Beiträge von Sus.scrofa

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    OffTopic, deswegen im Spoiler.
    1. Ich finde deine Arbeit echt super interessant!
    2. Was ist das für ein Tier im ersten Video am Anfang und als drittes? Ein Luchs?
    3. Die Wildschweinherde (?) am Ende. Sind das zwei Herden? Es scheint ja so, als ob die sich aufgeteilt hätten.. oder ist das normal bei denen?

    Die Fragen klingen sicherlich total doof für dich. Entschuldige :hust:

    1. Danke, ich auch. :D
    2. Leider kein Luchs. Das sind handelsübliche Füchse.
    3. Das wird alles die selbe Rotte (so nennt man laut Jägern eine Wildschweinherde, ich persönlich sage gerne "Schwarm", nur um ein paar dumme Gesichter zu ernten |) ) gewesen sein. Die verteilen sich ziemlich großflächig und so eine Kamera überblickt ja auch nur einen Teil des Geländes. Im Hintergrund hört man es ja auch noch deutlich krachen. Manchmal hat man aber auch nur einen oder zwei Frischlinge drauf und der Rest ist so weit entfernt, das man meint, die wären ganz alleine. Sind sie aber nicht. Die unternehmen durchaus auch mal kleine Ausflüge abseits der Rotte, wenn sie sich sicher fühlen.

    Wir drücken auch Daumen und Pfoten für euch! Weiß genau, wie ihr euch gerade fühlt. :omg: Ich hatte einen ähnlichen Fall im November 2013. Bei uns war's eine Autoimmunerkrankung (allerdings ohne Fieber und die Thrombos komplett auf 0). Ich nehme mal an, auf Zeckenkrankheiten wird auf jeden Fall getestet? Das Fieber spricht ja wahrscheinlich mehr für was infektiöses.

    EDIT: Gerade noch gelesen, dass sie noch kaum Zecken hatte. Zumindest die Anaplasmose ist in Zecken aber gar nicht so selten. Meine hatte auch selten Zecken und trotzdem den Mist.

    Oh mein Gott. Darf ich fragen, was Dein Hund hatte?

    @Mithund, @Dackelbenny:

    Also kurz zusammengefasst: Alles!

    1. immuninduzierte Thrombozytopenie (Behandlung mit Chemotherapie und Immunsuppressiva)
    2. Vereiterte Gesäugeleiste und Gebärmutter weil beides mit Blut vollgelaufen war
    3. Sepsis (per Not-OP Gesäugeleiste und Gebärmutter entfernt)
    4. schwere Anaplasmose, die aufgrund der Belastung durch die Vorerkranknugen ausbrach, Hund komplett gelähmt, konnte nur noch die Augen bewegen
    5. wochenlang unerklärliche Bauchschmerzen, nachdem sie das AB gegen die Anaplasmose nicht vertragen hatte
    6. mehrere Magendrehungen
    7. Splenektomie, weil die Milz total mit Kalkknötchen durchsetzt war und ich den Verdacht hatte, dass deshalb der Magen drehte. Der Hund schrie zu diesem Zeitpunkt die Nächte durch. Ich habe beim TA gesagt, entweder sie machen auf oder schläfern ein, aber so konnte das nicht weiter gehen. Magen wurde auch fest genäht.
    8. neuer Anaplasmose-Schub, wieder AB, wieder extreme Probleme damit
    9. Polyarthritis durch die Anaplasmose
    10. Schließlich schwerste Arthrose in einem Schultergelenk, Knorpel sah aus wie Kopfsteinpflaster, Hund konnte sich nicht mal mehr im Liegen umdrehen (ACP-Therapie).
    11. Analbeutelkarzinom. Als das entdeckt wurde, waren im Ultraschall Bauchraum bereits kaum mehr Organe erkennbar. Mit Kortison noch 3 Wochen.

    Allein 6 Wochen Klinikaufenthalt inklusive tägliche Medikamente, fast tägliche Transfusionen, Ultraschall, Blutuntersuchungen, viele Medikamente aus dem Humanbereich extrem teuer, die ganzen OPs - ich hab hier ne richtig fette Mappe nur mit TA-Rechnungen aus der Zeit.

    Ob man's glaubt oder nicht: Der Hund hatte durchaus lebenswerte Phasen zwischen all diesen Punkten. Und alles was dann neu kam, konnte eben behandelt werden. Das ist ein Teufelskreis. Erst lässt man behandeln, weil man den Hund ja schlecht aus Geldnot einschläfern kann. Und später denkt man: Jetzt hast du es bis hierhin durchgezogen, die eine Sache schaffen wir jetzt auch noch. Zwischen der ACP-Therapie und dem Krebs war sie ein Dreivierteljahr wie ein völlig normaler Hund und hatte noch eine tolle Zeit. Trotzdem: Wenn ich das ganze noch mal entscheiden müsste, wäre nach Punkt 3 Schluss. Bei der Not-OP hatte sie eine Überlebenswahrscheinlichkeit von 2%. Da hab ich gedacht: Mach das jetzt noch, dann hast du ein reines Gewissen. Ich hätte nie gedacht, dass der Hund das überlebt und welche Konsequenzen das für sie haben würde. :verzweifelt:

    Ich lege auch immer was an die Seite. Eine Versicherung haben wir nicht. Beim letzten Hund musste ich über 15.000 € in 18 Monaten zahlen. Darauf kann man sich sowieso nicht vorbereiten. Und da es mehrere Krankheiten hintereinander waren, die unabhängig voneinander waren, hätte eine Versicherung wohl auch nichts genützt, weil die einen ja - so hat man es mir damals erklärt - nach Behandlungsende einer Krankheit jederzeit rausschmeißen können. Ist einer Freundin von mir übrigens dann auch tatsächlich so passiert.

