Ds klingt interessant, liebe
@Helfstyna - hast du in diesem Genre noch weitere Bücher gelesen und kannst was besonders empfehlen? Meine Mama beschäftigt sich grad sehr intensiv mit Feminismus und da würde ich ihr gern ein Buch zu schenken.
-------------------------------------------------------------------Fertig mit Chinua Achebes "There was a Country". Im Grunde genommen handelt es sich bei diesem Memoir, wohl sein letztes Werk vor seinem Tod, um eine Analyse und Erklärung des schrecklichen Nigera-Biafra-Kriegs in den 60er-Jahren. Mich persönlich macht es nach Lektüre dieses Buches fassungslos, dass in de Schule NIE über diesen Krieg gesprochen wurde, aber naja - seit Tupoka Ogettes "Exit Racism" ist mir bewusst, wie wenig man eigentlich bis auf "Und dann wurden sie versklavt und ihre Länder zu Kolonien gemacht" über sie Geschichte Afrikas lerrnt, einfach nur erschreckend.
Zurück zu Achebe. Der hat da eine meiner Ansicht sehr scharfsinnige, kluge und ünerwiegens flüssig zu lesende Abhandlung zu dem Thema geschrieben. Da Memoir, erwartete ich allerdings auch eine etwas stärkere persönliche Note. Zwischendurch gibt es zwar Stellen im Text, da er von der teils auch sehr schwierigen Lage seiner Familie berichtet, aber immer nur sehr knapp und nüchtern. Fand ich ein wenig schade, da ich gern mehr über Achebe als Mensch erfahren hätte.
Trotzdem lohnt das Werk, denn ich glaube, der Nigeria-Biafra-Krieg mit seinen verheerenden Folgen und dem extremen Leid ist ein wichtiger Teil afrikanischer neuerer Geschichte. Dazu verliert Achebe sich auch nicht in ewigen militärischen Beschreibungen, sondern geht vor allem auf das politische Klima, die Gründung Biafras und auch auf die kulturellen Stimmen Nigerias ein.
Nach "Things fall apart" war dies mein zweites Buch von Achebe. Nun werde ich mir aber bald auch "Arrow of God" und "No Longer At Ease" bestellen, denn Achebe schreibt einfach gut, und ich will mehr.