Beiträge von Sus.scrofa

    Bäh, hab gerade mal das Video geguckt. Das ist die Moultrie m990i. Hab drei Kameras dieses Modells durch, die hatten alle dieses ekelhafte Tonproblem. Irgendwann war ich die Austauscherei leid. Das Mistvieh ist dann auch konsequent nach nur einem Jahr Einsatz freiwillig zur Hölle gefahren. Auf Gewährleistung hab ich verzichtet. Kameras dieser und anderer Marken aus der gleichen chinesischen Fabrik haben bei mir Hausverbot. :wuetend:

    Sorry, das nur mal Funfact am Rande... :pfeif:

    @Sus.scrofa hatte doch mal ein geniales Beispiel, was Journalisten aus einem Interview machen können, ging es da nicht um eine geschützte Muschelart?

    Flusskrebse. Ich sagte: Amerikanische Flusskrebse dürfen vom Fischereiberechtigten entnommen und verwertet=gegessen werden. Heimische Edelkrebse stehen unter Natuschutz und dürfen noch nicht mal angefasst werden. Die gibt es hier im Bach XY aber auch gar nicht, weil die sehr selten sind.

    Zeitungsartikel: Im Bach XY gibt es Edelkrebse. Besonders lecker schmecken sie mit Remouladensauce. :???:

    Naja, war ja fast richtig. :ugly: Ich hab fast alle Worte in dem Artikel verwendet. Zwar in nem völlig anderen Zusammenhang, aber ich will ja nicht kleinlich sein. Ich hab ja viele Pädagogen in der Familie. Die würden dazu sagen: Guter Ansatz! :lol:

    Ich finde, man kann durchaus eine lässige Einstellung und dennoch ein Auge auf seinen Hund und dessen Kontakte haben. Ich lasse alle Hunde grundsätzlich erstmal "unter sich regeln" - auch ohne Leine, sofern der andere Hund auch nicht angeleint ist. Bei angeleinten Hunden leine ich ebenfalls an. Mein Hund tut nichts, aber ich kenne den Grund für das Anleinen nicht, also spiegele ich das Verhalten aus Sicherheits- und Höflichkeitsgründen.

    Eingriffe meinerseits erfolgen nur dann, wenn ich einen Hund schon als aggressiv oder extrem wilden Spieler kennen gelernt habe und der Halter trotz freundlicher Aufforderung keine Taten folgen lässt. Das ist zum Glück selten, kommt aber ab und zu vor.

    Ob Groß oder Klein ist mir bis zu einem gewissen Punkt egal. Ich habe auch schon mal einen Zwergschnauzer mit Gewalt aus dem Ohr meines viel größeren Setters entfernen müssen. Umgekehrt ist es mal vorgekommen, dass ein äußerst fetter Labbi versucht hat, volles Rohr in uns rein zu donnern, wo ich Frieda im offenen Wiesengelände einfach hab flüchten lassen (Labbi lief danach nur noch auf drei Beinen). Aber rein gewichtstechnisch halte ich es schon für logisch, dass ab einer gewissen Differenz für den kleineren Hund die Gefahr besteht, dass er ernsthaft verletzt wird. Ist alles situationsabhängig. Wenn der Hund zwar größer aber alt und/oder fett ist, ist mein derzeit noch junger und wendiger Kleinhund nicht in Gefahr. Aber ein Junglabbi, der es witzig findet, ihr mit vollem Karacho in den Rücken zu springen, darf schon mal etwas zur Umsicht gemahnt werden.

    Es geht einfach darum situationsabhängig zu entscheiden. 99% der Situationen sind vollkommen unproblematisch. Beim Rest muss man eben entscheiden, ob man damit leben kann, wenn dem eigenen Hund was passiert, weil man Hemmungen hatte, dazwischen zu gehen. Ich persönlich kann das nicht. Und die Härte der Reaktion lässt sich ja ebenfalls gut anpassen. Ich muss ja nicht gleich das Messer zücken, wenn es im Spiel mal etwas wilder zugeht.

    Also ich gehör ja auch zu den Leuten, die spätestens beim zweiten Mal, wenn der angreifende oder spielerisch Frieda-umwalzende Hund trotz Bitte nicht angeleint wird, sehr wirksam Füße und Stimmbänder einsetzt.

