Beiträge von maulwurfsohr

    Sie ist jetzt 12

    Ganz ganz sicher, dass da nicht vielleicht eine beginnende Arthrose im Gang ist?

    Ich schließe nicht aus, dass sie eine beginnende Arthrose hat. Aber ich denke nicht, dass diese ihr derzeit so starke Schmerzen macht, dass dies zu dieser Abwehrhaltung beim Krallenschneiden führt. In meiner TA-Praxis haben die letzten beiden TÄ in den letzten Wochen sogar gelobt wie gut und fit sie sich für ihr Alter noch bewegt und man ihr das Alter kaum anmerkt. Und zum anderen hat sie diese Abwehrhaltung ja früher schon sehr ausgeprägt gezeigt (wie ich gerade schon weiter oben mehrmals erwähnte), nur dass wir da alles noch halbwegs gut gemanaged bekommen haben und Krallen schneiden nicht in dem Ausmaß notwendig war und ich es ehrlicherweise daher eher vermieden habe. Ich weiß, dass ich da hätte schon eher intervenieren müssen, aber nun kann ich an der Vergangenheit nichts mehr ändern und muss gucken wie wir es jetzt für alle Beteiligten so gut wie möglich hinbekommen.

    Kann es sein, dass sie Schmerzen hat? Arthrose oder so?

    Nein, ich bin mir ziemlich sicher, dass sie keine körperlichen Schmerzen dabei hat. Sie hat da wie gesagt schon immer sehr empfindlich reagiert. Schon früher ist sie mit einem lauten Aufheulen und großer Dramatik in die letzte Ecke der Wohnung gerannt, nur weil ich mal einen Punkt an ihrem Körper eindringlicher betrachtet habe, z.B. weil ich eine Rötung gesehen habe. Beim Tierarzt gabs mal eine Begebenheit, die das ziemlich deutlich zeigt: Ich wartete im Wartezimmer auf meine Hündin, um sie wieder abzuholen und hörte ein lautes Schreien. Die TA-Helferin kam dann mit ihr um die Ecke und fragte lachend 'Ihr Hund ist aber eine kleine Mimose. Das, was sie wahrscheinlich gerade hören konnten war ihr Hund und ich habe nur das Pflaster abgezogen.' Andererseits kann sie, ohne mit der Wimper zu zucken, in einen Dornenbusch rennen um ihr Spielzeug rauszuholen. Also nein, ich denke, es liegt nicht daran, dass sie Schmerzen hat, sondern eher, dass sie extrem unsicher bis hin panisch im Umgang mit medizinischem Untersuchung/Anfassen/Anschauen ist.

    Ich weiß allerdings nicht, ob mal irgendwann was vorgefallen ist, da ich sie im Alter von einem Jahr übernommen habe. Was davor war, weiß ich nicht genau. Aber ich weiß, dass sie insgesamt in dem ersten Jahr nicht viel kennengelernt hat und sogar Angst vor Treppen hatte.

    Um auf die Schnelle ein wenig Einblick ins Medical-Training mit Kooperationssignal zu bekommen, hilft vllt. diese Passage hier, die ich mal geschrieben habe:

    Ich hab das hier mal in meinem Pfoto-Thread geschrieben - hilft vllt. dabei, nachzuvollziehen, was in einem Tier vorgeht, mit dem so gearbeitet wird:

    .....

    Ganz lieben Dank. Ich habe schon mal kurz ein bisschen reingelesen. Das ist gar nicht sooo fern von dem, was ich bisher probiert habe. Leider war das, wie schon erwähnt, nie wirklich von Erfolg gekrönt.

    Meine Hündin Merle ist, glaube ich, sehr sensibel ggü. Fremdeinwirkung. So lange ich sie kenne, war sie immer ein eher ängstlicher, unsicherer und skeptischer Charakter. Andererseits kann sie aber auch sehr sehr stur sein und Dinge mit aller Gewalt durchsetzen, die sie sich in den Kopf gesetzt hat. Sie hat sich jedoch gut leiten lassen, solange sie alles selbst in der Hand hatte und solange man nicht wirklich ernsthaft was von ihr oder an ihrem Körper wollte. Aber allein schon wenn ich sie nur an einer Körperstelle genauer angeschaut habe ohne sie zu berühren, ist sie extrem schnell in eine Abwehrhaltung gegangen, ist eingefroren und nicht selten und wildem Jaulen ins andere Ende der Wohnung gerannt.