    Ich habe einfach mal gerechnet: Meine beiden ersten Hunde erkrankten mit 5 und 6 Jahren. Der erste war gleich infaust, da konnte man wenig machen, das war dafür auch relativ preisgünstig, der zweite war halt der große Jackpot. Wenn ich davon ausgehe, dass mein Hund mit 5/6 Jahren anfängt, die TA-Kasse klingeln zu lassen und ich bis dahin jeden Monat das Geld auf Seite lege, dass ich für eine Krankenversicherung bezahlen würde, hab ich schon gut was zusammen, wenn es soweit ist.

    Für kleinere Rechnungen, die noch im dreistelligen Bereich liegen, ist immer was da. Wäre das nicht gegeben, hätte ich mir keinen Hund mehr gekauft. Ich fand es damals ganz schlimm, drüber nachdenken zu müssen, den Hund nur deshalb einzuschläfern, weil man das Geld nicht mehr hat. Daher ist der Finanz-Puffer für Frieda jetzt auch schon ziemlich dick, obwohl sie erst 2 ist. Wenn man sowas mal erlebt hat, legt man pro Monat so ziemlich alles an die Seite, was noch über ist. :verzweifelt:

    Und noch zum Vorfall mit der Joggerin: Ich sehe da in der Tat auch "nur" eine Zufallsbegegnung und nicht etwa einen Menschen-jagenden Wolf. Ich glaube nicht, dass da zwingend was passiert wäre, zumal die Dame ja auch noch ihre Stöcke hatte.

    Dennoch kann auch ich an der Situation nichts harmloses finden, weil sie wieder beweist: Es ist auch bei diesem Tier keine Scheu vor dem Menschen vorhanden. Und das ist ein Grundproblem, dass auch bei vielen anderen Arten (Gehegehirsche, angefütterte Wildschweine, Bären etc.) Eskalations-Potenzial bietet. Aber darüber kann man sich ja dann Gedanken machen, wenn es schließlich soweit ist, nicht wahr, liebe Wolfsberater?

    ich kann mir nicht vorstellen das eine Bejagung vom Wolf sein Verhalten verändert. Es wird immer Vorfälle wie die in Rathenow geben. Mir schon klar das die Behörden was unternehmen müssen

    Doch doch, das klappt. Bist du schon mal einem Reh, Wildschwein oder Hirsch begegnet? Die laufen garantiert vor dir weg und zwar nicht, weil sie dich persönlich unsympathisch finden, sondern weil die Erfahrungswerte haben. Man muss den auch nicht tot schießen. Würde man Gummigeschosse nehmen, würde der auch lernen, das Menschen böse sind. Die Scheu der meisten Wildtiere ist darin begründet, dass der Mensch sie bejagt. Deshalb werden Hirsche und Co auch so zutraulich, wenn sie z. B. auf Truppenübungsplätzen regelmäßig Menschen begegnen, die sie nicht bejagen. Und beim Wolf ist es genau so - nur das für den ganz Deutschland quasi ein Truppenübungsplatz ist.

    Um das anhand des Schädels zu bestimmen, muss man den Schädelindex berechnen (Hirnschädelvolumen/Gesamtschädellänge). Wenn man dann eine Zahl unter 2,75 raus bekommt, ist es eine Wildkatze.

    Es ist mit Sicherheit nicht unwahrscheinlich, dass es sich um eine Wildkatze handelt - in RLP besonders im Hunsrück und in der Eifel. Außerdem sind die nicht so selten, wie man glaubt. Ich habe jahrelang Kameras, die ich für meine Wildmonitorings brauchte, in einem gut von Erholungssuchenden besuchten Stadtwald getestet, bevor sie ins Monitoring integriert wurden. Irgendwann habe ich einfach mal einen Lockstock mit Baldrianöl da gelassen. Die erste Wildkatze kam keine 4h nachdem ich weg war. Seitdem habe ich innerhalb weniger Monate mindestens 4 verschiedene Individuen nachgewiesen und eine Katze hatte sogar ein Jungtier dabei. In dem Gebiet hätte das keiner für möglich gehalten, dass es nicht nur eine hohe Population, sondern auch schon Nachwuchs gibt. Woher auch? Katzen sind sehr heimlich, man sieht die nicht. Ich hatte zwar mal Spuren im Schlamm gefunden, das aber als verwilderte Hauskatze abgetan.

    Übrigens sind die auch äußerlich ganz gut zu unterscheiden. Hier sieht man ab 0:20 eine wildfarbene Hauskatze:

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    Der Schwanz ist viel dünner und die Spitze ist hell.

    Im Vergleich dazu Wildkatzen mit viel buschigerem Schwanz mit Ringelung und dunkler Spitze:

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    Genetisch müssen die nicht astrein sein, da es ja häufiger zu Kreuzungen mit Hauskatzen kommt. Da kann immer mal eine Spur Hauskatze mit drin sein. Aber man kann schon den "Wildkatzentyp" vom "Hauskatzentyp" klar unterscheiden.