Hallo,
einen Mittelspitz, Japan Spitz oder Wolfsspitz fände ich da nicht unpassend. Diese Hunde sind in der Regel recht wesensfest, neigen nicht zu Ängstlichkeit und fühlen sich im ländlichen Raum mit Garten/Hof o.Ä. oft richtig wohl. Ich hatte mit meiner Ex-Partnerin eine Spitzmixhündin, die immer noch bei ihr lebt. Das ist eine total fröhliche, durchaus spritzige Maus, die gerne arbeitet, aber auch mal fünfe grade sein lassen kann.
Zudem hat eine Bekannte von mir einen Japan Spitz, den ich mal 14 Tage für sie betreut habe. Ebenfalls ein ganz liebes Kerlchen, aufgeweckt und für jeden Spaß zu haben.
Viel will to please/will to work
Hier wäre ich vorsichtig. Da überschätzt man sich als Anfänger nämlich ganz gerne mal. Sehr "arbeitswütige" Hunde brauchen in der Regel eine(!) wirklich zu ihrer Genetik passende Beschäftigung, die sorgfältig aufgebaut sein sollte. Zudem müssen gerade Arbeitshunde auch Ruhe lernen, ansonsten hat man am Ende einen dauerhaft hibbeligen Hund zu Hause, der permanent "bespaßt" werden möchte.
An den Spitzen finde ich persönlich ja angenehm, dass man sie durchaus für so einiges begeistern kann, sie aber keine Vollblut-Arbeitshunde sind.
Wach- und Schutztrieb darf vorhanden sein
Spitze sind ja klassische "Hofhunde", d.h., Wachtrieb ist in der Regel durchaus vorhanden. Sie melden recht zuverlässig, aber ist man ihnen eine souveräne Bezugsperson, kriegen sie sich auch schnell wieder ein, sodass z.B. das Empfangen von Besuch keine Hürde darstellt.
Kein Kläffer, aber muss auch nicht ganz ruhig sein (beim Training aus Aufregung bellen wäre z.B. völlig okay)
Spitze sind durchaus etwas vokal, wenn man sie aber nicht dauerhaft "pusht" und sie rassegerecht hält, kläffen die nun nicht den ganzen Tag rum.
Jagdtrieb - kann ich schwer einschätzen, aber es wäre wunderbar wenn der Hund zuverlässig abrufbar wäre und somit frei laufen kann. Wenn Freilauf nur eingeschränkt möglich ist (z.B. wenn HH durch freie Sicht die Situation einschätzen und somit abrufen kann BEVOR der Hund fixiert, könnte ich damit auch leben, kenne das von „unserem“ aktuellen Hund)
Freilauf ist natürlich zum Teil auch Erziehungssache, aber es gibt Rassen, bei denen aufgrund von ausgeprägtem Jagdtrieb o.Ä. Freilauf die Königsdisziplin darstellt. Spitze habe ich bisher zwar als häufig etwas jagdlich interessiert, aber auch sehr gut umlenkbar erlebt. Also keine Vollblut-Jäger, sondern mit normalem Erziehungsaufwand meistens gut freilauftauglich.
Gerne eher reserviert gegenüber Fremden
Das erlebe ich bei den Spitzen als recht unterschiedlich je nach Charakter, mein Sitterspitz und die Spitzmixhündin der Ex waren beide recht aufgeschlossen und dann auch schnell schmusig, aber eine gewisse anfängliche Reserviertheit ist normalerweise durchaus rassetypisch.
Mit dem Hund würde ich auf jeden Fall gerne Hundesport machen, bis jetzt habe ich da noch keine Erfahrung, ich würde mir auf jeden Fall erst mal die Vereine, ihre Sportarten und deren Hunde anschauen. Potenziell interessant finde ich auf jeden Fall Rettungshundearbeit, Mantrailing, (Ralley) Obedience, Though Hunting, Zughundesport und THS.
Das klingt schön, dass du dich gerne sinnvoll mit dem Hund beschäftigen möchtest. Ich finde als Ersthund da immer einen Vierbeiner super, der auch für vieles zu erwärmen ist und z.B. Trainings"fehler" verzeiht oder dem es nichts ausmacht, mal verschiedene Hundesportarten eher auf Spaß-Niveau auszuprobieren, bevor man sich wirklich festlegt.
Spitze sind nun nicht DIE absoluten Sporthunde, aber meiner Erfahrung nach ist das gerade bei Hundeanfängern eher ein Vorteil. Unsere Spitzmix-Hündin hatte Spaß an freudig (!) aufgebauter Fußarbeit und Rally Obedience, meine Ex hat aber auch Zughundesport mit ihr ausprobiert, wofür sie durchaus auch zu erwärmen war. Mantrailing ist meiner Ansicht nach zumindest auf Freizeitniveau auch mit vielen Rassen gut möglich.
Wir wollen einen Hund der gerne mit dem Menschen zusammenarbeitet, ich bin bereit sehr viel Zeit in diesen Hund zu investieren. Super wäre, wenn der Hund uns auch mal beim wandern begleiten würde, das i-Tüpfelchen wäre, wenn er sogar irgendwann Reitbegleithund sein oder meinen Partner/uns bei seinen/unseren Survival/Outdoor Trips begleiten kann.
Beim Wandern begleiten kann eigentlich jeder gesunde, erwachsene Hund.
Ich habe auch schon unterschiedlichste Rassen kennengelernt, die als Reitbegleithund eine gute Figur machten, darunter sogar einen Chihuahua.
Was ich mir bei euch alternativ auch noch vorstellen könnte, wäre ein Mittelschnauzer, oder etwas in Richtung Pinscher(mix). Ich weiß nicht, ob ihr unbedingt einen Welpen vom Züchter wollt, ansonsten könntet ihr ja auch einfach mal im Tierschutz gucken, ob da etwas Passendes zum richtigen Zeitpunkt warten würde.