    Ich habe daher immer versucht nur soweit zu gehen wie sie es toleriert, sie ausgiebig belohnt und ihr Zeit zu geben. Daher habe ich vieles schon sehr kleinschrittig aufgebaut. Beim Krallen schneiden z.B. (zuletzt mit Dremel): Dremel im ausgeschalteten Zustand zeigen - Leckerli, Dremel im ausgeschalteten Zustand an Kralle halten - Leckerli, das selbe mit allen anderen Krallen - jedes Mal ein Leckerli, die ganzen Schritte nochmal wiederholt - natürlich auch da jedes Mal ein Leckerlis, Dremel anschalten - Leckerli, wieder ausschalten - Leckerli, auch das ein zwei Mal wiederholt - Leckerlis, Dremel eine Millisekunde an Kralle halten - fettes Loben und viele Leckerlis, kurze Pause und meist habe ich danach sogar erstmal aufgehört und erst ein paar Stunden und am nächsten Tag weitergemacht. Sie ist dabei aber von Anfang an so skeptisch, dass sie schon beim ersten Schritt zuckt und ich die Sache abbrechen müsste. Und das mehrere Tage infolge. Bei dem Tempo habe ich die erste Kralle vielleicht in einem Jahr abgeschliffen oder geschnitten. Das kann ja nicht die Lösung sein oder?

    Wenn’s wirklich sehr dringend ist, die Krallen zu kürzen, dann wäre ich zur Not auch eher dabei einmal eine Narkose/sedierung beim TA zu machen, um sich Zeit fürs Training zu verschaffen und nicht den Druck innerlich zu haben, dass es so eilig ist und schnell gemacht werden muss.
    Ich weiß nicht wie alt dein Hund ist, aber oft kann man das dann direkt zb mit Zahnsteinentfernung kombinieren.

    War auch schon meine Überlegung. Das Thema ist schon seit ca. 2 Jahren präsent. Damals hatte ich schon das Gefühl, dass es langsam schwieriger wird mit der Abnutzung der Krallen und evtl. mal ein bisschen was gekürzt werden könnte. Da hatte meine Hündin ohnehin gerade eine OP und ich bat die TÄ dabei gleich die Krallen zu kürzen. Diese lehnte es ab, weil Zitat: 'Die Krallen müssen ja den Boden berühren, sonst können die ja gar nicht natürlich abgeschliffen werden.' Und damit war das Thema für sie durch. :face_with_rolling_eyes:Aber vielleicht kann ich es nochmal explizit ansprechen, auch in Hinblick auf den Zahnstatus.

    Wie alt ist deine Hündin? Je nach Alter würde ich anders vorgehen. Beim noch einigermaßen jungen Hund definitiv Training, beim alten und deshalb komischen eher Management. Mein Rüde hatte früher keine Probleme mit Krallen schneiden, aber seit er so ca. 13 ist kriegt er echt so eine Art hysterischen Anfall. Da er schon lange blind und dann auch schwerhörig geworden ist, gucke ich eher wie ich das einigermaßen angenehm über die Bühne bekomme und trainiere da nichts. Er ist da sinnestechnisch und kognitiv einfach nicht mehr klar genug für.

    Sie ist jetzt 12 und ja, es wird bei ihr auf jeden Fall auch drastisch schlimmer seit ca. 2 Jahren. Davor hat sie alles halbwegs gut über sich ergehen lassen. Sinnestechnisch und kognitiv ist sie noch sehr gut beisammen, aber ich habe insgesamt oft das Gefühl, dass sie in einem Alter angekommen ist, wo sie sich bei vielem sagt: 'Brauch ig nisch, will ig nisch, mach deinen Scheiß doch alleeene.' :face_with_tears_of_joy:Und dann macht sie einfach dickschädelmäßig dicht und wehrt sich mit allem, was sie hat.

    Also ja, manchmal befürchte ich, dass ich die wirklich notwendigen Sachen einfach einigermaßen angenehm über die Bühne bringen muss und in ihrem Fall nicht mehr viel trainieren KANN, weil sie keinen Nerv mehr hat darauf einzugehen.

    Ich hoffe dennoch auf ein zwei gute Tipps aus der Community. Die Hoffnung stirbt bekanntlich zuletzt. :upside_down_face:

    Es tut jedoch gut deinen Beitrag zu lesen, dadurch fühle ich mich immerhin nicht mehr ganz so alleine. :relieved_face:

    Evtl. *zusätzlich* die Methode ändern: Wenn du vorher geknipst hast, jetzt dremeln.