    Für die etwas entspannteren Situationen, wo ich nicht gleich Bisswunden oder gebrochene Knochen abwehren muss, sondern wo es wirklich nur um etwas Abstand geht, habe ich ein Geheimrezept entdeckt. Meine letzte Hündin hatte in ihrer Krankheitsphase jede Menge kahl rasierte Stellen (alle 4 Beine für Venenzugänge + diverse Stellen zur Probenentnahme und OP-Wunden). Auf die Aussage, der Hund sei krank, möge keine anderen Hunde und zur Stressvermeidung würde ich ums Anleinen bitten, wurde nur unbefriedigend reagiert. Auf "Der hat Räude." immer sofort.

    In Ermangelung kahler Stellen hat meiner jetzt halt Flöhe oder "massenhaft Würmer". Erwähne ich meistens so nebenbei, wenn er schon in uns rein gelaufen ist und die Besitzer mit "Der tut nix." runterspielen. Daraufhin kommt dann: "Ja, ich mein halt nur, weil meiner total verwurmt/verfloht ist. Aber wenn Sie das nicht stört, ist's ja gut." Reaktionen sind immer lustig zu beobachten. :D

    Gerade versucht, einen französischen Artikel mal eben schnell von Google übersetzen zu lassen.

    Titel:
    France: perdues, six jeunes filles scoutes échappent au loup grâce à une chienne!


    Übersetzung:

    Frankreich: verloren, sechs Mädchen entkommen Scout Wolf durch eine Schlampe! :???: :lachtot:

    (In Wirklichkeit wurden sie durch eine Hündin der Hundestaffel gefunden.)

    Und auch irgendwie bemerkenswerter Satz: Nachdem schon die ganze Woche jeden Tag zur gleichen Uhrzeit die Zeugen Jehovas bei uns klingeln und wir nicht aufmachen, lag heute eine Einladung zu einem Kongress im Briefkasten. Motto des Kongresses: Gib nicht auf!
    Mein Bruder vorhin: "Aber dass die jeden Tag bei uns klingeln, obwohl wir offensichtlich zu Hause sind und offensichtlich trotzdem nicht aufmachen, finde ich schon dreist."
    Ich: "Naja, das Motto des Kongresses ist ja auch: Gib nicht auf!" :D

    @Sus.scrofa

    Mich würde sehr interessieren, was dein Hund für Regeln einzuhalten hat im Wald :smile:

    Ganz ehrlich, Frieda muss nicht viele Regeln einhalten. Meine Setter sind ja nicht alt geworden und diesmal wollte ich ganz entspannt jeden Tag genießen, ohne viel Zeit in Ausbildung zu stecken. Das ist der Grund, warum es diesmal eine etwas weniger triebige Rasse sein sollte. Grundsätzlich kann sie Jagdmodus (Weste/Glöckchen) und Spaziermodus (nur Halsband) gut auseinanderhalten. Im Spaziermodus erkenne ich an ihrer Körpersprache sehr gut, ob sie was in die Nase bekommt und wirke dann schon ein, bevor sie hinterher ist. Wenn das passiert hört sie eh nichts mehr, bricht aber meist auch sehr schnell die Verfolgung ab. Die Rasse ist halt in erster Linie zum Aufscheuchen von Wild gezüchtet und das merkt man bei ihr öfter. Wenn's einmal läuft, muss sie dann auch nicht mehr kilometerweit hinterher.

    Bei den Settern war es das übliche.
    - nicht vom Weg runter
    - nicht weiter als 20m vor
    - beim Ableinen, Auto-Ein- und -aussteigen etc. auf Kommando warten (Impulskontrolle)
    - Pfeifen als Not-Aabruf mit Jackpot-Leckerchen
    usw.

    Die einzige Regel, die ich auch für Frieda übernommen habe ist, dass mit Sonnenuntergang und wenn wir abseits der Wege laufen müssen, grundsätzlich angeleint wird. Man soll sein Glück ja auch nicht herausfordern.

    @Mia2015:

    Genau das ist das, was ich meine. Wenn Leute keine Vorstellung davon haben, wie ein Jagdhund tickt, haben die oft auch keinen Trainingsplan. Z.B. dass der Hund den Weg nicht verlassen darf, wie du schreibst, und zwar keinen cm, das haben bei mir im Bekanntenkreis viele nicht verstanden. Die hielten das für eine total übertrieben militante Erziehungsmethode. Oder wenn man den Hund zum Radiustraining manchmal alle zwei Minuten zurückrufen muss und gefragt wird, warum das denn nötig ist, dass der Hund nicht mal "ein bisschen" weiter vorlaufen darf... :fear:

    Wirklich schwierige Frage, die man bestimmt nicht einfach mit Ja oder Nein beantworten kann. Vieles hängt sicherlich von der Rasse ab. Manche haben eben mehr Trieb als andere. Und es ist sicherlich nicht möglich, jeden Jagdhund in Nichtjägerhand glücklich zu machen.

