Ich finde, dass das doch gut klingt. So ähnlich machen wir das auch- allerdings darf Malin schon neben mir stehen bleiben, wenn ich jemanden einlasse. Ihr ist das wichtig denjenigen dann schon an der Tür zu begrüßen bzw. abzuscannen.
Wenn wir auf dem Hof sind oder im Garten dann ist es auch so ähnlich- sie patrouilliert, sie wacht, meldet jemanden, und wenn ich dann zum Tor gehe kommt sie mit und holt sich ihr Lob ab. Wenn wir den Besucher dann gemeinsam begrüßen kraule ich ihr die Ohren, säusel ihr ein 'danke dir, meine Schöne' zu und es gibt dann einen Blick zwischen uns, nach dem sie sich dann beruhigt zurückzieht und den Besucher ab dann freudig begrüßt. Ich liebe immer diesen Moment des stillen Einverständnisses zwischen uns. Wenn ich in ihren Augen dann diesen Ausdruck sehe wenn wir uns kurz 'absprechen', dieses 'okay, ich verlass mich auf dich. Du übernimmst das hier und ich schaue derweil nach dem Rest'- da könnte ich jedesmal fast heulen vor Glück, ehrlich. Weil das ein besonderer Moment ist, ein Augenblick des gegenseitigen absoluten einig-seins und des Vertrauens. 
Wir wissen alle wie wichtig es ist dass wir uns auf jemanden absolut verlassen können, egal was ist- und das ist für unsere Herdis ebenfalls extrem wichtig. Das ist auch der Ansatz den Mirjam Cordt vertritt- viele Herdis in nicht- arbeitenden Händen sind 'ungehalten', so nennt sie das. Das bedeutet sie haben kein Sicherheitsnetz, keinen verlässlichen Partner. Und das führt meistens zu Problemen.
Ich sehe das hier auch recht eindrucksvoll- wenn die Prinzessin etwas meldet und mein Mitbewohner ist gerade genervt oder so und ruft ihr ein strenges 'nein' oder 'aus' zu, bekommt er von ihr nur einen abschätzigen Blick. Sie versteht dann echt null wo das Problem liegt, schließlich tut sie ihren Job doch. Und wenn wir das nicht ernst nehmen müssen wir bekloppt sein. Geht man hingegen zu ihr hin, schaut mit ihr gemeinsam aus der Glastür und vermittelt ihr, dass man es gesehen hat und ihre Meldung ernst nimmt, ist sofort Ruhe.
Wie du mir, so ich dir. Noch mehr als mit anderen Hunden habe ich bei einem Herdenschutzhund das Gefühl, dass wir uns in einer Partnerschaft befinden, wo jeder den anderen respektieren muss und bis zu einem gewissen Grad auch einfach sein lassen muss. Der Drang zum Schützen ist da, irgendwo muss er hin. Und dann am besten bei Ressourcen, die auch beschützt werden dürfen. Sonst tut man sich keinen Gefallen.