Beiträge von Sus.scrofa

    Frieda kriegt einen Winter- oder Regenmantel an, wenn sie während der Arbeit bei nasskaltem Wetter längere Zeit auf mich warten muss, weil ich z.B. was ausfüllen oder Koordinaten einmessen muss. Ohne Bewegung friert sie nicht übermäßig schnell, aber ein Jogger würde ja auch nicht danach erstmal ein Stündchen im kalten Regen stehen, bevor er duschen geht. Das gibt nur verhärtete Muskeln und Zerrungen. Klar geht davon die Welt nicht unter, aber Mäntelchen schadet halt auch nicht.

    Auf Drückjagden trägt Frieda abseits des Treibens, zur morgendlichen Ansprache, beim Warten im Auto, zur Mittagspause auf der Hütte und abends beim Verblasen der Strecke durchgängig ihren Wintermantel. Aus den gleichen Gründen. An den Tagen gibt es für den Hund nur 0 und 100. Wenn die nach 4 Stunden patschenass und total fix und alle aus dem Treiben kommt, werde ich den Teufel tun, die einfach kalt und nass ins Auto zu setzen oder vor der Hütte anzubinden, "wie es sich für einen harten Jagdhund gehört". Vor allem dann nicht, wenn sie danach noch mal 3h ran soll. Der Mantel erntet bei vielen Jägern Spott ("Der Hund hat doch Fell!" - Ja, komplett bis auf die Haut durchnässtes Fell...), aber die zahlen mir am Ende vom Tag nicht die TA-Rechnung oder kümmern sich um den Hund, wenn ich am nächsten Tag auf Arbeit 20km laufen muss und der Hund nicht mit kann, weil er komplett verzerrt oder erkältet ist.

    Bei normalen Gassirunden und Wanderungen, wo ich nicht großartig stehen bleibe, kriegt Frieda allerdings nichts an - egal wie das Wetter ist. Dann friert sie auch nicht, weil sie ja in Bewegung bleibt.

    Was den Welpenblues angeht schließe ich mich @RafiLe1985 an. Ich war bei drei Hunden einmal davon betroffen - bei der mittleren Hündin. Nachdem meine erste Hündin, mit der ich eine sehr starke Verbindung hatte, die einfach der perfekte Hund war, mit 5 Jahren an Krebs erkrankte und mit knapp 8 Jahren starb, war ich total heiß drauf, wieder einen Welpen zu bekommen. Die Zweieinhalb Jahre waren sehr schlimm für mich und im Nachhinein muss ich erkennen, dass ich mir das irgendwie so vorgestellt habe: Neuer Welpe, alles wird wieder so wie vorher. Ich habe dann erstmal 3 "Anstandsmonate" gewartet. Als es dann soweit war, waren die ersten zwei Wochen wirklich schlimm. Der Welpe war genau das Gegenteil von meinem alten, perfekten Hund. Am liebsten hätte ich das kleine Mistvieh wieder zurück zum Züchter gebracht. Wir sind dann aber natürlich doch noch zusammen gewachsen. Aber seitdem weiß ich, was der "Welpenblues", oder wie man es auch immer nennen will, ist.

    Und ja, das kommt von zu hohen Erwartungen. Beim dritten Hund wusste ich, dass der Welpenblues kommt. Ich wusste, dass ich den Welpenkauf am nächsten Tag bitter bereuen würde. Ich war auf eine kleine Dreckstöle eingestellt, die mir erstmal richtig zeigen würde, was ich mit dem letzten Hund verloren habe. Und da war gar nix. Wir sind nach Hause gefahren und waren von Minute 1 ein Herz und eine Seele und meine Welt von heute auf morgen wieder in Ordnung. Keine Ahnung, wie sowas funktioniert.

    Chemie scheint übrigens auch eine Rolle zu spielen. Ich finde Welpengeruch eigentlich ganz toll, aber bei der zweiten Hündin (wo ich den Welpenblues hatte) fand ich anfangs, dass die stank. :ka: Das war nur so eine unterschwellige Geruchsnote. Der Hund roch ansonsten völlig normal.

    Zähne zusammenbeißen lohnt sich jedenfalls. Welpenblues oder nicht, irgendwann ist das überstanden und dann schleicht sich nach und nach der Spaß in den Hundealltag. ;)

    Wegen dem Schweinevirus mache ich mir keine Gedanken, aber wegen Aujetzki.

