Dann lese ich hier auch mal mit.
Ich war damals mal relativ entspannt mit Fremdhundekontakt, aber nur nach Absprache und mit der Warnung, dass mein Balou ein recht stürmischer junger Rüde war - ob das ok wäre?
Mit der Geschlechtsreife fing es an. Balou ist ein typisches Mobbingopfer. Er ist unsicher und anscheinend riechen das andere Hunde gegen den Wind und wollen sich ihr Ego an ihm aufpolieren.
Immer wieder rasselten wild kläffende Hunde in uns rein und bissen ihn. Kleine Hunde im Nebel quer übers Feld, in fremdem Gebiet auch mal Schäfergröße. Wir standen fassungslos daneben. Passiert ist körperlich nix, aber der psychische Schaden war da, bei Balou und uns. Mit der Zeit wehrte er sich natürlich.
In der hundeschule packte sich der Rüde des Trainers dann auf einem gemeinsamen Gruppenspaziergang Balou, er war ein Jahr alt. Vorher schnüffelten sie nebeneinander und dann das. Er lief schreiend in den Wald weg...
Als ich ihn wieder bei mir hatte, stand Balou richtig unter Schock. Ich habe solche Geräusche noch nie zuvor gehört. Sein Vorderbein war aufgerissen und musste sofort genäht werden. Seitdem hat er vor gleichgroßen und größeren Hunden Angst. Es war übrigens nicht der erste Beißvorfall des Trainerrüden, was mich immer noch wütend macht.
Wir wichen dann Fremdhunden immer aus, gingen Umwege. Balou brauchte lange, um wieder etwas entspannter zu werden. Und ich auch.
Mit zwei Jahren zischte Balou während der Dummyarbeit mit meinem Mann zu einem Airedalerüden ab. Dieser riss Balou beinahe die Kehle auf und kam selbst mit einem gequetschten Auge davon. Es ist nur nicht noch mehr passiert, weil mein Mann und der andere Besitzer die Hunde beim Nachfassen an den Hinterbeinen auseinander gezogen haben. Das war auch nicht der erste Beißvorfall des Terriers. Mauli trägt er nicht, nur ne Schlepp.
Ab dann war es vorbei. Ich brülle alles weg, was sich uns nähert. Kleine Hunde sind nicht sooo schlimm für uns, aber alles über 15 kg schon. Es gab noch mehrere laute Angriffe durch Hovawart, Schäfi usw, wo aber außer weiteren psychischen Schäden für uns nichts passiert ist. Ich vertraue niemandem mehr und gehe bei Sichtung von zwei speziellen Rüden aus dem Ort sofort nach Hause. Wanderwege gehen wir nur noch sonntags frühmorgens, Unsere Wege zu bestimmten Uhrzeiten auch gar nicht. Ich wäre gerne unbekümmert, aber da der Hovawart hier sogar immer frei läuft, unsere Fährte aufnimmt und verfolgt, um uns zu verkloppen, kann ich das nicht. Ich werde niemals alleine mit Kinderwagen und meinen Hunden spazieren gehen, weil ich zu große Angst habe. Für mich sind alle Hundebesitzer erst mal pauschal inkompetent und ich rechne immer mit dem schlimmsten. Das wird sich auch nicht mehr ändern.