Absoluter Glaube an den Erfolg finde ich bei den in den Links erwähnten 25% Erfolgschancen doch sehr zweckoptimistisch....
Wollte damit auch lediglich sagen, dass speziell dieser Wolf sicherlich Abstand zum Menschen genommen hätte, wenn er ein bis zwei Gummiladungen abbekommen hätte. Die praktische Umsetzbarkeit einer solchen Maßnahme ist sicherlich noch mal eine ganz andere Frage.
Ich behaupte mal, das jeder Ökologe weiß, wohin die Reise geht. Die Wolfspopulation steigt, die Scheu vor dem Menschen sinkt, der Wildbestand sinkt, das Interesse an Haustieren steigt, die Distanz zum Menschen verringert sich. Es gibt eine Lösung für das Problem, die bei vernünftiger, kontrollierter Anwendung alle diese Effekte wieder in Richtung Gleichgewicht schieben kann. Ob es Jägern, Romantikern und Politikern passt oder nicht. Zu dieser Lösung sind bisher alle Länder mit Wolfspopulationen früher oder später gekommen.
Leider habe ich ja nun selbst seit einiger Zeit den Jagdschein. Seitdem darf ich die Lösung nicht mehr laut aussprechen, weil ich ja jetzt den Wolf "als Konkurrenten sehe und ausrotten will".
Es gibt immer nur Schwarz und Weiß, kein Grau. Leben lassen oder Ausrotten, aber eine gesunde Population erhalten und kontrollieren, dem Wolf seinen Lebensraum und seinen Anteil am Wild gönnen, das hören die Leute nicht, egal wie oft man es sagt. Die hören immer nur, dass man ihn abknallen will. Daher rührt wohl auch die Angst vor Herabsetzung einer Hemmschwelle jetzt nach der ersten "letalen Entnahme". Ist ja nicht so, als ob wir nun alle in einen unkontrollierten Blutrausch verfallen und plötzlich auf alles schießen dürfen, was entfernt an einen Wolf erinnert. Wir sind hier in Deutschland und haben für alles Regeln, Gesetze und Kontrollen. In Schweden bekommen die doch die Gradwanderung zwischen Selbstregulation und Totalabschuss auch irgendwie hin. Der Abschuss einiger weniger verhaltensauffälliger Wölfe ist doch schon mal ein guter Kompromiss. Dass "Bruder Wolf" um es mit Kielings Worten zu sagen, dafür nichts kann, sollte selbstverständlich sein. Das Leben ist aber nunmal kein Ponyhof.
Daher schließe ich mich brav meinen Kollegen Wolfsexperten an: Es reguliert sich alles irgendwie irgendwann von selbst! So einfach ist das. Man muss nur dran glauben.
Rufen und klatschen! Einfach rufen und klatschen!
(Warum man anderen Tierarten die Selbstregulation nicht gönnt, weiß ich allerdings nicht. Ich bin mir ziemlich sicher, dass das Rotwild auch irgendwann von selber weniger werden würde, wenn die natürliche Verjüngung gänzlich getilgt ist und die alternden Bäume ohne Nachkommen absterben. Wo kein Wald, da kein Wild. Die Wildschweinpopulation wird einige unserer landwirtschaftlichen Nutzflächen und Vorgärten mitnehmen, aber auch hier werden sich früher oder später Seuchen ausbreiten, wenn die Dichte zu hoch wird. Warum glaube ich aber, dass ich mit diesem Vorschlag sofort in eine geschlossene Abteilung abgeschoben werden würde? Dabei kann man bei Youtube suchen, bis man schwarz wird: Es gibt kein einziges Handyvideo, das zeigt, wie ein Reh einen Baum frisst.)