Hnm, interessante und auch herausfordernde Fragestellung.
Ich würde ja sagen "Die Mischung macht's." Aber das dann näher zu erläutern ist überraschend schwierig *grübel*
Also, zunächst mal denke ich schon, dass Intuition und Bauchgefühl oftmals sehr wichtig sein kann, gerade wenn es um das Zusammenleben mit anderen Lebewesen geht - natürlich auch zwischenmenschlich. Aber manche Menchen haben einfach ein "besseres" Bsuchgefühl als andere, hängr vieleicht auch einfach davon ab, wie empathisch, einfühlsam, aufmerksam man von Haus aus ist? Jedenfalls denke ich schon, dass es viele Hundehalter gibt, die in bestimmten Aspekten oder Situationen nach Intuition gehen - komplett unabhängig davon, wie es um ihr kynologisches Wissen bestellt ist. Und ich glaube auch, dass gerade diese Spontaneität und Flexibilität durchaus wichtige Bausteine im Hund-Mensch-Zusammenleben sind.
Gleichzeitig bin ich persönlich ein großer Fan fundierten Wissens und sehe es als wirklich positive und lohnenswerte Entwicklung, was sich gerade im Bereich der Hundehaltung und -erziehug da so getan hat. Einfach, weil es dadurch automatisch viel mehr Möglichkeiten gibt, die Bedürfnisse des eigenen Hundes zu verstehen und adäquat darauf zu reagieren. Der eigene "Werkzeugkasten" ist dadurch einfach viel besser gefüllt, wenn man weiß, wie man Stress beim Hund erkennt, wie man mit einem reaktiven Hund umgeht, ob und wann eine Korrektur Sinn macht und welche.
Ich bin mir sehr sicher, dass ich vieles nicht erkannt und gesehen hätte, wenn ich mich nicht mit Hunden befasst, gelesen, mich ausgetauscht und recherchiert hätte. Und gleichzeitig gehe ich davon aus, dass ich zum Beispiel auch völlig ohne dieses Wissen nicht auf einen Trainer gehört hätte, der mir geraten hätte, meinem Hund mal eins auf die Schnauze zu geben oder ihn über Schreckreize zum Gehorsam zu bringen. In der Situation war ich zum Glück nie, aber als regelmäßige Dogforum-Mitleserin fallen mir mehrere Fälle ein von Neuhundehaltern, die hier ohne großes Vorwissen aufkreuzen und schreiben, sie hätten einfach ein "schlechtes Bauchgefühl" beim Trainer, der auf recht grobe Weise erzieht und maßregelt. Andererseits gibt es natürlich auch jene Menschen, bei denen da keine Alarmglocken schrillen und deren Intuition da schweigt oder sogar noch zu einem solchen Verhalten tendiert.