Ich habe beim Einschläfern bisher "gute" Erfahrungen gemacht - sofern man das so nennen kann. Beide Hunde wurden zu Hause von meinem langjährigen TA, bzw. beim zweiten Mal von seiner Kollegin eingeschläfert und es ist alles ruhig und friedlich verlaufen. Was ich bei dem Prozess ganz wichtig fand:
1. Ein TA, dem man vertraut. Je nach Situation würde ich meinen Hund auch von jemand fremdes einschläfern lassen, wenn es nicht anders geht. Dann würden aber die folgenden Punkte noch wichtiger werden. So richtig 100% vertraue ich Menschen ohnehin nie. Man kann jedem immer nur vor den Kopf gucken, selbst wenn man ihn/sie schon jahrelang kennt.
2. Dass der TA einem jeden Schritt genau erklärt, also was er/sie warum tut, und wie der Hund möglcherweise darauf reagieren wird. Meine Tierärzte haben das immer automatisch gemacht und es hat mir sehr geholfen.
3. Narkose vor der eigentlichen Euthanasie. Bei uns beide Male auch in den Muskel, statt in die Vene. Dauert was länger, spart dem Hund aber den zusätzlichen Stress beim Rasieren und Treffen der Vene. Das langsame Einschlafen gibt auch Gelegenheit, noch mal intensiver Abschied zu nehmen, als wenn der Hund einfach umkippt.
4. Kein T61. Das habe ich beide Male auch in der Situation nochmals angesprochen und die Tierärzte haben mir auch offen die Flaschen gezeigt, aus denen das Mittel aufgezogen wurde, dass ich sehen konnte, was das ist. Die gehörten aber zum Glück auch zu der Fraktion "T61 wird heutzutage schon lange nicht mehr verwendet".
5. Zeit. Für den TA ist es sicherlich eine halbwegs alltägliche Situation, für mich und meinen Hund nicht. Ein guter TA gibt einem das Gefühl, alle Zeit der Welt zu haben. Die letzte TÄ bot sogar an, in den Wald zu kommen und den Hund beim letzten Gassi zu erlösen. Ich möchte gerne, dass sicher gestellt ist, dass die Narkose voll wirksam ist und dass das gründlich geprüft wird, statt einfach so schnell wie möglich nach zu spritzen. Ebenso gehörte bei uns immer mehrfaches gründliches/langes Nachhören auf Herzschlag und Atmung dazu, um sicher zu stellen, dass der Hund wirklich tot ist.
6. Vorabinformation. Auch wenn's weh tut, hilft es mir persönlich, mich vorher genau schlau zu machen, was passiert, welche Mittel und Möglichkeiten es gibt, worauf man achten muss. Man hat ja bekanntlich immer vor dem am meisten Angst, was man nicht kennt. Wenn's soweit ist, ist man im Stress und die richtigen Fragen fallen einem nicht mehr ein. Ich fühle mich in der Situation auch nicht so schrecklich ausgeliefert, wie wenn ich einfach dem "Fachmann" alles glauben muss.
Natürlich ist das alles situationsabhängig. Mit einem schwer kranken Hund hat man länger Zeit, sich damit zu befassen. Kann ja auch passieren, dass man eines Tages mit einem schwer verletzten Hund bei einem völlig Fremden in der Praxis steht oder ähnliches. Und das wird bitte auch nicht so verstanden, dass die Leute hier, die solche Horrorerlebnisse hatten, sich einfach vorher besser hätten informieren sollen! Letztlich ist ja immer noch der TA der Hauptverantwortliche, der hier gefragt ist, Tier und Besitzer nach bestem Wissen und Gewissen zu behandeln. Aber diese Horrorszenen, von denen man ja überall immer wieder liest, bestätigen leider: Wenn man sich dazu überwinden kann (nicht jeder kann ja auch vorab schon mit solchen Details umgehen), sollte man gewisse Dinge selbst in die Hand nehmen und dem TA respektvoll auf die Finger gucken.