Beiträge von tinybutmighty

    Rex hat sich leider letzte Woche beim Agility verletzt :( : Er war übermotiviert und ist zu früh von der A-Wand abgesprungen - die er eigentlich gar nich hätte nehmen sollen :headbash:

    Humpelt jetzt mit dem rechten Hinterbein, wobei es drinnen deutlich schlimmer ist als draußen, da belastet er meist alle vier Beine.

    Wir fahren jetzt Schonprogramm und er bekommt Schmerzmittel. Anfang nächster Woche möchte ich mal zur Kontrolle. Agility ist natürlich erst einmal für den Zwerg gestrichen. Echt blöd gelaufen, er war ja immer schon sportlich unterwegs, aber verletzt hatte er sich bis dato noch nie :verzweifelt:

    Diese wahnsinnig enge Beziehung zum Hund, das hätte ich mir vorher nicht vorstellen können, dass das wirklich etwas so Intensives und Erfüllendes und zugleich manchmal Beängstigendes ist. Ich würde für meine Hunde mein letztes Hemd geben. Ich spare nur für meine Hunde, träume nicht von Haus oder teurem Schickschnack, denn die Vierbeiner gehen vor.

    Manchmal habe ich mich aber von der gefühlten Wucht dieser Verantwortung fast erschlagen gefühlt. Dass man für ein anderes Lebewesen so völlig verantwortlich ist, welches komplett von einem abhängig ist...

    Mein Tagesablauf hat sich natürlich auch geändert, ich wurde vom dauerlesenden Stubenhocker zum Frischluft-Fanatiker, der sich über jeden Tag mit Starkregen oder starkem Wind ärgert, weil dann kann man ja nicht spazieren gehen und das ist gefühlt immer ein bisschen eine Katastrophe für mich :p Ein Tag ohne richtigen Spaziergang fühlt sich für mich tatsächlich fast immer unvollständig und doof an |)

    Für mich ist jeder Hund ein einzigartiges Individuum.

    Nichtsdestotrotz gibt es ganz klar rassetypische Eigenschaften, ich finde, das merkt man auch. Einfach gewisse Gemeinsamkeiten, die Art, das Gehabe... Immerhin wurden die meisten Hunderassen recht lange Zeit über für bestimmte Zwecke gezüchtet und somit auf bestimmte Merkmale selektiert.

    Ich bin ja totaler Chihuahua-Fan, eine Rasse mit sehr großer charakterlicher (und optischer) Bandbreite. Nichtsdestotrotz haben Chis für mich einen ganz eigenen Charme, der sie für mich "besonders" macht und von anderen Rassen abgrenzt. Andere kleine Begleithunderassen mögen mitunter ähnliche Charakterzüge haben, aber Chi ist Chi, auch wenn da ja grundsätzlich auch alles dabei sein kann vom eigenständigen Abenteurer (mein Rex ist so) bis hin zur gemütlichen Ausdauerkuschlerin.

    Darum möchte ich z.B. auch immer mindestens einen Chihuahua (aus dem Tierschutz) haben. Ich kann es schwer in Worte fassen, aber trotz der individuellen Persönlichkeiten jedes einzelnen Rassevertreters haben sie doch übergreifende Gemeinsamkeiten, die für mich "den" Chihuahua ausmachen.

    Nichtsdestotrotz finde ich, der "einmalige" Charakter einer Rasse sollte niemals dazu führen, problematische Zuchtrichtungen zu verteidigen und schönzureden, wie es ja z.B. des Öfteren bei Mops und Französischer Bulldogge passiert.

    Ich habe jetzt nicht alle Seiten gelesen, aber ich schließe mich da der wohl überwiegenden Mehrheit an: Die meisten Hundebesitzer merken halt einfach nicht, dass es da überhaupt was zu moderieren gäbe. Die können Hundesprache nicht so gut lesen und wissen daher gar nicht, was Drohgebärden, Beschwichtigungssignale, Individualdistanz etc. ist.

    Ich persönlich bin zwar durchaus der Meinung, dass nicht jede Hundebegegnung wie aus dem Lehrbuch stattfinden muss - so ist das Leben nunmal einfach nicht - aber ja, es wäre toll, wenn mehr Hundebesitzer auf die Bedürfnisse ihres Tieres achten und sich mit dessen Sprache auseinandersetzen würden. Da könnte man wohl einige völlig unnötige Vorfälle verhindern (Beißereien an der Leine, Rüdenkloppereien etc.)

    Hnm, interessante und auch herausfordernde Fragestellung.

    Ich würde ja sagen "Die Mischung macht's." Aber das dann näher zu erläutern ist überraschend schwierig *grübel*

    Also, zunächst mal denke ich schon, dass Intuition und Bauchgefühl oftmals sehr wichtig sein kann, gerade wenn es um das Zusammenleben mit anderen Lebewesen geht - natürlich auch zwischenmenschlich. Aber manche Menchen haben einfach ein "besseres" Bsuchgefühl als andere, hängr vieleicht auch einfach davon ab, wie empathisch, einfühlsam, aufmerksam man von Haus aus ist? Jedenfalls denke ich schon, dass es viele Hundehalter gibt, die in bestimmten Aspekten oder Situationen nach Intuition gehen - komplett unabhängig davon, wie es um ihr kynologisches Wissen bestellt ist. Und ich glaube auch, dass gerade diese Spontaneität und Flexibilität durchaus wichtige Bausteine im Hund-Mensch-Zusammenleben sind.


    Gleichzeitig bin ich persönlich ein großer Fan fundierten Wissens und sehe es als wirklich positive und lohnenswerte Entwicklung, was sich gerade im Bereich der Hundehaltung und -erziehug da so getan hat. Einfach, weil es dadurch automatisch viel mehr Möglichkeiten gibt, die Bedürfnisse des eigenen Hundes zu verstehen und adäquat darauf zu reagieren. Der eigene "Werkzeugkasten" ist dadurch einfach viel besser gefüllt, wenn man weiß, wie man Stress beim Hund erkennt, wie man mit einem reaktiven Hund umgeht, ob und wann eine Korrektur Sinn macht und welche.


    Ich bin mir sehr sicher, dass ich vieles nicht erkannt und gesehen hätte, wenn ich mich nicht mit Hunden befasst, gelesen, mich ausgetauscht und recherchiert hätte. Und gleichzeitig gehe ich davon aus, dass ich zum Beispiel auch völlig ohne dieses Wissen nicht auf einen Trainer gehört hätte, der mir geraten hätte, meinem Hund mal eins auf die Schnauze zu geben oder ihn über Schreckreize zum Gehorsam zu bringen. In der Situation war ich zum Glück nie, aber als regelmäßige Dogforum-Mitleserin fallen mir mehrere Fälle ein von Neuhundehaltern, die hier ohne großes Vorwissen aufkreuzen und schreiben, sie hätten einfach ein "schlechtes Bauchgefühl" beim Trainer, der auf recht grobe Weise erzieht und maßregelt. Andererseits gibt es natürlich auch jene Menschen, bei denen da keine Alarmglocken schrillen und deren Intuition da schweigt oder sogar noch zu einem solchen Verhalten tendiert.