    Ich hatte 15 Jahre lang Irische Setter, die nicht jagdlich geführt wurden. Beim ersten hatte ich noch keinen Jagdschein und den zweiten habe ich angeschafft, weil ich den Charakter der Rasse liebte, nicht weil er mich zur Jagd begleiten sollte. Hauptgrund war, dass der Hund kein "Blut lecken" sollte. Entspannte Spaziergänge im Wald ohne Leine wären nach den ersten Jagden sicherlich nicht mehr möglich gewesen. Abgesehen davon ist die Rasse für die hiesigen Jagdmethoden nur sehr bedingt geeignet. Die Hunde waren trotzdem glücklich. Sie hatten Ersatzbeschäftigungen.

    ABER: Ich weiß nicht, ob ich das noch mal so machen würde. Jetzt habe ich eine Rasse, die ebenfalls nicht zwingend jagdlich geführt werden müsste. Ein Cocker aus Formzucht ist ja nun wirklich nichts weiter als ein 0815-Hund, wie man ihn an jeder Ecke sehen kann. Aber als ich die das erste Mal auf einer Jagd erlebt habe, ist mir klar geworden, was es für einen Hund bedeutet, wenn der machen darf, wofür er geschaffen wurde - völlig egal ob Form- oder Leistungszucht. Damals war sie 11 Monate alt und ich überzeugt, dass die eh die ganze Zeit neben mir her zockeln würde. Und dann leine ich ab, mache einen Schritt vom Weg, die Hunde fangen an zu stöbern und Frieda dockt die Nase an den Boden und schießt im Zickzack unter die Fichten, als würde sie das schon ihr ganzes Leben lang täglich machen. :shocked: Die war so glücklich an dem Tag, ich schwöre, die hat nicht gehechelt, die hat über's ganze Gesicht breit gegrinst. Und sie hat alles genau so gemacht, wie sie sollte. Sie hat angejagt, ist aber nicht kilometerweit hinterher, sondern brav wieder zurück, sobald das Wild in Bewegung war - obwohl sie das nie gelernt hat (und sie ist nun wirklich nicht die hellste Kerze auf der Torte). Es ist einfach in ihr drin und ich hab es nicht übers Herz gebracht, ihr das wieder weg zu nehmen (obwohl sie eigentlich nur einmal mitgehen sollte).

    Anderes Beispiel: Erfahrene Hundeführerin aus dem Bekanntenkreis holt sich einen Griffon aus Leistungszucht, ausdrücklich um damit Mantrailing zu machen. Der Züchter stimmt zu, weil er selber gern mal sehen möchte, wie sich der Hund in dem Job macht. Der Hund trailt auch wirklich gut, bleibt aber dennoch ungeeignet, denn: Sobald ein Stück Wild die Fährte des Menschen gekreuzt hat, egal ob frisch oder alt, ist der Hund weg - und zwar mit traumhaftem, herzzerreißendem Spurlaut. Da wird einem dann schlagartig bewusst, dass auch Hunde Hobby und Beruf(ung) gut unterscheiden können.

    Ich persönlich werde mir keinen Jagdhund mehr anschaffen, der nicht jagen darf, halte es aber bei langjährig in Formzucht gezüchteten Rassen grundsätzlich für möglich, wenn man Ersatzbeschäftigungen bietet und sich bewusst ist, dass der Hund entgegen vieler "Züchter"-Aussagen auch in Formzucht den Trieb immer noch hat. Stichwort Einschränkungen: Man kann viele solcher Hunde zu leinenlosen Begleitern im Wald machen, aber man muss mehr Arbeit investieren, als in Hunde mit weniger Jagdtrieb. Wer sich darüber klar ist und von Anfang an konsequent daran arbeitet, wird sicherlich auch mit einem Jagdhund glücklich. Gibt halt nur genug Leute, die nur das Schöne und/oder Exklusive suchen, ansonsten null Ahnung haben und dann ganz übel auf die Schnauze fallen.

    Von Rassen, die immer noch zum Großteil in Jägerhände abgegeben werden (Weimaraner, Drahthaar, Jagdterrier, BGS, Griffon etc.), würde ich als Nichtjäger die Finger lassen, weil das meistens seinen Grund hat. Die Exklusivität muss man da dann sehr oft mit sehr viel Stress bezahlen und dafür wäre ich persönlich einfach zu faul.