Beiträge von tinybutmighty

    Ich gehöre auch zur Fraktion meist entspannter Klein(st)hundehalter.

    Ich bin als Großstadtmensch Hundebegegnungen gewöhnt, allerdings laufen hier in den von mir frequentierten Gebieten halt wirklich fast ausschließlich "nette" Hunde rum. Ja, auch mal stürmische oder distanzlose Individuen, aber Begegnungen mit Hunden mit ernsthafter Beschädigungsabsicht hatte ich hier noch so gut wie nie.

    Doofe Situationen hat es trotzdem natürlich schon gegeben. Ich denke, hilfreich kann es da sein, ein gewisses "Repertoire" zu haben, wie man in solchen Situationen reagiert, also so was wie z.B. eigenen Hund hochheben, Fremdhund energisch verscheuchen, Fremdhund festhalten, whatever. Mit der Zeit habe ich ziemlich gut gelernt, Fremdhunde einschätzen zu können, also im Sinne von: Ist das einfach nur ein junger und stürmischer Rabauke, den ich wegscheuchen kann? Oder ist dieser Hund womöglich wirklich nicht ganz sauber in der Birne und ich nehme die Kleinen vorsorglich lieber hoch und weiche grooooßräumig aus?

    Zumindest mir hilft es, Fremdhunde halbwegs gut lesen zu können, ich fühle mich dadurch einfach nicht so "ausgeliefert".

    Im Zweifelsfall rate ich dir immer dazu, deinen Hund zu schützen. Es ist keine Schande, einen kleinen Hund mal hochzunehmen!

    tinybutmighty

    Wie schaffst du es, dazu ein ganzes Buch zu lesen? Mir wird schon bei der Zusammenfassung schlecht (also wirklich körperlich, ich kann das gar nicht...). Wie "explizit" ist es denn dargestellt?

    Ich weiß es ehrlich gesagt nicht. Für mich sind solche Schilderungen stellenweise auch schwer zu lesen, weil es mich unfassbar aufwühlt, dass Menschen so grausam und empathielos sein können. Aber irgendwie - nun ja, ich verstehe gerne, wie z.B. die menschliche Psyche funktioniert und irgendwie finde ich es auch wichtig, dass man die Stimmen der Überlebenden anhört. Dass man sensibilisiert und aufgeklärt wird, damit Opfer zukünftig weniger Retraumatisierung und Stigmatisierung erleben müssen, denn es kann ja wirklich jeden treffen.

    Die Freundin, die mir das Buch gegeben hat, hat Ähnliches durchgemacht und hat dazu auch ein Buch geschrieben, von dem ich hoffe, dass es veröffentlicht werden wird. Natürlich war es stellenweise schwer für mich, das zu lesen, aber ich finde dieses Hinschauen/Hinhören so wichtig.

    In dem konkreten Buch "The Sum of My Parts" sind die Schilderungen teils schon relativ "heftig", gehen jetzt aber auch nicht extrem ins Detail. Die Autorin hat für Betroffene aber z.B. auch vorne gleich reingeschrieben, in welchen Kapiteln sie Kindheit und Jugend beschreibt und ab wann es dann vor allem um den Heilungsprozess geht.

    Mich hat nach der OP eine Freundin von der Tierklinik abgeholt und mit dem Auto heimgefahren. Da wir im Stau standen, hat das genauso lange gedauert wie wenn ich die Bahn genommen hätte. Rex wäre beides wurscht gewesen. Der lag eh in seiner Transporttasche und hat noch geruht.

    Ach so, Fahrtdauer war so ca. eine Stunde.

    Zuletzt gelesen: "The Sum of My Parts: A Survivor's Story of Dissociative Identity Disorder", Olga R. Trujillo

    TW: Mi*sbrauch


    "The Sum of My Parts" ist der leider bislang nie ins Deutsche übersetzte Erfahrungsbericht von Olga R. Trujillo, die darin von ihrer Kindheit und Jugend schreibt, in der sie entsetzliche Brutalität erlebte. Olga wuchs als Tochter südamerikanischer Immigranten in den USA auf. Schon als Kleinkind erlebte sie grauenvollste s*xuelle Gewalt durch den eigenen Vater, der Olga benutzte, wie und wann es ihm passte. Die Schmerzen und Todesangst der Dreijährigen spornten ihn sogar noch mehr an. Die Mutter, die teils selbst Opfer der Übergriffe ihres Mannes war, konnte Olga nicht beschützen und zog sich immer mehr in sich selber zurück.