    Das habe ich schon ausprobiert. Auch da war sie von vornherein skeptisch, was ja noch okay ist, und nach ca. vier Wochen mühevollem Aufbau hat sie von heut auf morgen die Reißleine gezogen und mich angeknurrt, obwohl es zwei drei Tage vorher mittlerweile recht gut geklappt hatte und sie eigentlich halbwegs entspannt wirkte. :woozy_face:

    Hallo an alle,

    ich habe mit meiner Hündin das Problem, dass sie eine extreme Abwehrhaltung ggü. dem Krallenschneiden entwickelt hat. Das war in der Vergangenheit schon immer schwierig und ich habe daher alles mögliche versucht um es ihr angenehmer zu gestalten - hab verschiedene Krallenzangen und auch Schleifgeräte ausprobiert, habe die Situation möglichst entspannt gestaltet, habe sie versucht mit Leckerlis abzulenken, habe ihr Zeit gegeben und das ganze langsam aufgebaut usw. Das Ergebnis war aber immer dasselbe: sie hat von vornherein eine deutliche Abwehrhaltung und lehnt es irgendwann komplett ab, indem sie sogar nach einem schnappt.

    Auch heute gab es wieder einen Versuch beim Tierarzt - wir haben eine einzige Kralle schneiden können, danach hat sie laut aufgeschrien und nach der Tierärztin geschnappt. Schmerzen hat sie dabei ziemlich sicher keine. Ich kenne diese Reaktion auch von anderen Situationen, bei denen ich sie körperlich 'inspizieren' muss, z.B. eine Zecke entfernen oder einfach nur eine Körperstelle betrachten, weil sie komisch aussieht (z.B. bei einer Rötung etc.). Sie war da schon immer empfindlich, bisher konnten wir aber alles ganz gut managen. Beim Krallenschneiden bin ich nun am Ende meines Lateins. Die Tierärztin heute meinte, dass wir immer mal nur eine einzelne Kralle schneiden sollen, dann könnte es ihrer Meinung nach vielleicht klappen. Aber ich kenne meine Hündin gut genug, dass das ziemlich sicher nicht zuverlässig klappen wird.

    Nun hoffe ich auf die Schwarmintelligenz und einige Hundehalter, die eine ähnliche Problematik und gute Tipps haben. Ich dachte nun spontan an natürliche Beruhigungsmittel wie Baldrian oder CBD. Hat in der Hinsicht schon mal jemand von euch Erfahrung gesammelt? Egal welche Tipps ihr habt, haut bitte alles raus!!! :loudly_crying_face:

    Wow, danke für die vielen Antworten, bin echt begeistert. hugging-dog-face

    Aus meinem Gefühl heraus denke ich ebenfalls, dass es keine Angst, sondern eher Aufregung ist. Ich habe heute nochmal mit ihr geübt und den Wagen per Hand geschoben während sie drin lag. Sie ist freudig rein und raus gesprungen, wenn ich es befohlen habe und ist beim Schieben fast durchgängig im Anhänger liegen geblieben. Dabei hat sie auch nicht gejault. Entsprechend kann ich mir vorstellen, dass deine Strategie vielleicht funktionieren könnte.

    Ich muss jetzt ehrlich sagen, wenn sie mein erwachsener Hund so in einem Anhänger aufführen würde, dann bekäme der von mir eine sehr deutliche Ansage, dass er sowohl das Jaulen als auch das Buddeln unterlässt.

    Der Hund stresst sich mit diesem Verhalten selbst und je länger das so ist, desto gestresster wird der Hund und er steigert sich immer mehr rein, daher breche ich das sofort beim 1. Ansatz vehement ab.

    Da werde ich sehr deutlich, sowohl verbal, als auch "körperlich" wenn es sein muss.

    Ich kann sie per Ansage, während mein Freund mit Anhänger vorneweg fährt, ja auch beruhigen und ins Platz bringen. Aber sie ist derart aufgeregt, dass ich sie wahrscheinlich ernsthaft prügeln müsste und das nicht nur einmal, damit sie für eine längere Zeit ruhig bleibt. Das ist nicht meine Art. Meine Hündin bekommt durchaus auch mal eine ordentliche Ansage und ich werde auch körperlich wenn sie Grenzen anderweitig nicht versteht, aber in der Situation ist das nicht hilfreich, denke ich. Somal ich das Gefühl habe noch nicht alle anderen Varianten ausgetestet zu haben.

