbeit kommt irgendwann wieder, weil du ihm fehlst. Ein selbstständiger Hund kommt dann, wenn er will. Im schlechtesten Fall gar nicht. Egal ob du dir Sorgen machst.
- völliges Fehlen jeglicher Kooperation in Notsituationen (über Straße rennen, nicht auf Hunde drauf gehen die verhasst sind)
Ein selbstständiger Hund zieht sein Ding durch. Das ist nur solange witzig wie alles glatt geht. Bei den benannten Rassen kommt dann noch die Unverträglichkeit hinzu- glaub mir, das ist meganervig. Man kann nie allen Hundebegegnungen ausweichen, manchmal rennen fremde Hunde ohne Leine rum die nicht hören und da hast du keine Chance. Es macht keinen Spaß, wirklich nicht, wenn man jedem Hund großräumig ausweichen muss.