    Schon sehr, sehr früh dissoziierte Olga, um zu überleben. Ihr Verstand spaltete sich sozusagen in mehrere Teile ab. Auf diese Weise gelang es Olga, den Alltag zu überstehen, denn es waren einzelne Anteile von ihr, die den Mis*brauch ertrugen, während Olgas Alltags-Ich von diesem sozusagen kaum etwas mitbekam.

    Immer wieder stieß Olga auf hilfsbereite, liebevolle Menschen, die ihr zeigten, dass das Klima der Angst und Gleichgültigkeit, welches in ihrer Familie herrschte, nicht alles war, was die Welt zu bieten hatte. Da waren verständnisvolle Lehrerinnen, die Olga unter ihre Fittiche nahmen und ihre Talente förderten, ebenso wie eine engagierte Nachbarin, die einmal sogar Olgas Vater zu konfrontieren versuchte.

    Doch trotz dieser kleinen Lichtblicke musste Olga ein viele Jahre andauerndes Martyrium ertragen, denn ihr Vater ermutigte sogar ihre beiden älteren Brüder dazu, das Mädchen zu mis*brauchen. Als Olgas Vater starb, war sie 11 Jahre alt, doch die Qualen setzten sich noch mehrere Jahre lang fort, da nun Olgas Brüder sich auf grausamste Weise an ihr vergingen - und manchmal sogar ihre Freunde zum Mitmachen animierten.

    Wie resilient Menschen sein können, das zeigt Olga R. Trujillos Geschichte auf wirklich eindrucksvolle und erschütternde Weise. Sie schaffte es sogar, die Schule abzuschließen und zu studieren, schließlich arbeitete sie als Anwältin für die US-amerikanische Regierung. Trotz ihrer erfolgreichen Karriere und ihrer liebevollen Ehe wurde Olga jedoch wieder und wieder von der Vergangenheit eingeholt. Sie konnte sich ihre Angstattacken und Gedächtnislücken selbst jahrelang nicht erklären, erinnerte sich kaum an ihre Kindheit, und verspürte eine beklemmende innere Enge, wenn ihre Mutter oder ihre Brüder sie kontaktieren.

    Olga war bereits über 30, als sie sich schließlich in Behandlung aufgrund ihres sich verschlechternden psychischen Zustands begeben musste. Mithilfe eines sehr erfahrenen und einfühlsamen Therapeuten, Dr. Summers, tastete sie sich schrittweise an die furchtbare Wahrheit heran. Nach und nach wagten sich Anteile nach vorne, berichteten von den erlittenen Qualen und Traumatisierungen. Für "Alltags-Olga" ein äußerst kräftezehrender und höchst belastender Prozess, denn obwohl sie schon zuvor jahrelang an chronischen Schmerzen gelitten hatte, kamen diese nun immer heftiger - die während des Mis*brauchs erlebten Schmerzen, sozusagen "gespeichert" in anderen inneren Anteilen Olgas.

    Mehr als einmal wollte Olga alles hinschmeißen, aufgeben, sich nicht mehr mit der jahrelangen Tortur, die sie da durchgestanden hatte, befassen. Doch wieder und wieder trieb der Gedanke an ihre Heilung sie voran, wieder und wieder machte sie weiter, kämpfte sie weiter für sich selber, für eine bessere, angstfreiere Zukunft.


    Heute engagiert Olga R. Trujillo sich unter anderem für andere Mis*brauchsopfer und spricht auch öffentlich über ihre eigenen Erfahrungen. Mit ihrer Partnerin gemeinsam lebt sie auf einer Farm.


    "The Sum of My Parts" ist einer der wohl intensivsten, schmerzhaftesten, aber auch realistischsten und nachvollziehbarsten Erfahrungsberichte über die Dissoziative Identitätsstörung. Das Buch räumt anhand von Olgas eigener Geschichte mit Vorurteilen und Falschinformationen zu Dissoziation auf, ist darüber hinaus aber vor allem ein zutiefst bewegendes Zeugnis eines Heilungsprozesses. Von mir klare Leseempfehlung.

    Es gibt einen Unterschied zwischen direkt und schnörkellos vs. beleidigend und unverschämt.

    Das Verhalten des hier beschriebenen Trainers empfinde ich als unverschämt. Ich lasse mich doch nicht in einer Hundeschule als "Frau Professor" oder Ähnliches beschimpfen, nur weil ich Fragen stelle.

    Ich hab HundetrainerInnen gerne, die klares Feedback geben, konstruktive Kritik anbringen und ehrlich sind. Aber das geht auch, ohne das Gegenüber runterzumachen.
    Für mich klingt das nicht nach einem Trainer, der gut mit Menschen umgehen kann. Das ist aber nunmal Teil des Hundetrainer-Daseins.