    Unser Rüde hat genau das, Jaulen, Reinsteigern bis hin zum Buddeln, bei jeder Autofahrt angefangen, sobald er merkte, dass es zum Joggen in den Wald ging, was er über alles liebte. Das war also tatsächlich übersteigerte Erwartung und Aufregung, menschlich gesehen: eine Überdosis Vorfreude. Ablenken ließ er sich nicht, weil ihm in diesem Moment nichts anderes wichtiger war. Halbwegs Erfolg brachte schließlich genau das, was wuggi beschreibt: eine deutliche Ansage, dass jetzt Schluß ist mit dem Theater und er sich bittedanke hinzulegen hat. Dann lag er zwar immer noch angespannt und leise fiepsend, aber immerhin: Er lag und drehte nicht weiter auf. Auf dem Rückweg war er dann übrigens völlig ruhig und entspannt.

    Genauso spielt es sich bei uns auch ab inklusive des Verhaltens auf dem Rückweg. Ich frage mich einfach warum sie es für nötig hält so aufzudrehen. :roll: Welche Rasse war euer Hund? Ich habe ein wenig die Vermutung, dass das Verhalten mit dem Terrier im Hundetier zu tun hat. :tropf:

    Das mit der Reihenfolge der Fahrer spielt bei unserer Hündin auch eine Rolle. Ich selbst habe es zwar noch nicht erlebt, aber meine Eltern haben das aus einem Urlaub erzählt, wo sie schon mal einen Hänger ausgeliehen hatten. War hinter dem Anhänger noch jemand in Sicht, dann hat der Hund Theater gemacht. Wenn keiner zu sehen war, lag sie ruhig da. Ich denke genau wie du, dass die Ursache zum Teil darin liegt, dass sie mitlaufen möchte. Inwieweit das Kontrollieren eine Rolle spielt, weiß ich nicht. Sie neigt ein wenig zum Kontrollzwang, läuft z.B. beim Wandern die beteiligten Personen immer wieder ab als ob sie aufpasst, dass alle noch da sind. Aber bisher wirkte es nicht wirklich zwanghaft, man konnte sie immer leicht davon ablenken.

    Aussitzen war auch unsere erste Idee zu dem Thema. Da es aber seeehr peinlich (wie du auch schon geschrieben hast) ist mit einem laut und fast schmerzhaft klingenden, jaulenden Hund durch die Innenstadt zu fahren, hofften wir nun doch noch auf eine andere Lösung. xD

    Naja, zumindest bin ich nun darin bestärkt, dass ich unseren Hund doch nicht so falsch eingeschätzt habe und vielleicht bringt ja eine Kombination aus verschiedenen Herangehensweisen den Erfolg. :p

    und immer erst abwarten bis sie still und ruhig ist, bevor ihr sie raus lasst. Ggf auch bei jaulen anhalten, wartem bis sie ruhig ist, wieder losfahren. So bald sie ruhig bleibt, anhalten, raus nehmen, Schluss und gemeinsam nach hause gehen. Bis sie Anhänge wirklich mit Ruhe halten verbunden hat.

    Ja, wir haben bisher schon immer gewartet bis sie ruhig ist vorm Rauslassen. Wenn wir allerdings während der Fahrt immer anhalten würden, sobald sie jault, würden wir keinen Meter vorwärts kommen. :ugly:

    Aber nur wenn du fährst? Also Fahrrad stossen ginge für sie immernoch? Leberwurst paste nimmt sie auch nicht? Demfalls echt jemand neben Hund zum Streicheln und knuddeln. 1-2Meter fahren, danach Hund sofort rauslassen und Training für den Tag beenden:) Dies möglichst häufig vielleicht so einmal im Tag aber nur kurz!

    Dies wäre jetzt mein Plan, eine andere Idee habe ich gerade noch nicht...ich verstehe somit ihr Problem nicht so ganz, wenn sie das Fahrrad stossen überhaupt nicht stört, dass fahren dagegen schon. Vielleicht würde ich einmal ausprobieren wie sie reagiert wenn ich mit dem Fahrrad rennen würde?

    Was meinst du mit 'Fahrrad stossen'?

    Auch Leberwurstpaste nimmt sie in erregten Situationen nicht mehr.

    Wahrscheinlich ist so ein kurzes, sich täglich wiederholendes Training eine sinnvolle Möglichkeit sie daran zu gewöhnen, da es somit seinen Reiz und damit die Aufregung verliert.