Beiträge von tinybutmighty
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Zuletzt gelesen: "The Woman in Me", Britney Spears
"Free Britney" hat ein Buch geschrieben, in dem sie ihre bewegte Lebensgeschichte, geprägt von Extremen, erzählt. Spears wuchs in den 80er-Jahren im Süden der USA auf, ihre Eltern waren zunächst sehr arm, der Vater war Alkoholiker, das familiäre Leben daher geprägt von Chaos und Angst. Schon früh zeigte Spears musikalisches Talent und wurde von den Eltern auch gefördert und zu allerlei Castings gekarrt. Mit dem "Mickey Mouse Club" wurde Spears schok als Kind berühmt - so wie Christina Aguilera und Justin Timberlake. Anschließend konzentrierte sie sich auf ihre musikalische Karriere. Britney wurde noch während ihrer Jugend zum Weltstar. Doch der Ruhm kam auch mit Schattenseiten, ein normales Leben war für sie nicht mehr möglich. Spears hatte keinerlei Möglichkeit mehr, ihre Privatsphäre zu wahren, selbst schmerzhafte Trennungen wie die von Justin Timberlake wurden medial ausgeschlachtet. Wie geht man damit um als junger, sensibler Mensch?
Irgendwie machte Britney Spears immer weiter, denn Musik und Perfformance, dfür schlug ihr Herz ja auch. Sie verliebte sich in den Tänzer Kevin Federline, bekam zwei Söhne mit ihm - doch weiterhin kehrte keine Ruhe ein, auf Schritt und Tritt wurde sie verfolgt, fast die ganze Welt schien ständig über ihre Mutterqualitäten oder das Fehlen derselben zu urteilen.
Irgendwann kam er, der wohl unvermeidliche Zusammenbruch. Doch hier begann erst das eigentliche Drama im Leben der Pop-Ikone: 13 Jahre lang stand Britney unter der Vormundschaft ihres wohl eher lieblosen, sehr am Geld seiner Tochter interessierten Vaters, den sie nie als wertschätzend und warmherzig empfunden hatte.
In "The Woman In Me" berichtet Spears von diesen fast eineinhalb Jahrzehnten, in denen ihr Leben fast völlig fremdbestimmt wurde und sie sich den zahlreichen Regeln ihres Vaters beugen musste - für den sie in dieser Zeit weiterhin gut Kohle machte, von der sie selbst aber aufgrund der Vormundschaft quasi nur ein "Taschengeld" abbekam.
Britney erzählt in diesem Buch von ihrer Verzweiflung, ihrer Wut, ihrer Enttäuschung - und wie es ihr dennoch gelang, die Hoffnung auf ein selbtsbestimmteres, erfüllteres Dasein nie aufzugeben und schließlich erfolgreich gegen die fragwürdige Vormundschaft vorzugehen.
Ich finde die Autobiographie von Spears durchaus lesenswert, sie war aber auch eine der Popmusikerinnen zu deren Songs meine Schwesterbund ich als Kind voller Elan tanzten und herumhopsten. Ihre Geschichte ist wohl ziemlich einzigartig und auch schockierend - denn wie kann das sein, dass eine so weltweit gehypte erfolgreiche Künstlerin 13 Jahre lang unter eine Vormundschaft gestellt wird, die dermaßen fragwürdig war und sicherlich nicht vereinbar mit ihren besten Interessen?
Ja, "The Woman In Me" ist sicherlich keine tiefgründige, extrem selbstreflektierte Lektüre - das kann man Spears aber auch durchaus zugestehen, nachdem sie jahrzehntelang selbst von der eigenen Familie vor allem als Cash Cow ausgebeutet wurde. Ich fand es auf jeden Fall sehr interessant, dass sie selbstnun ihre Geschichte erzählt hat, und wünsche mir, dass auch im Lichte der Öffentlichkeit stehenden Personen mit grundlegendem Respekt und Anstand behandelt werden.