    Das Aujetzky Virus ist im Blut nicht enthalten. Lediglich bei einem direkten Lungentreffer (sehr hellrotes Blut) besteht da ein Übertragungsrisiko. Ansonsten nur über Schleimhautsekrete. Die ganzen Schweißhunde würden sonst reihenweise krepieren. Tatsächlich erkranken aber meistens die Hunde, die vom Schwein gebissen wurden oder ins Schwein gebissen haben oder Aufbruch (Lunge und Co.) gefressen haben. Frieda war gestern auch an einer Schweineblutlache auch direkt am Wanderweg. Mich macht nur nervös, wenn die an ein ganzes totes oder lebendes Schwein geht. Blut ist meistens nicht schlimm.

    Von Wildschweinen müssen immer Proben eingeschickt werden. Vielleicht war's schon dunkel und der Jäger hat das Schwein ganz mitgenommen, um zu Hause bei gutem Licht die Organe besser begutachten zu können. Vielerorts darf man den Aufbruch auch gar nicht im Wald liegen lassen.

    Der Schweizer Jäger erklärt in dem Video, wie es zu dem versehentlichen Wolfsabschuss gekommen ist:
    ?hc_ref=ARQ0q8h2khG7XPsU2y5PFCyczYwHCM_H58xXmVoef9MwDWo1eBivEH8b-X_MXaBExYk

    Respekt, dass der so offen damit umgeht und zu seinem Fehler steht. Dennoch bleibt für mich bei sowas immer ein Beigeschmack. Es wurde geschossen, bevor richtig angesprochen war. Routine ist der Todfeind von Tauchern, Polizisten, Jägern und so vielen anderen. Klar - es ist Ranzzeit, in 99% der Fälle wird der hinter der Fähe folgende "Fuchs" einfach ein entsprechender Rüde sein. Manchmal aber auch nicht. Aber das kommt oft mit der jahrelangen Erfahrung - man hat das tausendmal erlebt und nimmt sich nicht die Zeit, es diesmal zu hundert Prozent zu überprüfen. Aber das sollte man - egal wie alt man ist und egal, wie lange man schon jagen geht. Ich finde, der Herr macht einen absolut sympatischen Eindruck und ich wünsche ihm, dass die Sache gut ausgeht. Aber als Hundeführerin würde ich bei dem nicht mitgehen.

    Wenn da ein Jagdpächter gejagt hat, werden die das nicht zwingend sagen können, weil der auch mal spontan ein kleines Drückerchen veranstalten kann. Wenn der Bund oder das land gejagt haben, war das ein offizieller Termin. Das werden die wissen. Worauf gejagt wurde, wissen sie vielleicht auch, aber was genau am Ende lag, vermutlich nicht. Im Moment wird eigentlich nur auf Schwarzwild gejagt.

    Wenn ich heraus finden will, welcher Förster/Jagdpächter für ein Stadtgebiet zuständig ist, wo fange ich am Besten an?

    Umweltamt / Landschaftschutzbehörde / Untere Jagdbehörde und dann den zuständigen Revierförster suchen. Der weiß auch, wer der Jagdpächter ist. Oder gleich ans Forstamt. Das ist je nach Stadt immer ein bisschen unterschiedlich aufgebaut, über wen man am schnellsten an die Info kommt. Die werden dir vermutlich keinen Namen nennen, aber die können den für dich kontaktieren, bzw. Beschwerden entgegen nehmen.

    Über die offizielle Homepage der Stadtverwaltung sollte man jedenfalls da dran kommen.

    Pass auf, dass du dort nicht vom Panzer überrollt wirst. Nicht dass hier mal zu lesen ist: Man hat eine platte Sus.scrofa gefunden.

    Das ist schon teilweise witzig da. Man denkt sich nix böses und plötzlich kommt ne ganze Panzerkolonne mit einer riesigen Kanone auf'm Sattelschlepper angefahren. Oder 10 Tiger im Formationsflug. Hab da manchmal gedacht, ich bin im Krieg. :lol: Ich stand da mal abends im McDonalds an der Schlange und war so ziemlich die einzige, die nicht im Camo-Look rum lief.