Beiträge von tinybutmighty

    Meine Hunde sind heute mit mir im ICE nach Deutschland gefahren - wir saßen von 11:20 bis 19 Uhr (dank 1,5h Verspätung) nonstop im Zug und sie haben das sooo gerockt :herzen1: Jasmin hat sowieso den Großteil der Fahrt entspannt schlafend in ihrer Tasche und auf meinem Schoß verbracht, aber auch der manchmal etwas ungeduldige Rex war echt brav. Außerdem haben sie die Mitreisenden auch ganz rasch um die Pfötchen gewickelt und dank ihnen hatte ich dann auch supernette Begegnungen =)

    1.12. Wie sollte die Inschrift auf deinem Grab lauten?

    Eigentlich ist mir ein Grab total unwichtig.

    Aber wenn, dann so was wie: "Sie lebte authentisch, scheute sich nicht davor, unbequem zu sein, trat stets für ihre Ideale & Überzeugungen ein" - und ich hoffe, ich kann mich dieser Inschrift noch gebührend würdig erweisen.

    Oder vielleicht ein Zitat, so was wie

    "The Art of Losing isn't hard to master

    Although it may look like (write it!) -

    like Disaster" (Elizabeth Bishop)

    oder

    "Die Wahrheit bleibt ungezügelt

    noch in den letzten Zügen" (Erich Fried) -

    uuuh, mir kommen viele Ideen... ich hör lieber mal auf^^

    30.11. Heute hast du fast...

    eine Freundin gefragt, ob sie die Hunde sitten kann, während ich ins Kino gehe. Habe es mir dann aber doch anders überlegt und die Hunde stattdesssen alleine zuhause gelassen. Jetzt bin ich froh darüber, weil Jasmin ja immer Probleme mit dem Alleinebleiben hatte, es aber erstaunlich gut geklappt hat. Das waren heute sage und schreibe vier Stunden und sie hat es super gemeistert und nicht mal gewufft, als ich zurückgekommen bin :hurra:

    So, bin nun fertig mit "Unmasking Autism" von Dr. Devon Price und absolut begeistert! Dieses Buch hat das Zeug dazu, autistische Leben zu retten, regt zu gesellschaftlichen Veränderungen an und ermutigt zu radikaler Selbstakzeptanz.

    Price beschäftigt sich zunächst einmal mit den gängigen Klischees und Vorurteilen gegenüber Autismus, die leider auch in Fachkreisen noch sehr häufig vorherrschend sind und dazu führen, dass vor allem Frauen, aber auch andere Minderheiten (in den USA z.B. People of Colours/Latinx) oft erst spät (oder gleich gar nicht) diagnostiziert werden. Price fordert dazu auf, Autismus neu zu denken, als Neurotyp, der von der Mehrheit abweicht, deshalb aber nicht pathologisiert und dehumanisiert werden muss. Er zeigt auf, warum das Maskieren (Camouflaging & Compensating Autistic Traits) für viele AutistInnen auf Kosten der psychischen Gesundheit geht, und gibt mitunter sehr praktische Anregungen (inklusive Übungen) für mehr Authentizität, Selbstbestimmung und Akzeptanz. Dabei gewährt Price immer wieder auch Einblicke in sein eigenes Leben als Autistischer, trans Person und beschreibt den langen, eigenen Leidensweg und wie es ihm schließlich gelang, Scham und Selbsthass abzulegen und die eigene Identität schätzen zu lernen, mit allen Facetten und Besonderheiten.

    Nun ist das Ablegen der Maske nicht einfach und sollte auch keine rein individuelle Angelegenheit sein, wie Price argumentiert: In seinen letzten Kapiteln beschäftigt er sich mit gesellschaftlichen Strukturen, die Autistische Menschen (und nicht nur diese) behindern und diskriminieren und was getan werden könnte, um die Gesellschaft auch in dieser Hinsicht barrierefreier, empathischer und für AutistInnen zugänglicher zu gestalten.

    Das Buch ist eine gelungene Mischung aus neuester Forschung und Studienergebnissen, autobiographischen Elementen, Ratgeber für Menschen auf dem Spektrum, und klarem Bekenntnis zur Neurodiversitäts-Bewegung, das sich nicht scheut, Missstände aufzuzeigen und zu benennen.

    Von mir ganz klare Leseempfehlung!