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micky86 Da gibt es ganz verschiedene Ausführungen, schau mal hier auf Etsy z.B: https://www.etsy.com/at/market/keyboard_fidget
Wirklich sehr laut sind die meisten halt nicht, aber gerade für den Anfang bei einem eh ängstlichen Hund kann gerade das von Vorteil sein. Und meine Hunde reagieren da schon drauf, wenn ich damit rumspiele
Also sie merken dann natürlich, dass das für sie bedeutungslos ist, ich benutze das ja für mich selber, aber würde ich es als Marker einsetzen, ginge das wohl problemlos 
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Du könntest ein Fidget Toy/Stim Toy nehmen, das Geräusche macht. Ich habe zB so eine Mini-"Tastatur" mit 4 Tasten. Also für mich selber
Aber könnte man als Clicker für den Hund ja gemauso gut einsetzen. -
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Zuletzt gelesen: "Bild ohne Mädchen" von Sarah Elena Müller
Das Mädchen ist die namenlose Protagonistin in diesem Buch. Das Mädchen spricht wenig, macht ins Bett, sieht einen Engel, findet in der Schule keinen Anschluss. Die Eltern wirken bemüht und progressiv, doch auch sie scheinen häufig sprachlos zu sein.
Das Mädchen verbringt viel Zeit bei den Nachbarn - Ege, einem alkoholkranken gescheiterten Akademiker, der eine philosophischen Praxis ohne KlientInnen betreibt, sowie seiner Lebenspartnerin Gisela. Ab und zu ist auch Eges Sohn aus Berlin zu Gast, doch das Verhältnis zu seinem Vater scheint schwierig und zerrüttet.
Das Mädchen ist viel mit sich selbst beschäftigt, wirkt unglücklich, rastlos.
Sarah Elena Müller schreibt sehr dicht und eindringlich, was der bedrohlich-trostlosen Atmosphäre des Buches Nachdruck verleiht. Gleichzeitig empfand ich den sprachlichen Stil des Buches als stellenweise ziemlich anstrengend und zu "gewollt künstlerisch". Da hadere ich manchmal generell mit jüngeren deutschsprachigen AutorInnen, die ihre (Debut)romane mit Metaphern und anderen Stilmitteln überfrachten, insbesondere wenn dies auf Kosten der eigentlichen Handlung geschieht.
Sarah Elena Müller ist zweifelsohne eine talentierte Autorin, die sich in ihrem ambitionierten Erstling nicht plump einem wichtigen, nach wie vor tabuisiertem Thema widmet. Dennoch sehe ich bei "Bild ohne Mädchen" ein paar Schwächen, an erzählerischer Kraft kann es dieser Roman meiner Ansicht nach nicht mit Werken wie z.B. Anna Mitgutschs brillantem "Die Züchtigung" aufnehmen.
Triggerwarnung: Mis*brauch
Spoiler anzeigen
Persönlich finde ich Bücher, in denen man sich einer Missbrauchsthematik so schleichend und für den Leser "unklar" nähert, immer ein wenig schwierig. Es drängt sich da schnell das Gefühl auf, dass es dem Schreiberling um einen "Schockeffekt" geht, wenn die Enthüllung des stattgefundenen Missbrauchs eher gegen Ende des Buches sozusagen als "Plot-Twist" erfolgt. Das hat etwas von einem Voyeurismus, dem ich mit gemischten Gefühlen gegenüberstehe. Bei "Bild ohne Mädchen" gibt es ja diverse Anzeichen dafür, dass etwas mit dem Seelenleben des Kindes auf sich hat, doch dies hätte ja nicht unbedingt mit einem Trauma zusammenhängen müssen, ich hatte z.B. anfangs den Gedanken, das Kind sei vielleicht autistisch.
Im Falle von "Bild ohne Mädchen" finde ich die gewählte Erzählperspektive nachvollziehbar, weil aufgezeigt werden soll, wie auch noch in den Achtzigern und Neunzigern eine große Sprachlosigkeit um solche Themen herrschte, wie weggeschaut, geleugnet, verdrängt wurde. Es entsteht dadurch auch Verständnis für die namenlose Protagonistin, die das ihr Geschehene selbst jahrelang nicht klar sehen und benennen konnte.
Trotzdem bleibt für mich dieser leichte Hauch eines schalen Beigeschmacks.
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4.1. Das Beste am heutigen Tag?
Homeoffice statt Büro
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